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Polizei schnappt 4 Heilstätten-Zerstörer

Beelitz-Heilstätten: Sicherheitsoffensive zeigt Wirkung Polizei schnappt 4 Heilstätten-Zerstörer

Beelitz-Heilstätten zieht immer wieder Vandalen an. Die Polizei hat das Gelände deshalb verstärkt in den Fokus genommen und nun 4 Verdächtige geschnappt, die das historische Portal zerstört haben sollen. Ein ziemlich dämlicher Fehler hat sie verraten.

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Gute Zusammenarbeit: Baumwipfelpfad-Investor Georg Hoffmann (l.) und Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West.
 

Quelle: Jens Steglich

Beelitz-Heilstätten.  Im Kampf gegen den Vandalismus in Beelitz-Heilstätten kann die Polizei Ermittlungserfolge verbuchen. Wie Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, am Freitag in einem Pressegespräch mitteilte, wurden vier Tatverdächtige aufgespürt, die mit einem Bagger das historische Portal an der alten Chirurgie zerstört haben sollen und danach auch den Bagger selbst. Die 21 bis 29 Jahre alten Männer stammen aus Berlin, Potsdam und Oberhavel. Die Polizei kam den mutmaßlichen Tätern über die neuen sozialen Medien auf die Spur. Es gab einen Hinweis auf ein Video auf Facebook, sagte Kriminalhauptkommissar Jörg Hennig. Die Vandalen, die in der Nacht wüteten, hatten ihr Zerstörungswerk selbst gefilmt. Bisher machen sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Nur der Tatverdächtige aus dem Kreis Oberhavel habe bisher zugegeben, dabei gewesen zu sein, aber keine aktive Rolle gespielt zu haben.

Tatverdächtige leben in Sachsen-Anhalt

Ermitteln konnte die Polizei auch vier Tatverdächtige, die Zäume auf dem Areal, auf dem ein Baumwipfelpfad geplant ist, herausgerissen und zerstört haben sollen. Die vier mutmaßlichen Zaunzerstörer leben in Sachsen-Anhalt und sind zwischen 19 und 34 Jahre alt.

Geplanter Baumkronenpfad

 Auf dem Quadranten A in Beelitz-Heilstätten will die HPG Projektentwicklungs GmbH den „Heilstätten-Park“ mit Baumkronenpfad entwickeln.

Georg Hoffmann, Geschäftsführer der HPG, geht davon aus, dass nächste Woche die Baugenehmigung für das Projekt eintrifft und ein erster Abschnitt des Baumwipfelpfads bis zum 15. August fertiggestellt werden kann.

 Inklusive Grunderwerb werden in den ersten Abschnitt sieben Millionen Euro investiert. Etwa die Hälfte dieser Summe kostet der Baumwipfelpfad, der später noch erweitert werden soll.

Die Polizei hat das Heilstätten-Areal seit April verstärkt in den Fokus genommen – eine Reaktion auf massiven Vandalismus, der sich zunehmend häufte, als der Baumwipfelpfad-Investor Anfang des Jahres mit der Vorbereitung des Projekts begann. Er ließ historische Bauten sichern und Zäune aufstellen, die aber nicht lange standen. Auch aus Sicht der Polizei waren hier Angreifer am Werk, die glaubten, ihr „Spielfeld“ gegen die Investorenpläne zu verteidigen. „Wir haben den ersten Berg genommen und erste Ruhe in das Areal gebracht“, konstatierte Meyritz. Die Polizei hatte nach einem Hilfeersuchen des Investors eine eigene kleine Ermittlergruppe gebildet, die sich seit April speziell um Beelitz-Heilstätten kümmert. Seit ihrer Sicherheitsoffensive, bei der auch Hubschrauber zum Einsatz kamen, erteilten die Ordnungshüter 14 Strafanzeigen vor allem wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Außerdem wurden von 198 Menschen die Personalien aufgenommen und 154 Platzverweise erteilt. 68 mal durchsuchte die Polizei Menschen und Fahrzeuge, die sich am Gelände aufhielten. Hinter Leuten, die mehrfach Spätabends in Heilstätten angetroffen wurden, vermutet die Polizei Organisatoren von illegalen Führungen, die in den Nächten angeboten wurden. In dem Zusammenhang fiel auch der Begriff „Schleicher von Beelitz“, der über Jahre in den Heilstätten-Ruinen maskiert Besucher erschreckt haben soll. Die Polizei stellte aber klar: Für die Beschädigungen ist der „Schleicher von Beelitz“ nicht verantwortlich. Meyritz berichtete auch von speziellen Fotografen, die Motive aufnehmen, um sie danach zu zerstören. „Sie gehen in die alte Chirurgie, machen ihre Fotos mit einem Model und zerstören danach das Umfeld, so dass dieses Foto danach nicht mehr möglich ist“, so Meyritz. Auch wenn inzwischen deutlich mehr Ruhe eingezogen ist, bleibe das Gelände weiter im Fokus der Polizei, sagte er.

„Der Einsatz der Polizei war wichtig. Auch für uns, um zu merken, dass sie uns unterstützt“, sagte Georg Hoffmann, Geschäftsführer der HPG Projektentwicklungs GmbH, die auf dem Areal im Quadranten A den „Heilstätten-Park“ mit Baumwipfelpfad entwickeln will. „Wir werden das Kapitel Spuk in Heilstätten abschließen. Wir setzen auf die Schönheit der Natur und der Parkanlage, die wir über den Baumwipfelpfad erschließen“, so Hoffmann. Er hofft, dass nächste Woche die Baugenehmigung eintrifft und ein erster Abschnitt des Baumkronenpfades bis 15. August fertiggestellt werden kann.

 

Von Jens Steglich

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