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Polizei sensibilisiert die Niemegker

Winter ist Einbruchzeit Polizei sensibilisiert die Niemegker

Mit ihrem Informationsmobil zum Einbruchsschutz hat die Polizei am Donnerstag am Niemegker Rathaus Station macht. Für besorgte Hausbesitzer gab es dort Tipps von Experten, wie Kriminellen das Handwerk erschwert werden kann. Längst nicht immer ist das mit hohem Aufwand und großen Kosten verbunden.

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Polizeiobermeisterin Karina Mollenhauer gibt Tipps für die Prävention von Einbrüchen.
 

Quelle: Thomas Wachs

Nimegk.  Konrad Fenske will auf Nummer sicher gehen. Wenn der Niemegker demnächst die Fenster seines Hauses erneuert, sollen diese auch sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden, um Einbrechern das Handwerk zu erschweren. Das Informationsmobil der Polizei, das am Donnerstag am Niemegker Rathaus Station macht, kommt ihm da wie gerufen. „Man hört ja so viel von Einbrüchen“, sagt der Hausbesitzer. „Da möchte ich mehr tun als bisher“, so Fenske.

Diebe bevorzugen dunkele Jahreszeit

Gerade die nun wieder angebrochene dunkele Jahreszeit werde von Kriminellen bevorzugt, „um in Wohnungen und Häuser sowie Geschäftsgebäude einzubrechen“, bestätigt Oliver Bergholz, ein Sprecher der Polizeidirektion West. Allerdings sei der ländlich geprägte Fläming bislang keine Hochburg für Einbrecher. „Im Norden des Kreises Potsdam-Mittelmark und allgemein im gesamten Speckgürtels Berlins gibt es da ganz andere Zahlen zu beklagen“, sagt der Polizist. Das schlug sich auch in der Statistik nieder. So waren die Zahlen besonders von 2014 auf 2015 drastisch gestiegen. Damals verdoppelten sich Wohnungseinbrüche mit Diebstahl von 266 auf 492 Fälle. Schwerpunkt war die Region um Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow. Dort sahen sich der Ermittler bald gezwungen, eine Sondergruppe einzusetzen, um gegen die Diebesbanden vorzugehen.

Sprunghafter Anstieg voriges Jahr

Eine drastische Steigerung der Einbruchsdiebstähle wurde im Bereich der Polizeiinspektion Brandenburg vom Jahr 2014 auf das Jahr 2015 registriert.

In die Statistik flossen 2014 insgesamt 266 und 2015 schon 492 Wohnungseinbrüche ein. 2013 waren es noch 224

Am Tage ereigneten sich in 2014 im Inspektionsgebiet – also im Raum Brandenburg/Havel, Bad Belzig und Beelitz – 143 Einbrüche. 2015 waren es 287.

Für das laufende Jahr 2016 steht die Auswertung der konkreten Einbruchsdelikte noch aus. Jedoch zeichne sich für den Hohen Fläming insgesamt eine geringfügige Senkung ab, heißt es aus der Polizeiinspektion.

Wenn die Täter zuschlagen, dann sind auch im Fläming Orte in unmittelbarer Nähe von Autobahnen die Schwerpunkte. Dort wird den Dieben eine schnelle Flucht erleichtert. Brück, Linthe oder Ziesar tauchen regelmäßig im Polizeibericht auf. Grund genug für die Polizei, jetzt wieder mit dem Informationsmobil zu den Bürgern unterwegs zu sein. Vorige Woche parkte es am Brücker Amtsgebäude und jetzt in Niemegk.

In dem mit diversen Anschauungsmaterialien und Informationspapieren beladenen Kleinbus erhält auch der Rentner Konrad Fenske von Karina Mollenhauer wertvolle Tipps für die Prävention von Einbrüchen. „Schon mit einfachen Dingen lassen sich große Wirkungen erzielen“, erklärt die Polizistin vom Bereich Prävention der Polizeiinspektion Brandenburg. „Fenster und Terrassentüren, die älter als 15 Jahre sind, verfügen nur selten über sogenannte Pilzköpfe“, sagt die Polizeiobermeisterin. Diese Bauteile an den Verriegelungen, die das bei Einbrechern bevorzugte, geräuschlose Aufhebeln der Fenster verhindern sollen, lassen sich auch nachrüsten.

Einbruch dauerte oft nur drei Minuten

 Ebenso wie einige andere nützliche Dinge. „Vernünftige Schlösser, Bewegungsmelder und auch Kameras können helfen, Einbrecher abzuschrecken“, sagt Karina Mollenhauer. „Denn die Kriminellen sind auf schnelle Beute aus. Die meisten Einbrüche dauern nicht länger als drei Minuten“, sagt die Expertin. Hilfreich sei da auch eine aufmerksame Nachbarschaft, wo jeder auch etwas auf das Grundstück des anderen achtet. „Freilich ohne sich gegenseitig auszuspionieren. Doch helfen bestimmte Sichtachsen statt blickdichte Hecken rund ums Haus, die Einbrechern prima Schutz bieten“, erklärt Karina Mollenhauer.

Berater machen auch Hausbesuche

Sie und ihre Kollegen bieten daher auch Hausbesuche an, um mit geschultem Blick Schwachstellen in der Sicherheit von Gebäuden zu entlarven. „Nach dem Termin in Brück sind wir jetzt für Dezember schon gut gebucht“, sagt die Präventionsexpertin. Schon eine Mülltone, die schnell ans Haus gerollt werden kann, hilft nämlich Einbrechern, um etwa ein angeklapptes Fenster im Hochparterre leicht zu erreichen. Und schon gar nicht sollten ungesicherte Leitern auf Grundstücken quasi als Einladung für Einbrecher bereitgelegt werden“, erklärt Mollenhauer. Für Konrad Fenske waren im Beratungsgespräch wertvolle Tipps dabei, die nicht unbedingt viel Geld kosten.

Von Thomas Wachs

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