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Polizei stoppt Reisebus

Bis hier hin und nicht weiter Polizei stoppt Reisebus

Mit einer groß angelegten Kontrolle haben Polizisten der Direktion West am Freitag auf der Autobahn bei Brück Lastwagen und Busse überprüft. Nicht alle durften weiterfahren.

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BRÜCK . Ein Glück ist es ein sonniger Freitagvormittag, an dem die Polizei auf dem Parkplatz „Borker Heide“ an der Autobahn 9 bei einer Großkontrolle Lkws und Busse überprüft. Auch wenn ein Parkplatz kein wirklich beschaulicher Ort ist, so lässt es sich wenigstens in der Sonne aushalten. Denn für die Insassen eines Busses des Unternehmens „Mein Fernbus“ auf dem Weg nach Leipzig war dort erst einmal Schluss. Um 7.40 Uhr winkte die Polizei den Bus heraus und stellte fest: Der 52-jährige Fahrer hatte statt der vorgeschriebenen neun Stunden Nachtruhe nur 8,5 Stunden vorzuweisen. Grund dafür war, dass sich die Fahrt am Vortag wegen überschwemmter Autobahnen um mehrere Stunden verzögert hatte, teilte das Unternehmen danach mit. Außerdem hatte der 52-Jährige keine gültige Erlaubnis für diese Strecke mit dabei. „Jeder Fahrer muss eine Konzession vorweisen können, dass die Buslinie auf dieser Strecke zu dieser Zeit fahren darf“, erklärt Polizeihauptkommissar Dieter Ilsitz. Die lag zwar vor – befand sich aber beim Chef im Büro. Mit diesen beiden Mängeln untersagten die Polizisten die Weiterfahrt. „Ich wollte eigentlich zum Frühstück bei meinen Eltern in Leipzig sein. Da wird jetzt nichts draus“, sagt Juliane. Die 21-Jährige sieht es gelassen: „Kontrollen müssen eben sein.“ Erst zwei Stunden später ging die Reise für sie und die anderen weiter: Die fehlende Konzession für diese Strecke wurde zu den Polizisten gefaxt. Und ein neuer Fahrer, der genügend Ruhezeit hinter sich hatte, war auch da – er kam mit dem Taxi aus Leipzig.

Neben den Polizisten, die die Verkehrzulassung der Lastkraftwagen kontrollierten, waren auch Beamte des Landeskriminalamtes am Freitag mit dabei. Jeder Lkw mit Abfall als Ladung wurde zur besonderen Kontrolle durch die Experten von der Umweltkriminalität gebeten. So auch der Lkw mit Barnimer Kennzeichen, der Feinstglas transportierte. Der von der Kontrolle nicht begeisterte Fahrer öffnete die Abdeckung: alles in Ordnung, vorschriftsmäßig Glas geladen, stellten die LKA-Fahnder fest.

Wen Polizeihauptmeister Frank Wacker aus dem Verkehr zieht und zur Kontrolle an die Seite bittet, wählt er eigentlich stichprobenmäßig aus. Aber ein paar Anhaltspunkte hat er schon: „Wir kennen die Speditionen, an deren Lkws häufiger mal was auszusetzen ist. Die werden dann natürlich eher mal kontrolliert“, sagt er. Und eine Erfahrung hat er noch gemacht: „Die ausländischen Fahrer halten die Vorschriften häufig eher ein als die deutschen.“ So wie Janosch Nowak. Aus dem mehr als 1000 Kilometer entfernten Debrecen in Ungarn stammt er. Jetzt ist er unterwegs in die Schweiz – und hat genau so viele Pausen gemacht wie nötig, sieht Polizeihauptmeister Bodo Fadtke. Mittels einer Chipkarte kann er das auslesen, was früher auf einer Papierscheibe dokumentiert wurde. Fast minütlich ist für die vergangenen 28 Tage abzulesen, wann Janosch Nowak am Steuer saß und wann er Pause hatte. An höchstens zwei Tagen pro Woche sind zehn Stunden am Tag mit einer Unterbrechung nach viereinhalb Stunden erlaubt.

Der Lkw-Fahrer Benno Faßbender hingegen war etwas zu lange unterwegs. 50 Minuten zu viel waren es an einem Tag. Benno Faßbender guckt in seinem Kalender nach und weiß sofort: „Da war ich bei Kassel. Dort war eine Vollsperrung und ich konnte auf keinen Parkplatz fahren“, sagt er. „In solchen Fällen greift der Artikel 12 der Lenkzeitverordnung. Danach darf ein Fahrer noch kurz weiterfahren, wenn er keinen geeigneten Rastplatz erreichen kann“, erklärt Bodo Fadtke. Die 23 Tonnen Fitnessdrinks, die am Montag in einem Lebensmittelladen in Köln sein müssen, hat er ordnungsgemäß gesichert. An Kontrollen ist er gewöhnt:„Ich bin oft in Frankreich unterwegs. Dort passiert mir so etwas viel häufiger.“ (Von Lisa Rogge)

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