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Potsdam-Mittelmark Polnische Polizei fasst Kindesentführer
Lokales Potsdam-Mittelmark Polnische Polizei fasst Kindesentführer
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22:04 26.10.2015
Informierten am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Sprecher Rudi Sonntag, Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke und Andreas Dingelstadt, Leiter der Ermittlergruppe (v.l.). Quelle: Köster
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Potsdam/Nuthetal

Eine drei Wochen andauernde Kindesentführung hat am Wochenende einen glückliches Ende genommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte ein Vater seinen dreijährigen Sohn aus Nuthetal entführt und war mit ihm nach Polen geflohen. Das Auto des 37-Jährigen wurde am Samstag von polnischen Spezialkräften bei Wroclaw gestoppt. Sie nahmen den Entführer fest, das Kind schlief zum Zeitpunkt des Zugriffs. Nach einer ärztlichen Untersuchung des Dreijährigen konnte die Mutter ihren Sohn später wohlbehalten in die Arme nehmen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte der Vater, ein ehemaliger Bundeswehroffizier, das Kind Anfang Oktober von seiner früheren Lebensgefährtin für einen Ausflug abgeholt. Die Mutter, die das alleinige Sorgerecht hat, erhielt dann eine Nachricht, dass er das Kind nicht zum vereinbarten Termin zurückbringen wird. Ab 19. Oktober „verdichteten sich die Hinweise, dass er das Kind dauerhaft der früheren Lebensgefährtin entziehen will“, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. „Wir mussten aufgrund der labilen Psyche des Vaters mit einem erweiterten Suizid rechnen.“ Daraufhin sei eine Sonder-Gruppe gebildet worden, in der zeitweilig bis zu 200 Beamte arbeiteten.

Verdeckte Ermittlungen

Um das Leben des Kindes nicht zu gefährden, ermittelte die Polizei verdeckt. Die Suche war schwierig, weil der Vater sich nur kurz an einem Ort aufhielt. Sein Handy war abgeschaltet.

Die Mutter wollte die Stimme des Kindes hören, der Vater verweigerte dies. „Wir hatten bis zum Zugriff kein Lebenszeichen vom Kind“, so ein Ermittler. Die Entführungsroute führte von Nuthetal über Poznan, Wroclaw und Krakow. Bei Wroclaw stellten ihn polnische Polizisten.

Laut Chefermittler Andreas Dingelstadt sprachen Indizien dafür, „dass der Entführer nicht mehr zurückkommt, sondern ein Fanal setzen könnte“. Der 37-Jährige hatte die Wohnung aufgeräumt verlassen, den Kühlschrank abgetaut und seinem Vater eine Generalvollmacht für sein Eigentum übergeben. Zuvor hatte er bereits bei der Bundeswehr gekündigt und eine nachfolgende Ausbildung als Rechtspfleger abgebrochen. Während der Entführung kommunizierte er mit seiner Ex- Lebensgefährtin über Netzwerke. Dabei sollen auch Äußerungen wie „Ich habe nichts zu verlieren“ und „Du wirst dein Kind nie wieder sehen“ gefallen sein. „Wir mussten von einer akuten Gefahr für das Kind und den Vater ausgehen“, hieß es. Er habe auch Forderungen gestellt. „Es ging um das Sorgerecht. Und sie sollte Strafanzeigen gegen ihn zurückziehen.“ Sie soll ihn vorher wegen Gewaltanwendung angezeigt haben. Die Eltern lebten fünf Jahre in Nuthetal zusammen und hatten sich vor mehreren Monaten getrennt. Der weitere Umgang des Vaters mit seinem Kind sollte demnächst vom Familiengericht geregelt werden.

Von Jens Steglich

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