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Posse vor Ende: Sirenenstreit bald beigelegt

Brück Posse vor Ende: Sirenenstreit bald beigelegt

Der bereits seit zwei Jahren währende Streit um die Sirene auf dem Gebäude der Amtsverwaltung Brück steht vor einer Einigung. Der Alarm soll nachts künftig nur noch im Brand- und Katastrophenfall ertönen. Ausgelöst wurde die Debatte durch eine Beschwerde von Anwohner Roland Hinze. Er fürchtete um die Nachruhe für seine Enkel.

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Da oben ist sie: Amtsdirektor Marko Köhler zeigt auf den Stein des Anstoßes. Jetzt darf die Sirene auf dem Amtsgebäude wieder aufheulen.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Im bereits seit zwei Jahren währenden Streit um die Sirene auf dem Gebäude der Amtsverwaltung Brück zeichnet sich eine Einigung ab. Der Alarm soll künftig nachts nur noch im Brand- und Katastrophenfall ertönen. Bei Einsätzen geringeren Ausmaßes sollen die Kameraden etwa über Funkmeldegeräte – die sogenannten Pieper – informiert werden.

Ausgelöst wurde die Debatte durch eine Beschwerde von Roland Hinze, der in der Ernst-Thälmann-Straße und damit in unmittelbarer Nähe zur Amtsverwaltung wohnt. Er forderte, dass die Kräfte per Funk zum Einsatz gerufen werden. „Ich habe natürlich Respekt vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr“, sagte der Anwohner jüngst während der Stadtverordnetenversammlung. „Aber es geht mir um die Alarmierung in der Nacht. Ich habe häufig Enkel zu Besuch, die kommen dann kaum zur Ruhe.“

Konkret hat Hinze ein Problem mit der Alarmierung für Einsätze auf der Autobahn. „Im Katastrophen- sowie im Brandfall sollen die Sirenen erklingen, da habe ich nichts dagegen – und das ist doch auch in meinem Interesse“, sagt er, der in Brück einen Sicherheitsdienst betreibt. Er will nicht als der Buhmann dastehen, aber von seinem Haus bis zur Sirene seien es nur 25 Meter – und der Geräuschpegel wäre seiner Meinung nach unhaltbar. Nachdem die Diskussion vor zwei Jahren in Gang gekommen war, entlud sich in den sozialen Netzwerken eine Welle der Empörung über den Beschwerdeführer.

Bei einer Unterschriftensammlung im vergangenen Jahr haben über 1000 Brücker die Wiederinbetriebnahme der Feuerwehrsirene auf dem Amtsgebäude in den Nachtstunden gefordert. Der Alarm blieb trotzdem abgeschaltet. Jetzt hat die SPD-Fraktion einen Antrag gestellt um zu prüfen, ob die temporäre Abschaltung wieder rückgängig gemacht werden kann. Dieser Prüfung hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig zugestimmt.

In der Zwischenzeit hat sich jedoch abgezeichnet, dass eine Kompromisslösung in Sicht ist. „Im Katastrophen- und Brandfall halte ich es für sinnvoll, mittels der Sirene zu alarmieren“, sagt Amtsdirektor Marko Köhler. „Sonst müssen andere technische Mittel genutzt werden. Ich glaube an eine gute und einvernehmliche Lösung.“

In Brück stehen zwei Feuerwehr-Gerätehäuser – je eines südlich und eines nördlich der Bahn. Die Sirene auf dem Amtsgebäude, welche vor allem die Kameraden zum Domizil in der Feldstraße schicken soll, darf laut derzeit geltender Vereinbarung zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends ohne Einschränkungen ertönen. In der Nacht darf sie nur bei bei Nachalarmierung und im Katastrophenfall aufheulen. Bei der zweiten Sirene auf dem Platz der Jugend in Brück-Rottstock wurde die Einschränkung zurückgenommen. Sie darf die Blauröcke immer rufen.

Im Jahr 2014 – also vor dem Beginn der Streitigkeiten – ist die Brücker Wehr 60 Mal ausgerückt. Unter den Einsätzen waren elf Brände, die anderen Alarmierungen betrafen hauptsächlich Hilfeleistungen, vor allem auf der Autobahn. Dabei fanden 19 Einsätze zwischen 20 Uhr und sieben Uhr morgens statt. In den Jahren 2015 und 2016 mussten die Kameraden jeweils 83 Mal alarmiert werden.

Diese Steigerung liegt laut Amtsbrandmeister Uwe Paul auch daran, dass Brück für Abschnitte der Autobahn 9 zuständig ist, wo es immer häufiger zu Unfällen kommt oder technische Hilfe nötig ist.

Von Andreas Koska

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