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Potsdam-Mittelmark Bauernverband greift Umweltverbände an
Lokales Potsdam-Mittelmark Bauernverband greift Umweltverbände an
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17:28 13.02.2019
KBV-Vorsitzender Jens Schreinicke wendet sich gegen eine Verunglimpfung seines Berufsstandes. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Brandenburg soll den Traktor-Führerschein bezuschussen, Blühstreifen fördern und keine Schutzgebiete zu Lasten der Landwirtschaft ausweisen. Das sind nur einige Punkte eines Forderungskataloges an die Landesregierung, den die Teilnehmer der Jahresmitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark (KBV) am Mittwoch verabschiedeten.

Bauern wehren sich

Außerdem erwartet die Bauernschaft vom Land Unterstützung gegen Diffamierungen des Berufsstandes. KBV-Vorsitzender Jens Schreinicke nannte vor über 100 Gästen in der Heimbildungsstätte am Seddiner See als Beispiel den Bericht eines TV-Magazins. In dem Bericht wird den deutschen Landwirten vorgeworfen durch von ihnen verursachte Feinstaubemissionen für den Tod von 120 000 Menschen verantwortlich zu sein.

Landrat Wolfgang Blasig spricht zu den Teilnehmern. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Immer vor der Grünen Woche wird eine andere Sau durch die Medienlandschaft getrieben, um die Landwirtschaft in ein schlechtes Licht zu rücken“, beklagte sich Schreinicke. In scharfer Form griff er in seiner Rede die „Deutsche Umwelthilfe“ und die Organisation Compact an. Deren Strategie liege einzig darin Unsicherheit und Angst zu schüren. „Aber auch politische Interessengruppen wie die Grünen machen gern mal Politik auf den Knochen von uns Bauern“, sagte Schreinicke.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Sven Schröder spricht ein Grußwort. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ausgerechnet von der AfD bekam der Redner Rückendeckung. Mit dem mittelmärkischen Landtagsabgeordneten Sven Schröder sprach erstmals ein AfD-Politiker auf einer KBV-Mitgliederversammlung. Schröder war als Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Brandenburger Landtag eingeladen worden. Er machte sich die Positionen des Bauernverbandes zu eigen und forderte unter anderem die Aufnahme des Wolfs in das Jagdgesetz. Schröder forderte einen generellen Managementplan, um der Landwirtschaft Hilfe zur Selbsthilfe bei Wetterunbilden zu ermöglichen. Dazu könnten eine ermäßigte Versicherungssteuer für Risikoversicherungen und eine steuerfreie Risikorücklage in guten Jahren gehören. Alles Forderungen, die die Bauern selbst schon seit Jahren erheben.

Immer mehr Bürokratie

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) erinnerte in seinem Grußwort daran, dass der Wohlstand in Potsdam-Mittelmark ganz entscheidend vom Wohlergehen der Landwirtschaft abhängt. „Das sollte sich in allen Amtsstuben herumgesprochen haben“, meinte Blasig, der Verständnis für die Klagen der Bauern wegen überbordender Bürokratie zeigte. So beschwerte sich Demeter-Landwirt Paul Schulze aus Briest über eine Festlegung der Forstbehörde. So musste er ein Waldstück, dass er von der Treuhand als Ödland gekauft hatte, auszäunen. Seine Heckrinder dürfen sich in dem Bereich nicht mehr aufhalten. Reinhard Schlieper von der Agrargenossenschaft Fiener Bruch in Rogäsen appellierte an die Verwaltung den Bauern das Leben nicht noch schwerer zu machen. So mache der immer höher werdende Verwaltungsaufwand alle Einsparungseffekte an anderer Stelle zunichte, so Schlieper.

Die Tagungsstätte in der Heimvolkshochschule am Seddiner See. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eduard Krassa, Abteilungsleiter im Brandenburger Landwirtschaftsministerium, erläuterte den Anwesenden den Stand bei der Abrechnung der Dürrehilfe für 2018. Demnach haben 74 Betriebe aus Potsdam-Mittelmark Anträge auf Unterstützung aus dem Bund-Länder-Programm in einem Gesamtumfang von 11,1 Millionen Euro gestellt. Bisher wurden 3,4 Millionen Euro an 37 Betriebe bewilligt. Zur Auszahlung kamen bis vergangene Woche allerdings erst 630 000 Euro. Wegen einer deutlichen Überzeichnung des Hilfsfonds werden am Ende nicht alle Antragsteller Berücksichtigung finden. Geld bekommen hat zum Beispiel die Fiener Agrargenossenschaft Ziesar-Bücknitz. Vorstandsvorsitzender Elard von Gottberg war im Dürresommer 2018 einer der ersten Landwirte, die nach einer Dürrehilfe riefen. „Jetzt hat es geklappt. Dafür sind wir als Unternehmen froh und dankbar“, sagte von Gottberg der MAZ.

Von Frank Bürstenbinder

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