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Potsdam Mittelmark erlebt eine „Auffrischung“

Flüchtlingshilfe soll besser koordiniert werden Potsdam Mittelmark erlebt eine „Auffrischung“

Ehrenamtler, Vereine und Initiativen trafen sich am Mittwoch zu einer Integrationskonferenz in Beelitz. Landrad Wolfgang Blasig war auch zugegen, sprach von einer „Auffrischung“ durch die meist jungen Zuwanderer und forderte Offenheit und Respekt gegenüber fremden Kulturen. Eine Internetseite soll die Integration vereinfachen.

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Beelitz half mit Rädern den Flüchtlingen. Aber nicht immer sind die deutschen Hilfen für den Moment richtig.

Quelle: C.K.

Beelitz. So kalt wie gestern der Beelitzer Tiedemannsaal war, ist das Klima nicht, auf das Ausländer im Landkreis Potsdam-Mittelmark stoßen. Den Eindruck vermittelte jedenfalls die Integrationskonferenz, die mit knapp 60 Teilnehmern dort stattgefunden hat. Eine Vielzahl von Ehrenamtlern, Vereinen, Initiativen, aber auch die Kreisverwaltung engagieren sich für ausländische Mitbürger.

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sagte, dass der Kreis mit mehr als 5000 Menschen, die einen ausländischen Pass tragen und überwiegend jung seien, eine „Auffrischung“ erlebe, zu der ebenso die steigende Zahl von Flüchtlingen beitrage; 2015 ist noch einmal mit 800 neuen zu rechnen. „Das stellt uns vor gewisse Herausforderungen“, sagte Blasig und schob lakonisch nach: „Bei 205.000 Einwohner – sollten wir wirklich daran zerbrechen, 800 Asylbewerber zu beherbergen?“

Die meisten kommen aus der EU

  • Im Landkreis Potsdam-Mittelmark leben derzeit mehr als 5600 Menschen mit ausländischem Pass. Sie stammen aus 135 Staaten; insgesamt gibt es im Kreis 9500 Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Die meisten Ausländer im Kreis sind keine Flüchtlinge und stammen aus EU-Ländern wie Polen, den Niederlanden und Großbritannien, aber auch aus den USA und der Russischen Föderation.
  • Erwerbsfähige Leistungsberechtigte gibt es 8031.
  • Nach dem Asylbewerberlei stungsgesetz werden  679 Ausländer unterstützt.

Offenheit vor fremden Kulturen, Respekt vor dem Anderssein

Blasig forderte Offenheit vor fremden Kulturen, Respekt vor dem Anderssein, Hilfe, wo sie gebraucht werde und eine Koordinierung von Willkommens-Initiativen. Aber es bräuchte auch „veränderte Strategien“. So müssten sich „Hauptverwaltungsbeamte schneller öffnen“ und „deutlich früher“ die Kontakte zu den Kommunen herstellen. Dennoch: „Dem Kreis geht es vergleichsweise gut. Die Flüchtlingswohnheime in Bad Belzig, Stahnsdorf und Teltow werden funktionieren“, so Blasig. Er kündigte an, dass es neben den freiwillig vom Kreis finanzierten Sprachkursen, der Freiwilligenkoordination, dem Netzwerk soziale Dienste und der Integrationsbeauftragten demnächst wie in Bad Belzig auch im Teltower Gesundheitszentrum Sprechstunden mit Dolmetschern und ab 1. Dezember eine mehrsprachige Internetseite der Kreisverwaltung geben wird.

Die Integrationsbeauftragte Theresa Arens würdigte die bisherigen Anstrengungen und warnte vor neuen Netzwerken und „Extrawürsten“. „Das Ehrenamt braucht Koordination, Begleitung und fachlichen Input, damit wir die Qualität halten und verbessern können“, sagte sie.

Die Hilfe für Flüchtlinge soll künftig besser koordiniert werden. Das sagen die Fachleute.

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Flüchtlinge mit gut gemeinten Hilfsangeboten nicht überfordern

Die Teilnehmer, die sich in Themenrunden austauschten, einigten sich darauf, dass man stärker die Ähnlichkeiten der Menschen und weniger ihre Unterschiede betonen und öffentlich mehr Verdienste von ausländischen Mitbürgern würdigen sollte. Sozialarbeiter und Ehrenamtler warnten auch davor, die Flüchtlinge mit gut gemeinten Hilfsangeboten zu überfordern. Ihre Bedürfnisse müssten besser hinterfragt werden, so Rose Dittfurth, Sozialpädagogin in den Heimen Beelitz-Heilstätten und Bad Belzig. Manchmal sei das Wichtigste, einen Wadenwickel anlegen zu können. Sie appellierte vor allem an die Kommunikation: „Welche Vorbehalte die Nachbarn auch haben, man muss immer mit ihnen reden.“

Die Leiterin des neuen Flüchtlingsheimes in Stahnsdorf, Sonja Ruppert, war beeindruckt von der Integrationspolitik der Landeshauptstadt, die deren Migrationsbeauftragte Magdolna Grasnick vorstellte. Ruppert wünscht sich jedoch, dass die Statistiken nicht als Rechtfertigungen herhalten – „das ist traurig“.

Von Claudia Krause

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