Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmark informiert zu Klimaschutz
Lokales Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmark informiert zu Klimaschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 25.12.2015
Barbara Ral hat ihr Büro in Feldheim. Jetzt stellte sie Klimaschutzprojekte des Kreises in Japan vor. Quelle: Thomas Wachs
Anzeige
Bad Belzig

Potsdam-Mittelmark ist jetzt auch im fernen Japan ein Stück bekannter. Zumindest war dies das Ziel von Barbara Ral. Seit dem Sommer ist sie Klimaschutzmanagerin des Landkreises. Auf Bitte des Bundesumweltministeriums reiste sie kürzlich mit einer Delegation nach Japan. Ziel der Reise war die Stärkung der deutsch-japanischen Kooperation im internationalen Klimaschutz. „Unsere Erfahrung zur Nutzung erneuerbarer Energien sind gefragt“, erzählte Ral nach ihrer Rückkehr von der Dienstreise auf Einladung des Deutsch-Japanischen Zentrums Berlin.

Deutsche Energiewende Vorbild in der Welt

„Wir vergessen oft, wie sehr die deutsche Energiewende Vorbild in der Welt ist“, sagt die Klimaexpertin. „Hier daheim wird das weniger erkannt, als im Ausland“, so Ral. Deutschland und vor allem auch Brandenburg könnten auf Praxisbeispiele verweisen, die im großen Stil gebaut wurden und die seit Jahren Erfahrungswerte liefern. Einmal mehr war das diesbezügliche Vorzeigedorf Feldheim mit seiner autarken Energieversorgung aus regenerativen Quellen vor Ort ein zentrales Thema dieser Reise.

Barbara Ral referiert an der Universität Tokyo über das Feldheimer Energieprojekt. Quelle: M. Lerm

Sie startete mit einem Symposium im Internationalen Konferenzzentrum in Kyoto. Dort fand bereits 1997 die internationale Klimakonferenz statt. Es folgten Treffen mit Regierungsvertretern in den Städten Nagoya, Toyota und Tokyo.

Internationale Besucher strömen nach Feldheim

Nach Feldheim strömen jährlich bis zu 3000 Besucher aus aller Welt. Denn das dort 2010 gestartete Projekt zur Eigenversorgung mit Strom und Wärme zeige, wie auch zwei der großen Probleme in Japan gelöst werden könnten. „Das sind die Energieversorgung nach Erdbeben-Katastrophen und die Landflucht“, erzählt Barbara Ral. Mit Hilfe der Biogasanlage, die in Feldheim ausschließlich mit regionalen Produkten betrieben wird, hat sich die Agrargenossenschaft „Fläming“ Feldheim eine Zukunftsperspektive geschaffen und konnte den ländlichen Raum auch für junge Familien attraktiv halten. „Und regional autarke Konzepte sind in der Erdbebenregion Japan überlebenswichtig“, so Ral. Dabei habe der Begriff Versorgungssicherheit dort in Japan eine ganz andere Dimension als in Deutschland. „Bei uns sprechen manche schon von einer Katastrophe, wenn mal eine halbe Stunde lang der Strom ausfällt. In einer Region Japans sind Strom und Wärme für 127 Tage am Stück ausgefallen, nachdem zentrale Versorgungsleitungen und Kraftwerke durch Erdbeben beschädigt wurden“, berichtet Ral. Als „erschreckend“ bezeichnet es die Klimaschutzmanagerin, „dass trotz der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 Japan inzwischen wieder in die Atomenergie eingestiegen ist“. Gründe dafür seien unter anderem die teuren Importe von Kohle und Öl. Um dort über alternative Projekte zu informieren, lohne es sich daher auch mit kritischem Blick auf die Kohledioxidbilanz, „dass Experten für Erneuerbare Energien aus Deutschland bis ins ferne Japan reisen“, so Ral.

Zusätzliche Besucher aus dem Ausland erhofft

Für den Landkreis erhofft sich die Klimamanagerin nach ihrer Werbetour in Japan neue Besucher. „Wir haben sicher neues Interesse geweckt für das Feldheimer Projekt“, sagt Barbara Ral. Ziel müsse es nun sein, die internationalen Energietouristen länger als nur für einen Tagesausflug ins Neue Energien Forum Feldheim (NEFF) in der Fläming-Region zu halten. Dazu sollten wir attraktive Pakete für den Landkreis schnüren, damit die Gäste ihr Geld nicht nur in Berlin ausgeben. Aus Japan übernehmen würde die Klimaschutzmanagerin gerne die Idee, dass Bürger für klimafreundliches Verhalten Bonuspunkte sammeln und beispielsweise für regional erzeugte Produkte eintauschen können.

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sieht die Einladung der Klimaschutzmanagerin auch als Anerkennung der Bemühungen in Potsdam-Mittelmark. „Immerhin erzeugen wir statistisch heute schon mehr als 100 Prozente der im Kreis verbrauchten Elektroenergie aus regenerativen Quellen“, sagte Blasig vor Journalisten.

Von Thomas Wachs

Potsdam-Mittelmark Klagen über Ruhestörungen rückläufig - Weniger Ärger mit Lärm in Werder

Laute Partys und Böllerei haben in den vergangenen Jahren in Werder den Frieden zwischen Nachbarn erheblich gestört und die Anzeigen wegen Ruhestörung schnellten in die Höhe. Nach verschärften Kontrollen der Stadt und einem Runden Tisch sind im Erholungsort die Verstöße 2015 deutlich geringer geworden.

25.12.2015

Dass Bauen am Ende teurer wird, als ursprünglich gedacht, ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Knapp 200 000 Euro mehr wurden deshalb für die Sanierung der Niemegker Grundschule mehr eingeplant. Zu wenig, wie sich jetzt herausstellt. Knapp 800 000 müssen jetzt noch einmal oben drauf gepackt werden. Dass es sich lohnt, steht für die Verantwortlichen außer Frage.

25.12.2015
Potsdam-Mittelmark Wer wird Chef im Kreis Potsdam-Mittelmark? - Bisher kein Landratskandidat der Grünen

Im September 2016 wird der Landrat in Potsdam-Mittelmark erstmals direkt gewählt. Die Abstimmung im boomenden Speckgürtel-Kreis gilt als bedeutend. Sicher ist, dass Amtsträger Wolfgang Blasig (SPD) den Posten behalten will. Jüngst war er in die Kritik geraten, weil er angeblich Behörden aus Werder abziehen will.

22.12.2015
Anzeige