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Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmarks Senioren wollen die Notfalldose
Lokales Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmarks Senioren wollen die Notfalldose
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19:09 13.02.2018
Klein, aber oho: Margarete Günther vom Seniorenbeirat Brück verteilt Notfalldosen. Ein Exemplar hat sie bereits zu Hause. Quelle: Andreas Koska
Brück

Sie ist klein, rund und kann unter Umständen Leben retten. Die Notfalldose enthält keine Medikamente oder andere Medizin, sondern nur Informationen. Ersthelfern und dem Rettungsdienst verrät sie beispielsweise Blutgruppe, Krankheiten und Notfallkontakte des Besitzers. Damit Retter die Dose sofort finden, sollte sie im Kühlschrank aufbewahrt werden.

„Als wir davon erfuhren, waren wir gleich angetan“, berichtet Margarete Günther, Vorsitzende des Seniorenbeirats Brück. Sie hat davon aus Teltow-Fläming gehört. In Großbeeren begann der Seniorenbeirat im vergangenen Jahr, sich für eine Verbreitung der Notfalldose im Landkreis einzusetzen. Jetzt will der Seniorenbeirat in Potsdam-Mittelmark Werbung für die kleine Dose machen. Das berichtet Margarete Günther nach Rücksprache mit dem Kreisvorsitzenden Wolfgang Kroll.

Seniorenbeirat bemüht sich um Verbreitung der Notfalldose

Die Seniorin aus Brück bestellte sofort 20 der Dosen, nachdem sie von dem Engagement erfuhr. An die ersten Mitstreiter im Kreis Potsdam-Mittelmark wurde der kleine Lebensretter bereits verteilt. Günther und der Seniorenbeirat des Amtes Brück suchen nun Partner für die Verteilung. Apotheker Kirk Berger in Brück mussten die Damen nicht überzeugen.

„Die Dosen waren mir bekannt. Die Idee finden wir sehr gut und haben als Pharmazeuten schon immer Ähnliches gefordert“, sagt Berger. In seiner Apotheke hat er mehrere Dosen zu einer grün-weißen Pyramide aufgestapelt und will die Kunden auf diese Weise zum Kauf einladen. Zwei Euro kostet eine Notfalldose, die einen Zettel beinhaltet, auf dem alle wichtigen Informationen eingetragen werden.

Eine Dose kostet nur zwei Euro

Profit kann der Apotheker daraus nicht schlagen. „Es ist ein Nullnummernspiel“, erklärt Kirk Berger, „mein Einkaufspreis ist gleich dem Verkaufspreis.“ Sein Engagement schmälert das allerdings nicht. Er versucht, mit Vorträgen auf die Notwendigkeit von Hilfsmitteln wie der Notfalldose oder einem Nothilfepass hinzuweisen. Neben dem Info-Zettel finden sich in der Dose mehrere Aufkleber mit einem weißen Kreuz auf grünem Grund. Die Sticker sollen auf die Innenseite der Haustür und von außen auf den Kühlschrank geklebt werden.

Damit wissen die Sanitäter sofort, ob und wo sie gebündelt Infos über den Patienten finden. Die Dose soll nach Empfehlung der Rettungsdienste in der Kühlschranktür aufbewahrt werden, weil sie dort nicht allzu lange danach suchen müssen. In der Dose können beispielsweise auch Ausweiskopien, Medikationspläne, ein Allergiestatus und Hinweise auf die Aufbewahrungsorte von Patientenverfügungen und weiteren Dokumenten verstaut werden.

Apotheker hoffen auf Unterstützung

„Es wäre schön, wenn die Ärzte das unterstützen würden, denn die Medikationspläne müssen von ihnen kommen“, sagt Apotheker Kirk Berger. Das Vorhandensein der Aufkleber und der damit verbundenen Informationen kann lebensrettend sein. „Dann wissen die Sanitäter und Ärzte gleich Bescheid und können die notwendigen Schritte einleiten, denn es kommt auf jede Sekunde an“, ist auch Seniorenbeirätin Margarete Günther überzeugt. Von ihren 20 Dosen hat sie nur noch wenige übrig.

„Der Seniorenbeirat Teltow-Fläming will sich dafür stark machen, die Dose auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen“, teilte deren Vorsitzender Horst Leder kürzlich mit. In Potsdam-Mittelmark scheint es ihm gelungen zu sein. Jetzt müssen auch die Rettungskräfte entsprechend instruiert werden. In Teltow-Fläming hat das Deutsche Rote Kreuz es bereits getan. Der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald bietet die Dosen inzwischen sogar selbst an.

Von Andreas Koska

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