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Prämierte Obstweine am laufenden Band

Baumblütenfest Werder Prämierte Obstweine am laufenden Band

Marcel Lehnst aus Glindow hat auch in diesem Jahr wieder drei ausgezeichnete Tropfen produziert. Auf dem Obstweinhof sammeln sich die Medaillen und Urkunden der ganzen Familie. Das Handwerk lernte der 41-Jährige bei seinem Opa, der seinem Enkel auch das Obstland am Grundstück der Familie in Elisabethhöhe vererbte. Dort war am Wochenende einiges los.

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Marcel Lehnst lebt das ganze Jahr über für den Obstanbau und die Weinherstellung – ein zeitaufwendiges Hobby.

Quelle: Luise Fröhlich

Elisabethhöhe. Für diese eine Woche im Jahr muss alles passen. Monatelang arbeitet Marcel Lehnst auf das Baumblütenfest hin. Er kümmert sich um die Bäume und Sträucher im Garten, quetscht die Früchte, mischt den Obstwein per Hand ab, presst ihn, füllt den edlen Tropfen ab und filtert so lange, bis er klar ist. Jährlich sahnt der 41-Jährige aus Glindow mindestens eine Auszeichnung beim Obstwein-Wettbewerb „Goldene Kruke“ ab. In diesem Jahr waren es gleich drei. 2011 brachte er sogar sechs Medaillen mit nach Hause. Die Prämierung mache ihn jedes Mal wieder stolz und sie spiegelt sich auch in den Verkäufen wieder: „Die ausgezeichneten Weine werden immer als Erstes getrunken“, erzählt er. Auch in diesem Jahr ist nach dem ersten Ansturm von der Sorte Weiße Johannisbeere, die mit der Goldenen Kruke ausgezeichnet wurde, keine mehr übrig.

Weit weg vom Blütenfest-Trubel in der Werderaner Innenstadt können Besucher des Obstweinhofes in Elisabethhöhe gemütlich im Obstgarten sitzen, Wein trinken, Schmalzstulle essen und die Blütenpracht der Bäume betrachten. „Am Sonntag war der Ansturm wahnsinnig groß. Sowas haben wir hier noch nicht erlebt“, sagt Marcel Lehnst. 150 Sitzplätze gibt es auf dem Hof und im Garten. Weil alle besetzt waren, kamen die Leute mit Decken, die sie auf dem Rasen ausgebreitet haben. Auch unter der Woche bewirtet Lehnst täglich angemeldete Gruppen und hauptsächlich Radfahrer, die beim Hof Halt machen.

Erntezeit ist entscheidend für den guten Wein

28 verschiedene Weine bietet er in diesem Jahr an. Die Produkte stammen von der heimischen Plantage, die etwa einen halben Hektar groß ist. Die bewirtschaftet Lehnst neben seinem Vollzeitjob als Lüftungstechniker bei der Uni Potsdam. Seine Frau und die 17 Jahre alte Tochter helfen kräftig mit. Beim Weinmachen aber will er lieber alleine sein. „Das ist mein Ding und da kann ich mir auch nicht helfen lassen“, sagt er. Ein richtiges Geheimrezept gibt es nicht, aber Lehnst hat sich in einem Büchlein jedes Jahr ein paar Notizen gemacht. „Da steht drin, was ich im nächsten Jahr besser machen kann“, so der Hobby-Obstbauer.

Marcel Lehnst im idyllischen Obstgarten

Marcel Lehnst im idyllischen Obstgarten.

Quelle: Luise Fröhlich

Wichtig sei vor allem den richtigen Reifegrad der Früchte abzupassen, also nicht zu früh oder zu spät zu ernten. „Wir achten auch immer darauf, dass der Wein zwischen sieben und neun Gramm Säure enthält. Unserer Meinung nach schmeckt er dann am besten“, verrät Lehnst.

Die Qualität hat sich herumgesprochen

Das Handwerk hat er bei seinem Opa gelernt und auch das Land und den Hof von dem mittlerweile 80-Jährigen geerbt. Bis 2011 war der Obstweinhof auch mit Ständen auf der Insel vertreten. „Dafür dass wir das alles nach Feierabend gemacht haben, wurde es einfach zu viel. Wir haben uns deshalb entschieden, uns auf den Hof hier zu konzentrieren“, sagt Lehnst. Das hat sich mittlerweile rumgesprochen, denn Touristen kommen gezielt zu ihm und kaufen kistenweise verschiedene Weine. Auch Vorbestellungen übers Internet hat Lehnst schon bekommen.

Für das zeitaufwendige Hobby reichen die Wochenenden allein lange nicht aus. Obwohl ihn der Obstanbau und die Weinherstellung das ganze Jahr über beschäftigen, möchte er es nicht missen. „Klar gibt es mal Situationen, in denen man keine Lust hat, aber spätestens sobald es wieder warm wird, juckt es einem in der Hand“, berichtet er. Ganz nach dem Motto: Nach dem Fest ist vor dem Fest.

Der Erfolg liegt in der Familie

Auf dem Obstweinhof sind alle Auszeichnungen, die die Familie Lehnst je bekommen hat, ausgehängt.

Sogar die erste Kruke , die Hans-Joachim Lehnst 1998 für seinen Wein erhalten hat, steht im Schrank.

Sein Enkel Marcel Lehnst ist in diesem Jahr mit der Goldenen Kruke für die Sorte Weiße Johannisbeere ausgezeichnet worden.

Die Silberne Kruke bekam er für Himbeere und die Bronzene Kruke für Erdbeere.

Am beliebtesten sind neben den prämierten Weinen die Sorten Schwarze Johannisbeere, Kirsche, Erdbeere und Ingwer.

Die meisten Weine schmecken lieblich, es gibt aber auch trockene und halbtrockene.

Von Luise Fröhlich

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