Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark „Präsidentinnen“: Zwischen Komik und Tragik
Lokales Potsdam-Mittelmark „Präsidentinnen“: Zwischen Komik und Tragik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 14.11.2016
Ortrud Meyhöfer, Marlies Hanowski und Karina Lehmann (v.l.). Quelle: D. Seesemann.
Anzeige
Michendorf

Werner Schwab, dessen Erfolgsstück „Die Präsidentinnen“ am Freitagabend von der „Kleinen Bühne Michendorf“ im Gemeindezentrum Premiere hatte, war 35 Jahre alt, als er an einer schweren Alkoholvergiftung starb. Seine Biografie liest sich wie ein Horrorszenario. Mit „Die Präsidentinnen“, das 1990 in Wien uraufgeführt wurde, kam die Anerkennung. Schwabs Wortgewalt ist offenkundig und im Lutherjahr ist man geneigt zu sagen: Auch er hat dem Volk aufs Maul geschaut.

Dass diese Sprache auch dem Michendorfer Publikum vertraut vorkam, deutete sich schon nach wenigen Sätzen an, als die ersten mutig drauflos lachten. Dabei geben weder die Protagonistinnen noch deren Geschichte wirklichen Anlass zur Heiterkeit. Die drei Präsidentinnen Erna (Ortrud Meyhöfer), Grete (Karina Lehmann) und Mariedl (Marlies Hanowski) sind zwar befreundet, aber grundverschieden. Was sie eint, sind ihre Enttäuschungen und Verletzungen, aber auch das daraus erwachsene riesige Sehnsuchtspotenzial. Einziger Handlungsort ist eine Art Wohnküche, die Bühnenbildner Dirk Seesemann wie ein biederes ärmliches Seniorennest mit Teppich, Stehlampe und Uraltfernseher möbliert hatte. Regisseurin Christine Hofer hielt sich nicht immer an die Vorgaben des Autors und passte Schwabs Groteske den Gegebenheiten in Michendorf an. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen.

Hofers Inszenierung balanciert auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik. Den Darstellerinnen gelang es mit einer Spielwut, die phasenweise ekstatische Züge annahm, das kontaktnah an der Bühne sitzende Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln. Dabei ähneln etliche Szenen einem Bandauftritt, bei dem jeder der Musiker Gelegenheit für furiose Soloeinlagen bekommt. Als Erna, auf Enkel hoffend, enttäuscht berichtet, dass ihr Sohn Hermann schon „wieder keinen Verkehr aufgenommen hat“, klagt Grete danach bitter, dass ihre Tochter vor neun Jahren nach Australien auswanderte und sich zuvor die Eierstöcke entfernen ließ. Fäkalisch sind die sprachlichen Bilder der katholisch frömmelnden, leidenschaftlichen Klofrau Mariedl mit Berichten von lustvollen Handgriffen ins Innere verstopfter Toilettenkeramik. Sie ist es auch, die mit ihren düsteren Prophetien am Schluss die Freundinnen gegen sich aufbringt. Wie in Trance redet sich die Klofrau um Kopf und Kragen. Das Sterben der letzten Lebensträume von Grete und Erna aber hat für Mariedl furchtbare, kaum zu ahnende Konsequenzen. Unvermittelt hebt sich der letzte noch verbliebene Zivilisationsschleier der Damen. Dabei tönte Leonard Cohens berühmter Song „Hallelujah“, von Jeff Buckleys gesungen, aus dem Lautsprecher als Auftakt eines grausamen Schlussakkords, dem nahtlos der Jubel und die Bravorufe eines restlos begeisterten Publikums folgten.

Info: Nächste Aufführungen am 16. und 17. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 18. Dezember um 17 Uhr im Michendorfer Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“

Von Lothar Krone

Erstmals ist in Bad Belzig das beliebte Kneipen-Quiz kostümiert im Stil der fünften Jahreszeit zelebriert worden. Zum Auftakt der Karnevalszeit rankten sich alle Fragen für die 14 Rate-Teams diesmal um dieses Thema. Am Ende erwies sich die Truppe „Listige Lurche“ als schleuer Sieger.

13.11.2016

Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft ist am Sonntag im Fläming bei diversen Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages gedacht worden. In Borkheide ist rechtzeitig zu diesem Termin auf dem Friedhof die neu gestaltete Kriegsgräberstätte für 15 junge Soldaten übergeben worden.

13.11.2016

Die Norma-Filiale in Bad Belzig will ihre Verkaufsfläche von knapp 700 auf 1000 Quadratmeter erweitern. Gehen die Pläne der Handelskette auf, wird zwar nicht das Sortiment aufgestockt, aber die Ware schick präsentiert. Auch sonst soll das Einkaufszentrum im Wohngebiet Klinkengrund wieder attraktiver werden.

14.11.2016
Anzeige