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Prall, orange, lecker und voll gesund

Sanddorn-Ernte auf Schmerwitzer Bio-Gut Prall, orange, lecker und voll gesund

Früher waren sie ein beliebtes Fotomotiv am Ostseestrand – heute sind sie auch im Hohen Fläming vielerorts zu entdecken: Die leuchtenden Sandornbüsche. Seit sechs Jahren wird der Anbau auch auf dem Biogut in Schmerwitz professionell betrieben. Mit einem Ergebnis, dass ebenso leuchtet wie die Früchte.

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Sanddorn ist gesund. Auch am Gesicht von Erntehelferin Karla Möritz lässt sich das gut ablesen.

Quelle: Fotos: Uwe Klemens

Schmerwitz. Prall und im leuchtenden Orange stehen Leikora, Hergo, Askola und Habego auf dem Acker und verbreiten mitten im Hohen Fläming einen Hauch von Ostsee. Längst hat der Sanddorn als Einnahmequelle auch das Interesse der hiesigen Landwirte geweckt. Auch auf dem Schmerwitzer Biogut werden deshalb seit sechs Jahren die gesunden Beeren angebaut.

Für die acht Frauen, die derzeit mit dicken Lederhandschuhen und Ast-Scheren zwischen den Pflanzreihen unterwegs sind und die Ernte einfahren, bedeutet dies Schwerstarbeit. Alle Äste, die über die Höhe von einem Meter hinausragen, werden abgeschnitten, die besonders dick mit Beeren besetzten auch, wenn sie darunter liegen. Wer dabei zu heftig zupackt lernt schnell, woher der Sanddorn den zweiten Teil seines Namens hat. Knapp zwei Monate dauert die Ernte, die Anfang August beginnt und Ende September abgeschlossen sein wird. Der Mix aus den oben genannten vier Sorten, die zeitversetzt reif werden, ermöglicht eine auseinander gezogene Erntezeit ohne Hetze.

Karla Möritz (li) und Viola Zech sammeln die dick mit Beeren besetzten Zweige ein

Karla Möritz (li.) und Viola Zech sammeln die dick mit Beeren besetzten Zweige ein.

Quelle: Uwe Klemens

„Auch an den Landwirten kommt der Klimawandel nicht vorbei, da müssen wir gucken, mit welchen Produkten wir unseren Betrieb trotzdem in den schwarzen halten“, sagt Guts-Betriebsleiterin Rita Neumann. Vor etwa acht Jahren entstand die Idee, es mit dem Sanddorn zu versuchen. Ihre Grundkenntnisse zum Sanddornanbau erwarb sich Neumann durch Fachbücher und durch Besuche in Anbaubetrieben, wo man bereits über Erfahrungen mit den begehrten Beeren verfügte.

Forschungsauftrag an Studenten

Als Partnerbetrieb der Fachhochschule Eberswalde vergaben die Schmerwitzer an die dortigen Landwirtschafts-Studenten einen Forschungsauftrag. Geklärt werden sollte, welche Sanddorn-Sorten sich für den Standort am besten eigenen und welche Dinge es für den Anbau und für die Ernte zu beachten gibt. Im Sommer 2008 war eine Studentengruppe in Schmerwitz vor Ort. Im Jahr darauf wurden auf einer zwölfeinhalb Hektar großen Testfläche die ersten Sträucher gesetzt. Zwei Jahre später schwärmten zum ersten Mal die Erntehelfer aus.

Anja Koch lotst ihren Traktor und den Erntewagen dahinter sicher durch die Plantage

Anja Koch lotst ihren Traktor und den Erntewagen dahinter sicher durch die Plantage.

Quelle: Uwe Klemens

„Das Ergebnis war hervorragend und hat uns ermutigt, weiter zu machen“, sagt Rita Neumann. Genaue Angaben zum Ertrag und zum Erlös hält sie als Betriebsgeheimnis unter Verschluss. Denn auch der Sanddorn-Markt ist inzwischen ein umkämpfter. Da reicht es, wenn man ein wachsames Auge auf die Schädlinge hat und nicht noch auf die Konkurrenz achten muss.

Der Weg des Sanddorns

Ursprünglich stammt der Sanddorn wahrscheinlich aus Zentralasien. Seine Ansprüche an Boden sind gering. Es gilt der Grundsatz: Karger Boden – bester Wuchs; bester Boden – schlechter Wuchs.

Von 1989 bis heute stieg die Anbaufläche in Brandenburg von 200 auf 300 Hektar. Mit 190 Hektar ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark dabei der Spitzenreiter.

Hauptanbauregion ist Potsdam-Mittelmark mit 190 Hektar. Die Anbauflächen wachsen weltweit, besonders in den asiatischen Ländern. Neue Produkte sind gefragt.

Der größte Anbaubetrieb im Landkreis ist die 1993 in Petzow gegründete Christine Berger GmbH, wo auf 150 Hektar Sanddorn angebaut wird.

Die Verbreitung der Sanddornfliege, mit der Sanddorn-Anbauer zunehmend zu kämpfen haben, bereitet auch den Schmerwitzern zunehmend Sorge. „Als zertifizierter Bioanbaubetrieb können wir schließlich nicht einfach die selben Mittel einsetzen, wie sie im konventionellen Anbau verwendet werden“, sagt Neumann. Auch wenn die jüngste Überprüfung durch den Pflanzenschutzdienst aus Frankfurt/Oder ergab, dass Schmerwitz noch nicht betroffen ist, sieht Rita Neumann die genannte Fliege als Problem. Die seit Jahren angedachte Ausweitung der Anbaufläche liegt so lange auf Eis, bis man sicher weiß, mit welchen biologisch vertretbaren Methoden sich die Fliege im Fall der Fälle im Zaum halten ließe.

Ganze Äste werden schockgefrostet

Mit dem Verladen der samt Beeren abgeschnittenen Äste ist in Schmerwitz die Sanddorn-Saison beendet. Die Weiterverarbeitung erfolgt innerhalb des Firmenverbundes. Nach dem Schockfrosten können die Beeren verlustfrei abgeschlagen und weiterverarbeitet werden. Zu den Hauptabnehmern gehört die Sanddorn-GbR Herzberg, die aus den Früchten nicht nur Säfte und Likör, sondern auch Öle und Pulver für die Pharma- und Kosmetikindustrie herstellt.

Von Uwe Klemens

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