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Potsdam-Mittelmark Premiere mit viel Spaß und 24 Leichen
Lokales Potsdam-Mittelmark Premiere mit viel Spaß und 24 Leichen
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15:34 09.11.2017
Mordlust aus Nächstenliebe: Die Schwestern Abbey (Ortrud Meyhöfer; links) und Martha Brewster (Marlies Hanowski). Quelle: Dieter Herrmann
Michendorf

So viel kann man schon jetzt versprechen: Es wird ein Mordsspaß! Die neue Inszenierung der Kleinen Bühne Michendorf hat jedenfalls alles zu bieten, was man dafür braucht: Eine Menge spielfreudiger Schauspieler, einen hauseigenen Frauenchor, Bläser aus Wilhelmshorst, mindestens 24 Leichen und danach gibt’s ein Buffet.

Das Ensemble probt momentan täglich, um am Freitagabend zur bereits ausverkauften Premiere ein Meisterwerk schwarzen Humors unter Regie von Christine Hofer auf die Bühne im Michendorfer Gemeindezentrum zu bringen. In der weltberühmten Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird der einheimische Theatergast wieder viele bekannte Gesichter sehen – ein Markenzeichen der Kleinen Bühne, die ihren Charme auch daraus zieht, dass man manchmal den Nachbarn in einer neuen Rolle zu sehen bekommt. Erstmals spielt sogar ein echter Ortsvorsteher aus der Heimatgemeinde mit: Udo Reich, der Ortsbürgermeister von Stücken, hat eine Gastrolle für das Finale dieses Krimis übernommen, bei dem die liebenswerten Schwestern Abbey und Martha Brewster es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, alte und einsame Herren ins Jenseits zu befördern – aus reiner Nächstenliebe! Die mordenden Damen, die aus Mitleid einsame Männer in ihr Haus locken und sie mit einer Mischung aus Wein, Arsen, Strychnin und Zyankali um die Ecke und damit dem lieben Gott ein Stück näher bringen, sehen sich selbst nicht als Mörderinnen. „Der Tod hat hier einen guten Zweck“, sagt Ortrud Meyhöfer, die Vorsitzende des Theatervereins der Kleinen Bühne, die im Stück in einer Hauptrolle selbst auf der Bühne steht – als Abbey Brewster.

Geprobt wird für die geplanten zehn Vorstellungen in neuen Räumen. Die Kleine Bühne kann seit September den früheren Veranstaltungssaal des einstigen Sensconvent-Hotels in Michendorf als Proberaum nutzen. Wo früher die Hotelgäste Silvester feierten, wird nun mit dem Segen des Landkreises Potsdam-Mittelmark, dem das Ex-Hotel inzwischen gehört, an Gestik und Mimik für den großen Auftritt gefeilt. Von Regisseurin Christine Hofer kommen dann auch mal solche Hinweise: „Jetzt spielst du gerade Ortrud.“ Ortrud Meyhöfer ist von ihrem Wesen „sehr fidel und agil“, sagt die Regisseurin. „So ein Tantchen muss man etwas reduzieren.“ Mit dann etwas gezügelten Temperament zeigt die Chefin der Kleinen Bühne ihre Wandlungsfähigkeit. Nach der Liebhaberin im Einakter „Die Hochzeit“ spielt sie in der neuen Inszenierung die naive, liebevolle Tante, die mit Lust Menschen ins Jenseits befördert. Angefangen hat es bei ihr mit Lesungen – bis Christine Hofer fragte: „Hast du nicht mal Lust, auf der Bühne zu stehen?“ Hatte sie. „Wenn man vor 80 Kollegen und fast 1000 Schülern keine Angst hat, hat man auch keine Furcht, auf der Bühne zu stehen“, sagt Ortrud Meyhöfer. Die Wilhelmshorsterin war Leiterin der Potsdamer Voltaire-Schule und unterrichtete im Fach Deutsch. „Als Schulleiterin ist man Mutter, Therapeut und Lehrer. Man musste also auch mehrere Rollen drauf haben und trotzdem authentisch bleiben“, sagt sie.

Einige ihrer Fans aus Schulzeiten sind jetzt Stammgäste bei Aufführungen der Kleinen Bühne. Wenn ein Stück mit der einstigen Schuldirektorin Premiere hat, sitzen ehemalige Schülerinnen und auch Kollegen im Saal. Ihre frühere Sekretärin in der Voltaire-Schule kommt fast zu jeder Vorstellung oder Lesung nach Michendorf.

In der neuen Aufführung „bleiben wir inhaltlich nah an der Geschichte“, sagt Christine Hofer. In der Michendorfer Version hat sie aber versucht, viel Gesang und Tanz mit einzubauen. „Dafür haben wir unseren Fan-Club, die singenden Damen, wieder aktiviert.“ Die Frauen sind Fanclub und Theaterchor zugleich. Mit anderen Akteuren der Kleinen Bühne reisen sie gern mal dorthin, wo Kleine-Bühne-Regisseurin Christine Hofer auch noch Stücke inszeniert – zum Beispiel zum Theatersommer in Netzeband. „Das ist ein riesengroßes Vergnügen, dass man seine eigene kleine Theatergemeinde hat“, sagt die Regisseurin. Sie sieht es als Vorteil an, „dass wir kein kommerzielles Theater und damit unabhängig sind und sagen können: Wir müssen nicht unbedingt ausverkauft sein.“ Es werden nicht nur „Schenkelklopfer“ aufgeführt, sagt Vereinschefin Ortrud Meyhöfer. Fürs nächste Jahr wollen die Leute von der Kleinen Bühne Michendorf die sozialkritische Komödie „In alter Frische“ aufführen und „Shakespeares sämtliche Werke in 90 Minuten“ präsentieren. Shakespeare soll in allen Michendorfer Ortsteilen aufgeführt werden – als Open-Air-Theater. „Die Kleine Bühne ist dann auf Tour. Wir sind ja erprobt darin“, sagt die Regisseurin.

Premiere ist schon ausverkauft

Die Premiere für die Inszenierung der Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring am Freitagabend, 19.30 Uhr, ist bereits ausverkauft.

Die nächste Chance, das Stück in einer Inszenierung der Regisseurin Christine Hofer zu sehen, haben Theaterfreunde am Samstag, dem 11. November, 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, dem 12. November, 17 Uhr.

Weitere Aufführungen sind am 17., 18. und 19. November geplant.

Auch im Dezember ist die Kriminalkomödie zu sehen: am 15., 16., 17. und am 29.Dezember.

In Michendorf gibt es seit Ende 2014 zwei Theaterszenen: Die Kleine Bühne Michendorf und die Volksbühne Michendorf. Die Volksbühne hat ein eigenes Theaterhaus in der Potsdamer Straße, das Theatermäzen Siegfried Patzer geschaffen hat.

Alle Aufführungen der Kleinen Bühne finden jetzt im Michendorfer Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“, Potsdamer Straße 64, statt.

Karten für das neue Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ gibt es in der Michendorfer Post, Potsdamer Straße 34, oder unter Telefon: 01577/572 79 27.

Von Jens Steglich

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