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Presslufthammerharte Männerfastnacht

Dahnsdorf Presslufthammerharte Männerfastnacht

Die Begründer der Dahnsdorfer Männerfastnachtstradition dürfen stolz auf ihre Nachkommen sein. Im Gasthaus Drei Linden zeigten sie den Gästen, wie Fastnacht geht.

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Altes Eisen? Fehlanzeige! Egal ob mit oder ohne Bierbauch – auch die Männer verwöhnten ihr Publikum mit akrobatischen Showeinlagen.

Quelle: Uwe Klemens

Dahnsdorf. Die Geburtsstunde der Dahnsdorfer Männerfastnacht ist 45 Jahre her. Wie es sich für eine Mittvierzigerin gehört, ist sie noch immer gut in Schuss, wie sie am vergangenen Wochenende im voll besetzten Drei-Linden-Gasthaus erneut unter Beweis stellte. Eingefleischte MFC-Fans und zum Teil von weither angereiste Fastnachtsneulinge liefen zusammen mit den rund 50 Akteuren auf und hinter der Bühne zur Hochform auf.

Fünf Stunden Show-Programm

Schon vor Beginn des rund fünfstündigen Showprogramms hatte Moderator Ralf Kühne das Publikum auf den aktuellen Schlachtruf „45 Jahre Männerfastnacht Dahnsdorf“ eingeschworen. Der lauteste Tisch, so sein am Ende mit einer Tüte Gummibärchen eingelöstes Versprechen, dürfe sich auf eine ganz besondere Überraschung freuen. Die Ausgabe hätte er sich sparen können, denn auch ohne Zielprämie wäre es im Saal wahrscheinlich kaum leiser gewesen.

Stilecht mit Sonnenschirm und Petticoat

Stilecht mit Sonnenschirm und Petticoat.

Quelle: Uwe Klemens

Der Mix aus traditionellen Fastnachtsbräuchen, wie etwa das Antanzen durch das Platzmeisterpaar Petra und Roland Strehle, und kunterbuntem Faschingsgaudi ist das bewährte Geheimrezept der Dahnsdorfer, das die Kinder, Enkel und inzwischen sogar Urenkel der einstigen Festgründer mit Hingabe, Kreativität, Witz und akrobatischem Ganzkörpereinsatz zelebrieren. Im Rampenlicht laufen die Dreijährigen in der Kindertanzgruppe ebenso zur Hochform auf, wie die reiferen Jahrgänge. Süße Teens im Blümchenkleid und mit Elvis-Tolle als Rock’n’Roller zu erleben, macht ebenso viel Vergnügen, wie den Männerfastnachtsmiezen und der Herrenriege bei ihren flotten Tanzeinlagen auf die Füße zu schauen. Keine der Darbietungen kam dabei ohne Zugabe von der Bühne. Dass der Moderator nach jeder Nummer jeden Darsteller dem Publikum vorstellte, verleiht der Show eine ganz persönliche Note.

Der Verzicht auf politische Korrektness ist das Markenzeichen des angeblichen Geschichtsprofessors Dr. G. Ulscht, der blödelnd über die deutsche Bundespolitik, den IS, die Bundeswehr und mühsam erstrittene Frauenrechte herzieht. Dass es praktisch keinen Lebensbereich gibt, über den sich nicht irgendein schlüpfriger Witz generieren lässt, stellt Ingo Poschau alias Hugo unter Beweis. Dem Rekrutenalltag in der heutigen Bundeswehr widmen die Dahnsdorfer dann auch eine köstlich in Szene gesetzte Parodie.

Besucher reisen 350 Kilometer nach Dahnsdorf

Bevor der MFC samt Annemarie-Polka zum großen Finale schreitet, überreicht Moderator Ralf noch die letzten, versprochenen Gutscheine. Der für die weiteste Anreise geht an einen Gast aus Minden, der beteuert, die 350 Kilometer Anfahrt keinesfalls zu bereuen und im nächsten Jahr wieder zu kommen. Bei der Ermittlung des lautesten Tisches gibt’s eine kleine Überraschung. Ausgerechnet der Tisch, den Ralf Kühne vorab mit der Lautstärkemesser-App auf seinem Smartphone als müdesten Tisch ermittelt hatte, macht beim Wertungs-Gejohle dann mit presslufthammerharten 83 Dezibel das Rennen und gewinnt die Lachgummi-Tüte. So geht Fastnacht. Am kommenden Wochenende gibt’s noch einmal zwei Vorstellungen.

Von Uwe Klemens

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