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Profis sollen seriösen Burgpächter finden

Raben Profis sollen seriösen Burgpächter finden

Nach seiner überraschenden Kündigung des Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein (AAfV) Potsdam-Mittelmark als Pächter der Burg Rabenstein ist nun guter Rat teuer. Denn die Amtsverwaltung Niemegk und die Gemeinde Rabenstein/Fläming als Eigentümerin der Burg wollen Experten engagieren, um bei der Suche nach einem seriösen Nachfolger nicht reinzufallen.

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Blick ins Ungewisse: Für die Burg Rabenstein sucht die Gemeinde jetzt einen neuen Pächter.

Quelle: Thomas Wachs

Raben. Guter Rat ist nun teuer. Externes Fachwissen soll dabei helfen, für die Burg Rabenstein einen neuen und vor allem wieder seriösen Pächter zu finden. Dafür haben die Gemeindevertreter von Rabenstein/Fläming in ihrer Sitzung am Dienstagabend eine Sonderausgabe aus dem kommunalen Haushalt einstimmig gebilligt. Maximal 15 000 Euro soll Niemegks Amtsdirektor, Thomas Hemmerling, ausgeben dürfen, um eine Consulting-Firma zu beauftragen. „Wir sind alle keine Gastronomen, um solch ein Projekt fachkundig bewerten zu können“, so Hemmerling.

Vertrag sollte 33 Jahre laufen

Wie berichtet, hatte der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein (AAfV) Potsdam-Mittelmark seinen eigentlich noch bis in Jahr 2031 geschlossenen Pachtvertrag für die Festung nach wenig mehr als der Hälfte der Laufzeit überraschend zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Angesichts der kürzlich erlangten Gemeinnützigkeit, passen nun mit Risiken behafteten Geschäfte nicht mehr ins Konzept.

Standsicherheit gefährdet

Größere Sicherungsarbeiten an der Burg Rabenstein erfolgten zuletzt im Jahr 1996.

Damals wurden der Stützpfeiler der Mauer saniert. Geld für die Sanierung von Rissen in der Mauer und für die Sanierung des Burgfriedes standen nicht zur Verfügung.

Eine Begehung im Frühjahr mit Denkmalschutzbehörden ergab nun, dass diese Sicherungsarbeiten überfällig sind. Die Standsicherheit sei in einigen Bereichen nicht mehr gegeben.

Investiert werden sollen daher nächstes Jahr nun knapp 117 000 Euro für diverse Sicherungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Burg.

Dafür könnte die Gemeinde über die Lokale Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG) ein Förderung für 75 Prozent der Kosten erhalten. Das wären rund 87 500 Euro. Als Eigenanteil verbleiben knapp 30 000 Euro.

Daher geht es für die Gemeinde als Eigentümerin der Burg nun zunächst darum, den bisherigen Vertrag aufzulösen und die Vermögenswerte am Inventar zwischen ihr und dem Verein als bisherigem Nutzer, der auch in die Ausstattung investiert hatte, aufzuteilen. Noch in diesem Monat ist eine große Inventur geplant. Danach muss dann eine Ausschreibung für einen Vertrag mit einem neuen Pächter vorbereitet werden. Dabei sollen die Experten helfen. „Immerhin hat ja noch niemand von uns schon mal eine ganze Burg verpachtet“, sagte Rabensteins Bürgermeister, Ralf Rafelt. Sein Ziel sei es, „die Burg als Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen weiterhin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Einen Verkauf oder eine ausschließlich private Nutzung lehnt der Gemeindechef jedoch bereits jetzt ab. Er sieht gar die Chance, neue Ideen umzusetzen und womöglich auch die Scheune auf dem Burghof stärker zu nutzen.

Auch am markanten Burgturm gibt es Sanierungsbedarf

Auch am markanten Burgturm gibt es Sanierungsbedarf.

Quelle: Thomas Wachs

„Uns geht es darum, schon in der Ausschreibung den Rahmen für eine langfristige Vertrauensbasis mit einem neuen Pächter abzustecken“, sagte Thomas Hemmerling vor den Gemeindevertretern. „Wir wollen keine schwarzen Schafe in der Branche wecken und Situationen wie in Bad Belzig vermeiden, wo Vertragsstreitigkeiten um die Burg auch vor Gericht gelandet sind“, so der Amtsdirektor. Ihm schwebt Anfang September eine Sondersitzung der Gemeindevertreter vor, um über die Abwicklung und die Schritte zur Neuvergabe zu entscheiden.

Beratungskosten bereiten Bauchschmerzen

Bauchschmerzen bereitet einigen Abgeordneten dennoch die jetzt für die externe Beratung veranschlagte Summe. „Das ist ja deutlich mehr als unsere jährliche Pachteinnahme“, sagte Andreas Grünthal aus Garrey. Aktuell nimmt die Gemeinde jährlich 12 000 Euro Pacht für das Ensemble ein. Bernd Moritz aus Rädigke zeigte sich verwundert, „dass der AAfV aus dem auf 33 Jahre geschlossenen Vertrag so einfach aussteigen konnte“.

Bei der neuen Verpachtung sollte auch über höhere Einnahmen verhandelt werden, forderten einige Gemeindevertreter. Immerhin muss die Gemeinde für den Unterhalt des historischen Gemäuers aufkommen. Aktuellen stehen Ausgaben im Umfang von knapp 117 000 Euro für baulich Sicherungsarbeiten an.

Von Thomas Wachs

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