Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Programm gegen Raser

Nuthetal schnürt Verkehrspaket Programm gegen Raser

Nuthetal will für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. So soll unter anderem das Wohnviertel „Am kurzen End“ den Status einer Spielstraße bekommen, wie der Volksmund verkehrsberuhigte Bereiche nennt, in denen Schritttempo zu fahren ist. Um das Programm gegen Raser umsetzen zu können, braucht die Gemeinde allerdings noch einen entscheidenden Verbündeten.

Nuthetal 52.3236954 13.1410803
Google Map of 52.3236954,13.1410803
Nuthetal Mehr Infos
Nächster Artikel
Keine Angst vor verrückten Ideen

Noch weist nur ein selbstgebasteltes Schild darauf hin, dass im Viertel „Am Kurzen End“ Kinder wohnen und spielen. Gehwege gibt es dort keine.

Quelle: Jens Steglich

Nuthetal. Die Gemeinde Nuthetal will mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen die Sicherheit vor allem für Kinder, Senioren und Radfahrer erhöhen. So soll das Wohnviertel „Am kurzen End“ in Bergholz-Rehbrücke komplett in einen verkehrsberuhigten Bereich verwandelt werden, in dem Autofahrer dann nur noch Schritttempo fahren dürften. Im Volksmund werden solche Bereiche auch Spielstraßen genannt. Zudem plant Nuthetal die Ausweitung der Tempo-30-Gebiete und will entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Wilhelm-Busch-Straße und die Schlüterstraße beantragen. Für letztere Straße gilt zwar schon Tempo 30, aber nur werktags von 6 bis 20 Uhr. Dabei ist in der Schlüterstraße an den Wochenenden besonders viel los, wenn die Nutzer der dortigen Reiterhöfe unterwegs sind. Die Gemeinde will deshalb eine Aufhebung der zeitlichen Begrenzung erwirken. Auch vor den beiden Kindergärten in der Arthur-Scheunert-Allee und in der Straße Am Rehgraben, wo eine Seniorenresidenz gebaut wird und bereits Wohngebäude mit altersgerechten Quartieren entstanden sind, sollen Autofahrer auf die Bremse drücken. Die Gemeinde kann sich hier auf eine neue Verordnung der Bundesregierung berufen, die es deutlich erleichtert, vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen nun auch an Durchgangsstraßen Tempo 30 zu verhängen (siehe Info-Kasten).

Zum Verkehrspaket, das aus den verschiedenen Fraktionsanträgen geschnürt werden soll, gehört auch der Plan, die Geschwindigkeit für Lastwagen in der gesamten Ortslage Saarmund auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Ausgenommen werden soll davon nur die Ortsumgehungsstraße. Damit will die Gemeinde auf den zunehmenden Lkw-Verkehr in Saarmund reagieren.

Der Hauptausschuss hat dem Sicherheitspaket am Dienstagabend bereits zugestimmt. Die Gemeindevertretung entscheidet am 7. März, Gegenwind ist dort nicht zu erwarten. Allerdings ist die Kommune von der Unteren Verkehrsbehörde abhängig, die über die Anträge entscheidet. Die Gemeinde hat aber gute Argumente für ihre Vorstöße. Zum Beispiel für das Wohnviertel „Am kurzen End“, das zur verkehrsberuhigten Zone werden soll. Dort gibt es keine Gehwege, die Haustüren führen direkt auf die Straße und es wohnen viele Kinder dort, die mit Roller und Dreirad unterwegs sind. „Nach wie vor jagen manche Autofahrer wie die Idioten um die Ecke“, sagte Anwohner Detlef Schulze, der die Forderung nach Einrichtung einer Spielstraße mit unterschrieben hat.

Insgesamt 38 Familien haben sich in die Unterschriftenliste eingetragen. „Nachmittags, wenn die kleinen Kinder aus der Grundschule kommen, spielen sie vor allem am Kreisverkehr. Sie verstecken sich dort oft zwischen den Sträuchern oder bemalen mit Kreide die Straße“, erzählte Lilly (13). „Kinder, die in dem Wohngebiet spielen, haben keine Möglichkeit, auf Gehwege auszuweichen“, warnte Rehbrückes Ortsvorsteherin Annerose Hamisch-Fischer (Linke/Grüne), deren Fraktion den Antrag einbrachte.

Neue Bundesverordnung

Vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen kann nun auch auf Durchgangsstraßen leichter Tempo 30 verhängt werden. Das ermöglicht eine Verordnung der Bundesregierung, die Ende 2016 in Kraft trat.

Anders als bisher muss nicht mehr erst nachgewiesen werden, dass solche sensiblen Stellen Unfallschwerpunkte sind, um Kinder und Senioren besonders zu schützen.

Die SPD schlug im Hauptausschuss deshalb vor, auch für die Bereiche an den beiden Kitas in der Scheunertallee Tempo 30 zu beantragen. Der Antrag auf Tempo 30 für Laster in Saarmund, für Schlüter- und Busch-Straße sowie für die Straße Am Rehgraben brachten BFN/BON/FFW und die Links-Grüne-Fraktion ein.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg