Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Programm gegen Raser
Lokales Potsdam-Mittelmark Programm gegen Raser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 08.02.2017
Noch weist nur ein selbstgebasteltes Schild darauf hin, dass im Viertel „Am Kurzen End“ Kinder wohnen und spielen. Gehwege gibt es dort keine. Quelle: Jens Steglich
Anzeige
Nuthetal

Die Gemeinde Nuthetal will mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen die Sicherheit vor allem für Kinder, Senioren und Radfahrer erhöhen. So soll das Wohnviertel „Am kurzen End“ in Bergholz-Rehbrücke komplett in einen verkehrsberuhigten Bereich verwandelt werden, in dem Autofahrer dann nur noch Schritttempo fahren dürften. Im Volksmund werden solche Bereiche auch Spielstraßen genannt. Zudem plant Nuthetal die Ausweitung der Tempo-30-Gebiete und will entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Wilhelm-Busch-Straße und die Schlüterstraße beantragen. Für letztere Straße gilt zwar schon Tempo 30, aber nur werktags von 6 bis 20 Uhr. Dabei ist in der Schlüterstraße an den Wochenenden besonders viel los, wenn die Nutzer der dortigen Reiterhöfe unterwegs sind. Die Gemeinde will deshalb eine Aufhebung der zeitlichen Begrenzung erwirken. Auch vor den beiden Kindergärten in der Arthur-Scheunert-Allee und in der Straße Am Rehgraben, wo eine Seniorenresidenz gebaut wird und bereits Wohngebäude mit altersgerechten Quartieren entstanden sind, sollen Autofahrer auf die Bremse drücken. Die Gemeinde kann sich hier auf eine neue Verordnung der Bundesregierung berufen, die es deutlich erleichtert, vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen nun auch an Durchgangsstraßen Tempo 30 zu verhängen (siehe Info-Kasten).

Zum Verkehrspaket, das aus den verschiedenen Fraktionsanträgen geschnürt werden soll, gehört auch der Plan, die Geschwindigkeit für Lastwagen in der gesamten Ortslage Saarmund auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Ausgenommen werden soll davon nur die Ortsumgehungsstraße. Damit will die Gemeinde auf den zunehmenden Lkw-Verkehr in Saarmund reagieren.

Der Hauptausschuss hat dem Sicherheitspaket am Dienstagabend bereits zugestimmt. Die Gemeindevertretung entscheidet am 7. März, Gegenwind ist dort nicht zu erwarten. Allerdings ist die Kommune von der Unteren Verkehrsbehörde abhängig, die über die Anträge entscheidet. Die Gemeinde hat aber gute Argumente für ihre Vorstöße. Zum Beispiel für das Wohnviertel „Am kurzen End“, das zur verkehrsberuhigten Zone werden soll. Dort gibt es keine Gehwege, die Haustüren führen direkt auf die Straße und es wohnen viele Kinder dort, die mit Roller und Dreirad unterwegs sind. „Nach wie vor jagen manche Autofahrer wie die Idioten um die Ecke“, sagte Anwohner Detlef Schulze, der die Forderung nach Einrichtung einer Spielstraße mit unterschrieben hat.

Insgesamt 38 Familien haben sich in die Unterschriftenliste eingetragen. „Nachmittags, wenn die kleinen Kinder aus der Grundschule kommen, spielen sie vor allem am Kreisverkehr. Sie verstecken sich dort oft zwischen den Sträuchern oder bemalen mit Kreide die Straße“, erzählte Lilly (13). „Kinder, die in dem Wohngebiet spielen, haben keine Möglichkeit, auf Gehwege auszuweichen“, warnte Rehbrückes Ortsvorsteherin Annerose Hamisch-Fischer (Linke/Grüne), deren Fraktion den Antrag einbrachte.

Neue Bundesverordnung

Vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen kann nun auch auf Durchgangsstraßen leichter Tempo 30 verhängt werden. Das ermöglicht eine Verordnung der Bundesregierung, die Ende 2016 in Kraft trat.

Anders als bisher muss nicht mehr erst nachgewiesen werden, dass solche sensiblen Stellen Unfallschwerpunkte sind, um Kinder und Senioren besonders zu schützen.

Die SPD schlug im Hauptausschuss deshalb vor, auch für die Bereiche an den beiden Kitas in der Scheunertallee Tempo 30 zu beantragen. Der Antrag auf Tempo 30 für Laster in Saarmund, für Schlüter- und Busch-Straße sowie für die Straße Am Rehgraben brachten BFN/BON/FFW und die Links-Grüne-Fraktion ein.

Von Jens Steglich

Bäckermeister Holger Schüren aus Bergholz-Rehbrücke bangt um seine „Kleine Backstube“. Das Haus an der Arthur-Scheunert-Allee wurde im Dezember des vorigen Jahres an einen neuen Eigentümer verkauft. Die Kleinmachnower Wohnungsgesellschaft, die auch in Nuthetal Häuser verwaltet, wollte das Haus nicht übernehmen, um die Bäckerei zu sichern.

08.02.2017

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist die Zahl der Kindeswohlgefährdungen anhaltend hoch. Nach Angaben von Jugendamtsleiter Bodo Rudolph registrierte die Behörde im zurückliegenden Jahr 160 Kindesmisshandlungen. Teamleiter Klaus Rajes beschreibt auch bedrückende Grauzonen bei drohendem Kindesmissbrauch.

11.02.2017
Potsdam-Mittelmark Gedenkspaziergang zum 80. Geburtstag - Ein Krug weist den Weg zu Manne Krugs Grab

Am 8. Februar wäre Manfred Krug 80 Jahre alt geworden. Grund, zu einem Gedenkspaziergang zu seinem Grab auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf. 20 Fans und Bewunderer folgten Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt zu der unter einer stämmigen Kiefer versteckten letzten Ruhestätte des beliebten Schauspielers und Sängers.

08.02.2017
Anzeige