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Protest gegen Kita-Pläne des Bürgermeisters

Engpass in Kitas: Kinder sollen in die Schule ziehen – die Eltern sind dagegen Protest gegen Kita-Pläne des Bürgermeisters

In der Gemeinde Seddiner See fehlen Kita-Plätze. Um das Problem kurzfristig zu lösen, sollen 30 bis 40 ältere Kita-Kinder mit in der Grundschule untergebracht werden. Gegen den Plan des Bürgermeisters hat sich jetzt allerdings massiver Widerstand formiert. Bei einer Informationsveranstaltung gingen die Eltern auf die Barrikaden.

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In der Gemeinde fehlen vor allem Krippenplätze für die Jüngsten.

Quelle: dpa

Seddiner See. Gegen die Pläne des Bürgermeisters, wegen der Engpässe in den Kindereinrichtungen der Gemeinde Seddiner See die älteren Kita-Kinder in der Grundschule unterzubringen, hat sich massiver Elternprotest formiert.

Bei einer Info-Veranstaltung am Montagabend war der Saal voll und der Tenor unter den etwa 120 Leuten eindeutig. Hätten sie abgestimmt, der Verwaltungsvorschlag wäre durchgefallen. Wie berichtet, gibt es in der Gemeinde lange Wartelisten für einen Kita-Platz. Die Rede ist von 25 Kindern, für die derzeit kein Platz zur Verfügung steht, obwohl deren Eltern einen Rechtsanspruch darauf haben. Es fehlen vor allem Plätze für die Jüngsten – 21 Krippenkinder mit Rechtsanspruch sind ohne Betreuungsplatz. Um schnell Abhilfe zu schaffen, prüfte die Verwaltung vier Varianten. Die von ihr nun bevorzugte Option sieht vor, 30 bis 40 Vorschulkinder aus den Kitas in der Neuseddiner Schule unterzubringen – laut Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) in einem separaten Bereich gegenüber dem Speisesaal. Ein Teil der freiwerdenden Kita-Plätze soll dann in Krippenplätze umgewandelt werden. Zinke sprach von der schnellsten und preiswertesten Variante, die Eltern sahen das anders. „Es fehlen Krippenplätze. Um die zu schaffen, haut man mehr als nötig durcheinander. Man greift in die Kita, in den Hort und in die Schule ein, reißt Kita-Gruppen auseinander und Kinder aus ihrem Umfeld“, so Beatrice Kirchhof. Die Mehrheit der Eltern plädiert für einen Container an der Kita. „Dort könnten Krippenplätze entstehen. Alles andere bliebe beim Alten und die Kinder in ihrem Umfeld“, so Kirchhof. Zu den Container-Kosten gab es unterschiedliche Angaben. Die Verwaltung nannte 750 000 Euro. Eine Mutter hatte indes ein Angebot für 160 000 Euro recherchiert. Der Bürgermeister bekannte am Ende, er habe nicht mit diesem Widerstand gerechnet. Er werde der Gemeindevertretung vorschlagen, eine Entscheidung zurückzustellen. Alles soll nochmals auf den Prüfstand, auch bisher ungeprüfte Optionen aus der Elternschaft. Kathrin Menz (Linke), Chefin der Gemeindevertretung, regte an, die 70 000 Euro, die im Nachtragsetat für die von der Verwaltung favorisierte Lösung beschlossen werden sollten, mit Sperrvermerk zu versehen und damit unter Vorbehalt einer späteren Entscheidung zu stellen. Weil die Zeit im Nacken sitzt, könne Ende Mai in einer Sondersitzung entschieden werden.

Von Jens Steglich

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