Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Protest gegen den Umzug einer Kita-Gruppe
Lokales Potsdam-Mittelmark Protest gegen den Umzug einer Kita-Gruppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 21.02.2018
Die Caputher Kindertagesstätte braucht dringend mehr Platz für die neuen Krippenkinder – die Schule hat aber auch Platznot. Quelle: Friedrich Bungert
Caputh

Mit jedem Tag, der vergeht, wächst der Druck. Wenn im August die nächsten Krippenkinder eingewöhnt werden, muss die Gemeinde Schwielowsee eine Lösung für die Platznot im Caputher Kindergarten gefunden haben. Schafft sie das nicht, drohen Klagen der Eltern. Im Rathaus wurde hinter verschlossener Tür in den zurückliegenden Monaten an einer Idee gefeilt. Demnach könnte die Gruppe der ältesten Kita-Kinder zum 1. August provisorisch in das Obergeschoss der Albert-Einstein-Grundschule Caputh ziehen. So würden sie 39 Plätze für die Jüngsten in der Kita schaffen. Die Elternvertreter der Schule beunruhigen diese Pläne. Bei der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwochabend in Ferch äußerten sie ihre Sorgen. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) sieht keine realisierbaren Alternativen.

„Wir haben nichts gegen kleine Kinder, aber wir denken, dass es den Schulbetrieb stört“, sagte eine besorgte Elternvertreterin. Die Schule habe selbst mit Raumnot zu kämpfen. Käme jetzt eine Kita-Gruppe dazu, sei dies für Schüler und Lehrer eine große Herausforderung. „Die Schule bietet etwas, das es nicht mehr überall gibt. Wir haben kaum Stundenausfälle, weil noch alles abgedeckt wird. Wir wollen diesen attraktiven Standort nicht verlieren“, erklärt die Caputherin. Uwe Mertens, ebenfalls Elternvertreter, fragte, welche Alternativen die Gemeinde geprüft hat. Kerstin Hoppe zufolge stand zur Debatte, den ehemaligen Edeka-Markt zu kaufen, das Sportgebäude tagsüber zu nutzen, im Bürgerhaus unterzukommen oder Container aufzustellen.

Schule hat sich noch nicht geäußert

Für die Containerlösung seien mehrere Flächen, etwa in der Seestraße, geprüft worden. „Eine Kosten-Nutzen-Rechnung hat ergeben, dass die Auslagerung in die Schule ideal ist“, sagte die Bürgermeisterin. Uwe Mertens wollte wissen, warum das so bisher nicht kommunziert wurde. „Die Schule sollte eine Chance haben, es sich in Ruhe zu überlegen. Wir sind der Meinung, dass die Qualität des Unterrichts nicht darunter leiden muss“, so Kerstin Hoppe.

Die Vorschulkinder sollen ihr Provisorium im Obergeschoss von Haus IV finden, das ursprünglich als Hort genutzt wurde und ohnehin getrennt vom Schulbetrieb sei. Schulleiterin Cathrin Rudzinski hat sich bislang noch nicht dazu geäußert. Winnie Berlin (Grüne) forderte die Verwaltung auf, bis zur Gemeinderatssitzung am 28. Februar eine Stellungnahme der Schule einzuholen. „Die Schule muss sagen, ob das machbar ist oder nicht“, so die Fraktionsvorsitzende.

Hauptausschuss stimmte für den Beschluss

Die Bürgermeisterin versuchte in der Diskussion mit den Eltern deutlich zu machen, wie sehr die Gemeinde durch die 40-prozentige Abweichung der Zahlen im Kita-Bedarfsplan des Kreises in der Klemme steckt. Im März würden bereits erste Bescheide der Rechtsanspruchsprüfungen verschickt. Kommen die Gemeinde und die Eltern mit dem Zeitpunkt der Aufnahme und Eingewöhnung des Kindes nicht überein, drohen Schadenersatzklagen. Wie berichtet, klagte sich eine Familie im vorigen Jahr einen Kita-Platz in Caputh ein. Ein Problem, das jetzt noch hinzukommt: Umliegende Kommunen wie Potsdam haben aus eigener Not angekündigt, keine Kinder aus Schwielowsee mehr zu betreuen. 2017 wurden durchschnittlich 70 Kinder in Kitas außerhalb der Gemeinde betreut. In Potsdam kamen zum Beispiel 37 Kinder aus Geltow unter. Im Gegenzug hat Schwielowsee 24 Kita-Kinder von außerhalb aufgenommen.

Tamara Fahry-Seelig (Bürgerbündnis) zog angesichts dessen ihren Antrag zurück, der darauf abgezielt hätte, die Beschlussvorlage zurückzuziehen und in den Fachausschuss zu geben. Die Mitglieder des Hauptausschusses gaben den Beschluss letztlich einstimmig zur Entscheidung an die Gemeindevertreter weiter. Einige stellten allerdings infrage, dass diese Lösung alternativlos ist. „Eigentlich befinden wir uns in einer schönen Situation, denn wir haben mehr Kinder. Ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen, aber das schaffen wir nur gemeinsam und nicht gegeneinander“, sagte Heiko Hüller (CDU/FDP/UBS). Zunächst sollte ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, auf den aufbauend noch über Details gesprochen werden kann.

Sozialausschuss soll trotzdem beauftragt werden

Ähnlich sieht es Roland Büchner vom Bürgerbündnis: „Mir reicht nicht aus, dass es alternativlos ist. Aber später darüber zu reden, bringt uns jetzt auch nicht weiter.“ Heide-Marie Ladner (SPD) schlug vor, den Beschluss so zu lassen und den Sozialausschuss damit zu beauftragen, die Meinung der Eltern trotzdem zu sammeln, zu filtern und an die Verwaltung weiterzugeben.

In Planung sind neue Kitas in Geltow und Caputh sowie ein Anbau an die Fercher Kita.

Schon einmal als Unterkunft genutzt

Zwischen Februar 2012 und Juni 2013 sind die Kindergarten-Kinder aus Ferch während des Neubaus ihrer Kita „Birkenhain“ auch schon in der Caputher Schule untergekommen.2010 hatte die Gemeinde in Ferch Container anmieten müssen, weil 50 Kita-Plätze fehlten.

Die Verwaltung schätzt, dass die Schule für zwei Jahre wieder zum Provisorium werden könnte. Bis zum Sommer sollen Experten in einer Machbarkeitsstudie herausfinden, wie die Caputher Schule perspektivisch erweitert werden könnte. Der Gemeinde sei bewusst, dass auch die Plätze an der Schule knapp werden, so Kerstin Hoppe. Möglich ist zum Beispiel, das Schulgebäude aufzustocken oder einen Anbau zu setzen.

Von Luise Fröhlich

In Michendorf hat sich eine neue Theatergruppe mit dem Namen „Die Michendorfer“ gegründet. Mit einem „Abend mit Herricht und Preil“ wollen sich die Laiendarsteller erstmals öffentlich dem Publikum vorstellen. Die Volksbühne Michendorf stellt ihr Haus für die Vorstellungen zur Verfügung. In diesem Jahr sollen sieben Aufführungen stattfinden.

15.02.2018
Potsdam-Mittelmark Roman einer 18-Jährigen aus Teltow - Fluch und Segen der Hellseherei

Celina Weithaas (18) aus Teltow schreibt Geschichten, seit sie 14 Jahre alt ist – den Stoff für ihren aktuellen Roman lieferten der Großvater und Freunde. Dabei geht es um eine Agentin, die übernatürliche Kräfte besitzt. Das klingt erst einmal gut – doch werden die Schattenseiten deutlich sichtbar.

19.02.2018
Potsdam-Mittelmark Teltower Aschermittwoch der Linken - Ein Reisfeld am Röthepfuhl

Der Aschermittwoch der Teltower Linken lieferte den zahlreichen Gästen Nachrichten, Kabarett und Gesang. Ein großes Thema war die neue Partnerstadt in China. Die Linken können sich nicht nur ein Reisfeld am Ruhlsdorfer Röthepfuhl vorstellen, auch andere Tricks will man sich von der 1,2 Millionen Einwohner starken Metropole abschauen.

19.02.2018