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Beelitz: Reiche sollen mehr für Kita zahlen

Eltern protestieren gegen neue Gebührenregel Beelitz: Reiche sollen mehr für Kita zahlen

In Beelitz (Potsdam-Mittelmark) wehren sich viele Eltern gegen die Neuordnung der Kita-Gebühren. Wer mehr verdient, soll mehr zahlen. Geringverdiener werden entlastet. Genau wegen dieser Umverteilung regt sich nun der Protest.

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Die Kinderbetreuung soll für Eltern mit höherem Einkommen deutlich teurer werden.
 

Quelle: dpa

Beelitz.  In Beelitz hat sich unter Eltern massiver Widerstand gegen die neuen Kita-Beitragsgebühren formiert. In der Kritik steht der Versuch der Stadt, die Gebührenlast deutlicher als bisher umzuverteilen. Eltern mit kleinerem Einkommen werden entlastet, Familien mit höherem Einkommen dafür belastet. Aus Sicht zahlreicher Eltern ist die Kommune dabei aber übers Ziel hinausgeschossen. Der Fichtenwalder Oliver Fuchs, Vater von zwei Kindern, spricht von zum Teil extremen Beitragserhöhungen. Ein Teil der Eltern müssten zwischen 30 bis 100 Prozent mehr zahlen. „Die Familien konnten sich nicht auf die deutlichen Steigerungen einstellen. Viele haben Häuser gebaut, sind damit Kredit-Verpflichtungen eingegangen und wissen jetzt nicht mehr, wie sie das finanziell leisten sollen.“, sagte Fuchs. Mit 200 Euro mehr im Monat für die Kinderbetreuung würden Budgetrechnungen über den Haufen geworfen, so Fuchs, der den Begriff der „Besserverdienendenden“ in dem Zusammenhang ablehnt. „In Fichtenwalde haben Familien gebaut, weil für sie Häuser in Potsdam und im Speckgürtel nicht bezahlbar waren.“ Erste Eltern hätten bereits Schritte unternommen, um die höheren Gebühren finanzieren zu können. Eine Mutter will in Teilzeit arbeiten und ihr Kind aus dem Hort nehmen. Sie müsste nach der neuen Beitragssatzung monatlich 206 Euro mehr als bisher für die vierstündige Hort-Betreuung ihres ersten Kindes und für die achtstündige Kita-Betreuung ihres zweiten Kindes zahlen. Er glaubt, „viele Abgeordnete haben die Brisanz der neuen Beitragstabellen nicht erkannt, als sie der Satzung zugestimmt haben“.

Landkreis profitiert

Nach Angaben der Stadt Beelitz werden mit der neuen Beitragssatzung in 33,5 Prozent der Fälle Eltern entlastet. 37 Prozent werden mit bis zu 40 Euro mehr im Monat belastet. Bei 21,8 Prozent sind es bis zu 100 Euro zusätzlich, bei 7,7 Prozent mehr als 100 Euro.

Von der Entlastung der Kleinverdiener profitiert freilich auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Von ihm stammt die Vorgabe an die Stadt, von Eltern mit einem Nettoeinkommen unter 1500 Euro nur noch 15 Euro für eine sechstündige Kita-Betreuung zu verlangen. Bisher lag der kleinste Kita-Beitrag in Beelitz bei 43,50 Euro.

 

Das hehre Anliegen führt dazu, dass Geringverdiener kaum mehr einen Anspruch auf Zuschüsse für ihren Kita-Beitrag haben. Diese Zuschüsse werden beim Jugendamt des Landkreises beantragt.

Die Stadt signalisiert unterdessen, dass die bereits beschlossene Satzung noch einmal unter die Lupe genommen werden soll. Bürgermeister Bernhard Knuth hält das Ansinnen, die unteren Einkommensgruppen zu entlasten, für den richtigen Schritt. Ob die damit einhergehenden Beitragserhöhungen für Eltern mit höherem Einkommen angemessen seien, komme aber auf den Prüfstand. „Wir werden versuchen, eine andere, verträglichere Lösung zu finden“, sagte er. „Wir möchten nicht, dass Eltern es sich nicht mehr leisten können und Kinder aus der Betreuung nehmen“, so Knuth.

Von Jens Steglich

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