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Potsdam-Mittelmark Publikum feiert den „Messias“
Lokales Potsdam-Mittelmark Publikum feiert den „Messias“
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12:11 10.12.2017
Steffen Löser (l.) und Christian A.Schnell haben die Volksbühne Michendorf auf Erfolgskurs gebracht. Quelle: Jens Steglich
Michendorf

Gut besucht war am Wochenende der Premierenabend von Patrick Barlows „Der Messias“. Das Konzept von Christian Schnell und Steffen Löser, dem neuen Führungsduo des Hauses mit ihrem Motto „Theater macht Spaß“, lockte bereits im ersten Jahr in einem Rekord über 4000 Besucher in die Michendorfer Volksbühne. Barlows Ulk auf die Weihnachtsgeschichte war so gesehen die ideale Wahl, passend sowohl zum Motto als auch zur Adventszeit.

Das ohnehin schmale Bühnenpersonal des Stückes dampfte Nicolai Tegeler in seiner ersten Regiearbeit fürs Theater weiter ein. So beginnt seine Inszenierung mit einer Hiobsbotschaft, als einer der beiden beteiligten Schauspieler, Theo (Simon David Altmann), vor den Vorhang tritt und erklärt, dass sein Partner und Kollege Bernhardt (Jens Ulrich Seffen) aus unerklärlichen Gründen fehlen würde. Um die Vorstellung zu retten, überredet er überfallartig die gerade eintreffende Erna (Tina-Nicole Kaiser), dessen Part zu übernehmen, da sie bei den Proben als Sängerin mitwirkte und daher Bernhardts Text kenne. Das ist insofern eine weitere Steigerung des ursprünglich geplanten Wahnwitzes, als die beiden Mimen vorhatten, zusammen die komplette Weihnachtsgeschichte mit allen erzählerischen Details und unzähligen Rollen beiderlei Geschlechts zu spielen.

Was dann das Publikum in der Folge auf der mit Lichterketten behängten Sternennachthimmelbühne (Gestaltung: Martin Riedl) zu sehen und zu hören bekommt, ist gewissermaßen eingedeutschter englischer Humor. Natürlich ist der auf die Spitze getriebene theatralische Minimalismus, den kompletten Geschichtenkanon des Messias, angefangen vom ersten Kennenlernen Marias und Josefs bis hin zu seiner Geburt mit nur zwei Darstellern anzugehen, an für sich schon Komik pur. Allerdings erwies sich schon beim ersten Kennenlernen von Maria und Josef ein Nachteil von Ernas Rollenübernahme. Bernhardts Abwesenheit bedeutete eben auch den Verzicht auf eine von einem Mann gespielte Maria.

Das Premierenpublikum aber blieb von solchen Überlegungen unbelastet. Es ließ sich sogar mühelos von den beiden verbliebenen Darstellern in das Geschehen auf der Bühne einbinden und protestierte bereitwillig und lautstark mit „Go home nach Rom!“-Rufen gegen die von der römischen Staatsmacht angeordnete Volkszählung. Zur allgemeinen Belustigung trugen aber auch diverse gezielt platzierte historische Ungenauigkeiten bei. So wechselten die beiden Darsteller minutenlang in die bajuwarische Mundart oder sie diskutierten kurz nach der Geburt des Heilands die Vorteile einer möglichst späten Abnabelung für eine stabile Mutterbindung des Säuglings.

Aufbauend für Erna war, dass sie bereits vor dem Schlussvorhang von Theo ein unschlagbare Kompliment erhielt, als er ihr zuraunte: Ich finde, dass du die Rolle der Maria viel besser spielst. Der so disqualifizierte verlustig gegangene Bernhardt tauchte abgehetzt dann doch noch im Saal auf, nur um den Schlussgag zu setzen. „Ich hab es endlich geschafft. Wir können loslegen!“ stammelte er und der Saal tobte.

Weitere Vorstellungen am 8., 9., 10., 15., 16., 17. und 26. Dezember.

Volksbühne meldet Publikumsrekord

Die Volksbühne Michendorf meldet einen Publikumsrekord: Erstmals seit der Eröffnung des Hauses im Herbst 2010 kamen mehr als 4000 Zuschauer.

Eigentlich hatte die Direktion diesen Rekord erst für das kommende Jahr anvisiert. Doch nun sei das Ziel bereits vor dem Ablauf des Jahres 2017 erreicht worden.

Einen regelrechten Run habe es auf das Kinderstück „Pinocchio“ gegeben, das mit einer Auslastung von 95 Prozent zu den erfolgreichsten Produktionen dieser Spielzeit zähle.

Nachfrage hält an: Schon jetzt gebe es Vorbuchungen für die 2018 geplante Kinder­inszenierung „Hänsel und Gretel“.

Ausverkauft ist auch die Silvestervorstellung von „Im weißen Rössl“. Im Januar gibt es weitere Termine.

Von Lothar Krone

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