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Potsdam-Mittelmark Qualität der Wanderwege wird geprüft
Lokales Potsdam-Mittelmark Qualität der Wanderwege wird geprüft
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04:14 24.07.2018
Wanderwegepaten sind auf den Wanderwegen der Region unterwegs und kontrollieren deren Qualität. Adam Jatkowski wechselt Hinweisschilder an Wegweisern aus. Quelle: Nicole Grund
Kuhlowitz

 Ein Wanderer hat bei seiner Tour einen beschädigten Zwischenwegweiser entdeckt und gemeldet. Ein Fall für das Team von Petra Straube. Die Leiterin des Bereichs Entwicklung Touristische Infrastruktur des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark (AAfV-PM) betrachtet den Pfahl und stellt fest, dass dieser sowohl schief steht als auch am unteren Teil zersplittert ist. 

Damit die Wanderwege im Hohen Fläming entsprechend ihres Siegels „Qualitätswanderweg Deutschland“ einladend bleiben, kontrollieren sogenannte Wanderwegepaten den Zustand der Routen. Sie wechseln beispielsweise kaputte Pfähle aus und erneuern Wegweiser.

Als ihre Kollegen anrücken, hält Petra Straube kurz Rücksprache mit ihnen und schon wird der beschädigte Wegweiser ausgetauscht. Die Männer lösen die Befestigungsschrauben und ersetzen den Pfosten durch einen neuen. Nach der korrekten Ausrichtung müssen nur noch die Beschilderungen wieder angebracht werden.

Der Burgenwanderweg rund um Bad Belzig muss in diesem Jahr neu zertifiziert werden. Er will wieder das PrädikatQualitätsweg Wanderbares Deutschland“ erhalten. Aus diesem Grund sind die Arbeiter des AAfV unterwegs und überprüfen die Wege.

Rastmöbel werden geklaut

Zu ihren Aufgaben gehört es beispielsweise, die Beschilderung der Wanderwege zu reparieren, die Rastplätze freizuhalten und eventuell herabgefallene Äste zu beseitigen. Die Arbeiter werden aber auch mit illegal abgelagertem Müll konfrontiert, den sie aufsammeln und entfernen.

„Es kommt sogar vor, dass Pfosten oder gar Rastmöbel geklaut werden“, berichtet Petra Straube. Besonders ärgerlich sei es, wenn die Beschilderung eines Wegweisers innerhalb von einem Tag erneut repariert werden müsse, wie es jüngst in Raben der Fall war, ergänzt Mitarbeiter Adam Jatkowski.

Beschädigungen melden

Bei der Kontrolle der Wanderwege wird der Verein von sogenannten ehrenamtlichen Wanderwegepaten unterstützt, die die Pfade ablaufen und Schäden melden.

Aber auch Wanderfreunde können Beschädigungen dem Verein oder dem Landkreis mitteilen oder im Tourismus-Büro bekannt geben.

Die Arbeiter, die die Wege pflegen, sind in einer Maßnahme des Arbeitsmarktservices des AAfV-PM tätig.

Langzeitarbeitslosen soll so der Weg in den Arbeitsmarkt geebnet werden.

Derzeit sind elf Männer mit der Wanderwegepflege beschäftigt. Davon sind allein fünf im Raum Bad Belzig auf den Pfaden unterwegs.

Ziel der Instandhaltungsarbeiten ist, den Standard aufrechtzuerhalten, der infolge des Deutschen Wandertages 2012 erlangt worden war und somit auch zu gewährleisten, dass die Wanderwege erneut als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet werden können.

In diesem Jahr sind weniger Wanderer unterwegs als üblich. Der Umstand lässt sich auf die extrem warme Witterung zurückführen. Andererseits ermöglichen die wärmeren Winter, dass auch in der kalten Jahreszeit weitergewandert werden kann.

Zusammenarbeit mit Grundstücksbesitzern

Die Arbeit an den Wanderwegen geht einher mit der Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen für das Wegenetz und den Grundstücks- und Waldeigentümern. Diese müssen erlauben, dass ein Wanderweg angelegt werden kann und auch bei der Instandhaltung und Freihaltung der Wege ist die Mitarbeit der Besitzer unabdingbar. Der Kontakt zu den Förstern und Waldbesitzern ist beispielsweise notwendig, wenn ein Baum durch einen Sturm auf einen der Pfade stürzt.

Für die Erlangung des PrädikatsQualitätsweg Wanderbares Deutschland“ muss zunächst der Kontakt mit dem Deutschen Wanderverband gesucht werden. Danach erheben speziell geschulte Personen eine Bestandsanalyse und erstellen ein Stärke-Schwäche- Profil des Weges, der zertifiziert werden soll. Für Potsdam-Mittelmark fällt diese Aufgabe Petra Straube zu.

Stichprobenartige Überprüfungen

Auf diese Weise wird den Verantwortlichen einer Region auch aufgezeigt, wie die Wege verbessert werden können. Wenn der Pfad die Ansprüche für die Auszeichnung erfüllt, kann schließlich der Antrag für das Prädikat gestellt werden. Anschließend wird der entsprechende Weg von qualifizierten Mitarbeitern des Deutschen Wanderverbandes stichprobenartig überprüft.

Nach einer positiven Begutachtung erhält der Wanderweg letztlich das PrädikatQualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Allerdings ist die Prämierung auf einen Zeitraum von drei Jahren beschränkt, sodass nach Ablauf der Frist eine erneute Qualitätsprüfung erfolgen muss.

Schotter kann Prädikat gefährden

Die Wanderwege unterliegen ständigen Veränderungen. Diese können sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Mal ist es möglich, eine Wegführung angenehmer zu gestalten, wenn ein Grundstücksbesitzer einwilligt, einen Wanderweg über sein Land zu führen. Mal wird auf den Pfaden von den Gemeinden Schotter ausgebracht, der vielleicht zu grob ausfällt und damit die Verleihung des Qualitätssiegels gefährdet.

Die Arbeit des AAfV stellt eine wichtige Grundlage dafür dar, dass die Auszeichnung der Wanderwege aufrechterhalten und wiedererlangt werden kann. Auch wäre so mancher ortsunkundige Wanderer ohne die immer gut erkennbaren Wegemarkierungen wahrscheinlich verloren.

Von Nicole Grund

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