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Quartier für junge Flüchtlinge

Stiftung bringt Jugendheim ins Spiel Quartier für junge Flüchtlinge

Die Tore stehen offen. Ab und an dreht der Wachschutz seine Runden. Sonst passiert nichts in dem seit vier Jahren leer stehenden Jugendheim in Lehnin. Das soll sich bald ändern. Die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ plant die Einrichtung einer Wohnstätte für minderjährige Flüchtlinge.

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Seit vier Jahren steht das einstige Lehniner Jugendheim leer.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. Die Tore stehen offen. Ab und an dreht der Wachschutz seine Runden zwischen den verwaisten Wohngebäuden und Werkstätten. Sonst passiert nichts in dem seit vier Jahren leer stehenden Jugendheim in der Gohlitzstraße. Das könnte sich schon bald ändern. Angeblich plant der Besitzer der Immobilie die Einrichtung einer Wohnstätte für eine ganz besondere Gruppe von Flüchtlingen. Dabei handelt es sich um Minderjährige, die ohne Begleitung Deutschland und Brandenburg erreicht haben.

Details noch unklar

Eigentümerin des Hauses ist die in Potsdam ansässige Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“. Mit Details für die Öffentlichkeit hält sich die Stiftung bislang zurück. Doch die Spekulationen sind so konkret, dass sich Kloster Lehnins Bürgermeister Bernd Kreykenbohm veranlasst sieht, die Bürger auf der Internetseite der Gemeinde über die Pläne des Grundstückseigentümers zu informieren. Demnach verhandelt die Stiftung mit zwei gemeinnützigen Vereinen über eine Trägerschaft für das Betreuungsprojekt. Einen konkreten Vertrag mit einem der Interessenten gibt es aber noch nicht. Darüber hinaus gehende Auskünfte wollte Stiftungssprecher Malte Detlefsen auf Nachfrage der MAZ nicht geben. Nur soviel steht wohl fest: Sofort nach einer Vertragsunterzeichnung will die Stiftung die Gemeinde Kloster Lehnin über die Zukunft des einstigen Jugendheims informieren.

Wechselvolle Geschichte

Das bis Ende 2011 betriebene Jugendheim in der Lehniner Gohlitzstraße hat eine wechselvolle Geschichte. Der älteste Teil der Immobilie war im 19. Jahrhundert als Krankenhaus errichtet worden.

Nach dem Krieg diente das Objekt zunächst als Kreiskinderheim. 1956 machten die DDR-Behörden daraus einen Jugendwerkhof, der zunächst eine Außenstelle des Jugendwerkhofes in Burg bei Magdeburg war.

Nach der Wende wurde die Einrichtung in Jugendheim umbenannt und unter völlig neuen Vorzeichen zunächst vom Ausbildungswerk Brandenburg und danach von der GFB betrieben.

Nicht einbezogen in die Planungen ist die stiftungseigene Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher (GFB). Die GFB ist in Lehnin nicht unbekannt. Bis Ende 2011 betrieb sie das Objekt mit Wohnräumen, Werkstätten und Unterrichtsräumen als Jugendheim mit Berufsausbildung. Am Ende mangelte es an der Belegung. Bemühungen der GFB eine Produktionsschule für benachteiligte Jugendliche einzurichten scheiterten an der Finanzierung. „Seit 2015 ist die GFB nicht mehr Mieterin der Liegenschaft, die an die Stiftung zurückgegeben wurde“, sagte GFB-Geschäftsführer Norbert Lekow der MAZ.

Helfer stellen sich auf Ankömmlinge ein

Indessen geht Bürgermeister Kreykenbohm davon aus, dass sich sowohl die Lehniner mit dem einstigen Jugendheim als auch die Damsdorfer mit der Kaserne auf die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereiten müssen. Allerdings erwarte er rechtzeitige Information, damit sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Arbeitsgruppe „Flüchtlinge Wilkommen“ darauf einstellen könnten, heißt es in der Internet-Bekanntmachung.

Ausbilder Jürgen Zahn in der Holzwerkstatt des Lehniner Jugendheims Mit den jungen Leuten baute er 2008 ein Kanu

Ausbilder Jürgen Zahn in der Holzwerkstatt des Lehniner Jugendheims. Mit den jungen Leuten baute er 2008 ein Kanu.

Quelle: Heiko Hesse

Die Pläne der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ haben einen realen Hintergrund. Es werden zahlreiche minderjährige Asylbewerber erwartet. Nach derzeitigen Prognosen muss Brandenburg im kommenden Jahr rund 1500 geflüchtete Jugendliche aufnehmen. „In den Landkreisen müssen innerhalb kürzester Zeit entsprechende Strukturen aufgebaut und Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden“, so der Sprecher des Jugendministeriums, Florian Engels.

Von Frank Bürstenbinder

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