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Quartier für mehr als 500 neue Einwohner

Borkwalde Quartier für mehr als 500 neue Einwohner

Auf einem 150-Hektar-Areal in Borkwalde will die Berlin-Brandenburgische Entwicklungsgesellschaft mehr als 500 Einwohnern eine neue Heimat bieten. Die Kommune wird Infrastruktur schaffen müssen und alle hoffen, dass sich endlich Einzelhandel ansiedelt.

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Buntes Treiben prägt das Leben in Borkwalde: In absehbarer Zeit könnten viele weitere Einwohner dazu kommen. Die Bauplätze werden vorbereitet

Quelle: MAZ/Archiv

Borkkwalde. Der Waldgemeinde ist offenbar eine attraktive Adresse. Darauf baut jedenfalls im besten Sinne des Wortes die Berlin-Brandenburgischer Flächenentwicklungs GmbH (BBF). Sie hat 150 Hektar von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben. Gegenwärtig findet in Absprache mit der Forst dort Waldpflege statt. Langfristig soll die Fläche zum Wohnquartier von einigen 100 neuen Einwohnern werden.

Jesús Comesaña präsentierte in der Sitzung der Gemeindevertreter erstmals seine Vorstellungen der Öffentlichkeit. Er ist der BBF-Geschäftsführer, einer regionalen Gesellschaft mit 20 Mitarbeitern, die bislang hauptsächlich im Speckgürtel um Berlin aktiv ist. Das Unternehmen entwickelt Bauflächen und baut unter anderem Mehrfamilienhäuser. „Das einzige, was wir nicht machen, sind Einfamilienhäuser“, sagte der Unternehmenschef.

Zusammen 3441 Einwohner

Borkwalde besteht gerade einmal 103 Jahre alt. Siedler hatten damals Besitz aus den Nachbargemarkungen Busendorf und Kanin erhalten.

Seit 1938 gibt es die selbstständige Gemeinde Borkwalde. 1946 wurden dort 763 Einwohner gezählt. 1990 gab es laut Statistik lediglich 391 Borkwalder. 2010 waren es 1564 und voriges Jahr 1496.

Zum Vergleich: Borkheide wird 80 Jahre alt und hat sich im letzten Vierteljahrhundert von 1066 auf 1945 Einwohner vermehrt.

 

„Wir werden acht bis zwölf Jahre hier im Ort engagiert sein,“ prognostizierte Comesaña in der Ratssitzung. Seinen Ausführungen zufolge soll zuerst ein Gebiet in dem Wald zwischen Bolzplatz und den bestehenden Mehrfamilienhäusern erschlossen werden. Die BBF wird anschließend die Einfamilienhausgrundstücke verkaufen. Die künftigen Bauherren können dann dort ganz nach ihren Vorstellungen bauen. Lediglich eine Holzfassade müssen ihre Häuser entsprechend der Gestaltungssatzung für dieses Gebiet haben.

Jesús Comesaña, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburgischer Flächenentwicklungs GmbH

Jesús Comesaña, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburgischer Flächenentwicklungs GmbH

Quelle: Andreas Trunschke

Auch wenn Comesaña schon eine Skizze präsentierte, bei der um eine private Erschließungsstraße elf Grundstücke zwischen 911 und 1174 Quadratmetern gruppiert sind, weist er ausdrücklich darauf hin, dass diese Pläne noch nicht der Weisheit letzter Schluss seien. Auf den weiteren Bauabschnitten entlang der Ernst-Thälmann-Straße und beidseits des noch zu bauenden Teils des Olof-Palme-Rings können ebenfalls Einfamilienhäuser, aber auch Mehrfamilienhäuser entstehen.

Dazu sind die Ideen freilich nicht in dem Stadium, dass sie öffentlich präsentiert werden könnten. Comesaña dazu: „Das ist wie eine Treppe. Es muss nach und nach passieren.“ Die Aussage beziehe sich nicht nur auf diese Pläne, sondern auch auf deren Integration in den Ort.

Der Plan der Entwickler

Der Plan der Entwickler.

Quelle: Andreas Trunschke

Auf die Frage von Lothar Schröter (Linke), wie viele neue Einwohner möglicherweise am Ende erwarten sind, rechnet Comesaña vor, dass die Zahl der Neuzugänge realistischerweise zwischen 500 und 800 liegen wird. Dabei ist Borkwalde bereits mit 275,1 Prozent Zuwachs und großem Abstand brandenburgischer Spitzenreiter bei der Einwohnerentwicklung seit der Wende. Das Gremium und der Investor teilen daher die Hoffnung, dass sich künftig auch ein Einzelhändler in der Kommune engagieren wird. „Je mehr der Ort zu bieten hat, desto leichter lassen sich die Grundstücke verkaufen“, ist Comesaña überzeugt.

Beschäftigen wird man sich in Borkwalde auch mit den dann wohl zusätzlich erforderlichen Kita-Plätzen. Immerhin werden 40 bis 60 Prozent junge Familien erwartet. Das gilt ähnlich beim Vorhaben des anderen großen Investors, Town & Country. Marion Urban (Notgemeinschaft) hofft andererseits darauf, dass auch die Älteren berücksichtigt werden. Das aber muss gemäß der Bauordnung jeder berücksichtigen, der Mehrfamilienhäuser baut, beruhigt sie der Geschäftsführer der BBF.

Von Andreas Trunschke

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