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Quartiere gegen Heimatflucht

Fichtenwalde braucht dringend Wohnungen Quartiere gegen Heimatflucht

Im Einfamilienhaus-Ort Fichtenwalde gibt es keine kleinen, preisgünstigen Wohnungen für junge Leute oder ältere Menschen, die ihr Haus mit Grundstück nicht mehr unterhalten können, den Heimatort aber nicht verlassen wollen. Ortsvorsteher Tilo Köhn sieht dringenden Handlungsbedarf und hat eine Idee, wie das Problem zu lösen ist.

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Wohnungen werden gebraucht, damit die Jungen und die Alten Fichtenwalde nicht den Rücken kehren.

Quelle: Archiv

Fichtenwalde. Im Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde werden dringend Wohnungen gebraucht. „Für junge Leute und ältere Fichtenwalder haben wir kein Angebot“, sagte GFB-SPD-Fraktionschef Tilo Köhn, der auch Ortsvorsteher ist. Der waldreiche Ort ist geprägt von Eigenheimsiedlungen, die wenigen Wohnungen im Zentrum sind vermietet. Folge: Der heranwachsende Nachwuchs der Eigenheimbauer, der kein eigenes Haus will oder es sich noch nicht leisten kann, ist auf der Suche nach Wohnraum gezwungen, den Heimatort zu verlassen. Ähnliches gilt für ältere Fichtenwalder, die es nicht mehr schaffen, ihre Häuser samt Grundstücken zu unterhalten, aber gern in ihrem gewohnten Umfeld bleiben wollen. „Es gibt für beide Generationen derzeit keine Möglichkeiten, sie im Ort zu halten“, sagte der Stadtverordnete Winfried Ludwig (GfB/SPD). Köhn und Ludwig sehen dringenden Handlungsbedarf. „Uns laufen sonst die jungen und die alten Leute weg.“ Auf Antrag ihrer Fraktion hat die Beelitzer Stadtverordnetenversammlung jetzt einstimmig den Bürgermeister beauftragt, Möglichkeiten des Wohnungsbaus in Fichtenwalde zu prüfen. Bauen soll die Quartiere die kommunale Beelitzer Bau- und Wohnungsgesellschaft. „Dafür ist sie da – bei Bedarf Wohnungen zu errichten“, so Köhn. Er kennt das Fichtenwalder Problem aus der eigenen Familie: Seine zwei Söhne sind nach Berlin gegangen, die Tochter lebt in Beelitz, weil es in Fichtenwalde keine Quartiere gibt. Um die junge und die ältere Generation zu halten oder zurückzuholen, werden vor allem preisgünstige Zwei- und Drei-Raumwohnungen gebraucht, sagte Ludwig. „Für eine gesunde Bevölkerungsstruktur ist das ganz wichtig“, so Köhn. Der Ortsvorsteher verweist auf Baufelder rechts und links des Fichtenwalder Marktplatzes, die bereits der Stadt Beelitz gehören. „Dort könnte man sofort loslegen. Derzeit sind auch die Bedingungen für den Wohnungsbau so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr“, sagte Köhn

Zum Prüfauftrag an den Beelitzer Bürgermeister gehört auch, Fördermöglichkeiten für kommunalen Wohnungsbau zu prüfen. So hat Brandenburgs Infrastrukturministerium den Leitfaden „Gutes Planen und Bauen in kleinen Städten und Gemeinden“ herausgebracht. „Hier könnten sich Chancen auf Förderzuschüsse ergeben.“

Bürgermeister Bernhard Knuth sagte zu, die Problematik im Vorstand der städtischen Wohnungsgesellschaft zu thematisieren.

Fichtenwalde ist der jüngste Beelitzer Ortsteil

Fichtenwalde wurde im Jahr 1908 gegründet, gehört seit 2002 zur Stadt Beelitz ist dort der jüngste und baumreichste Ortsteil.

Aktuell leben mehr als 2900 Menschen in Fichtenwalde. Wegen der steigenden Mieten in den Ballungszentren Berlin und Potsdam und einer guten Verkehrsanbindung ist Fichtenwalde ein beliebter Wohnstandort, in dem freilich die Einfamilienhäuser überwiegen. Kleinere, preisgünstige Wohnungen gibt es so gut wie keine.

Von Jens Steglich

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