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Querungshilfe für Hase, Igel und Wolf

Grünbrücke über die A 9 bei Beelitz wird doch gebaut Querungshilfe für Hase, Igel und Wolf

Der Bund will nun doch eine Querungshilfe für Wildtiere über die Autobahn 9 bei Beelitz finanzieren. Die Grünbrücke soll im nächsten Jahr gebaut werden und dazu beitragen, von der Autobahn zerschnittene Lebensräume wieder zu verbinden. Neben größeren Wildarten sollen etwa auch Igel und Marder den Überweg nutzen, die sonst keine Chance haben, die Autobahn zu queren.

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Der Beelitzer Stadtförster Martin Schmitt.

Quelle: privat

Beelitz. Die Grünbrücke über die A 9 bei Beelitz wird nun doch gebaut. Wie vom Beelitzer Stadtförster Martin Schmitt zu erfahren war, soll der Überweg, der Wildtieren das gefahrlose Überqueren der Autobahn ermöglichen soll, im nächsten Jahr errichtet werden. Der Bund als Geldgeber hatte das Projekt vor etwa vier Jahren plötzlich aus finanziellen Gründen abgesagt. Nun steht die Finanzierung wieder, hieß es im Landesbetrieb Straßenwesen.

Gebaut wird die 50 Meter breite Grünbrücke zwischen den Autobahnabfahrten Beelitz und Beelitz-Heilstätten. Die Kosten werden auf drei bis fünf Millionen Euro geschätzt. Während es etwa im bergigen Bayern natürliche Übergänge – Autobahntunnel oder Täler, über die Brücken führen – gibt, „zerschneiden Autobahnen in flachen Ländern wie Brandenburg die Lebensräume der Tiere“, sagt der Beelitzer Stadtförster. Das führe auch zur „Verarmung des Genpools“ der Tiere. Laut Schmitt geht es um einen Wildkorridor für Südbrandenburg, der sich von der polnischen Grenze bis Sachsen-Anhalt erstreckt. Den Weg über die A-9-Grünbrücke, die vor allem mit Sträuchern, Buschwerk und niedrigen Bäumen bepflanzt wird, sollen neben den größeren Wildarten zum Beispiel auch Igel und Marder nutzen, „die sonst keine Chance haben, die Autobahn zu queren“.

Auch für Isegrim dürfte es dann einfacher werden, von den Truppenübungsplätzen im Süden in andere Regionen zu wandern. „Die Brücke wird relativ schnell auch von Wölfen genutzt“, sagt Schmitt. Für ihn ist das kein Problem: „Dort, wo der Wolf jagt, wächst der Wald.“ Er verweist darauf, dass im Land Brandenburg „mit der höchste Verbiss an Laubbäumen zu verzeichnen ist“. Ursache sind große Bestände an Reh- und Damwild, die Tiere mögen frische Blätter und Knospen. „Junge Laubbäume haben es deshalb schwer, ohne Schutzzäune groß zu werden“, sagt der Beelitzer Stadtförster. Grünbrücken über vielbefahrene Straßen werden sehr rege von Tieren genutzt – das haben Kameraüberwachungen an solchen Überquerungen bewiesen. Eine selbstauslösende Infrarot-Kamera auf der Wildbrücke über die A 13 bei Teupitz schoss beispielsweise innerhalb von zwei Jahren 772 Fotos von Hasen und 548 Bilder von Rehen, die mit Hilfe des Übergangs die Reviere gefahrlos wechselten. Von Rotfüchsen machte die Kamera 436 Schnappschüsse.

Auch Dachse und Kraniche wurden abgelichtet – jeweils 59 Mal. Drei mal schlichen scheue Wölfe über die Brücke. Anfang Juni 2014 marschierte sogar eine Elchkuh mit ihrem jungen Kalb über die A-13-Grünbrücke. Solche Wildquerungen können auch die Unfallgefahr senken. Erhebungen dazu gibt es von einer Grünbrücke an der A 11 in der Uckermark. Dort ist die Zahl der Wildunfälle zwischen 2009 bis 2014 von jährlich etwa 15 auf sieben zurückgegangen.

Von Jens Steglich

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