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Potsdam-Mittelmark RE 7 fährt bald halbstündlich – aber nur bis Wannsee
Lokales Potsdam-Mittelmark RE 7 fährt bald halbstündlich – aber nur bis Wannsee
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21:47 27.03.2018
Am Bahnübergang in Brück könnten sich die Wartezeiten häufen, wenn künftig öfter Züge die Ortsdurchfahrt queren. Quelle: Andreas Koska
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Mittelmark

Die zum Dezember 2022 geplante Fahrplanumstellung bei Regionalbahnstrecken im Land Brandenburg trifft bei Reisenden und Pendlern aus dem Hohen Fläming auf ein geteiltes Echo und Kritik.

Mit dem Regionalexpress RE 7 – von Dessau über Bad Belzig nach Berlin – geht es aus dem Fläming dann halbstündlich nach Potsdam und Berlin. Das ist im neuen Nahverkehrsplan so festgelegt. Verankert sind diese Vorstellungen des Landes auch in der Ausschreibung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) für das Elbe-Spree-Netz, zu dem auch der RE 7 sowie die Regionalbahn 33 – derzeit von Jüterbog über Treuenbrietzen nach Berlin-Wannsee – gehören. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 31. Mai 2018.

Dabei gibt es einen Wermutstropfen. Die zusätzlichen Bahnen des RE 7 werden nämlich nicht über die Berliner Stadtbahn bis Bahnhof Zoo, Hauptbahnhof und Alexanderplatz fahren, sondern schon in Wannsee enden. Für die Reisenden bedeutet das ein Umsteigen auf die S-Bahn. Dies führt einerseits zur Fahrzeitverlängerungen in Richtung Innenstadt. Andererseits wird es unbequemer, da es in Berlin-Wannsee beim Bahnsteigwechsel treppab und treppauf geht.

Kurzfristige Verbesserungen auf der Linie des RE 7

Nach gemeinsamer Sitzung der Landesregierungen von Brandenburg und Berlin im Schloss Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) gibt es auch kurzfristige Verbesserungen für Pendler im Bahnverkehr.

Ab dem zweiten Quartal 2019 wir ein „Verdichterzug“ fahren auf der RE 7-Strecke von Bad Belzig über Potsdam-Rehbrücke zur Berliner Stadtbahn. Er soll von 320 auf 480 Sitzplätze wachsen.

Details zum Fahrplan für den Verdichter sind noch nicht bekannt.

Ab Dezember 2022 dürfen sich auch Pendler aus Brandenburg an der Havel freuen. Der RE 1 wird dann dreimal, statt zweimal stündlich in die Bundeshauptstadt rollen.

Im Havelland wird es zwischen Nauen und Berlin eine Verdichtung geben. Dort sollen dann vier statt drei Züge in der Stunde unterwegs sein.

Als letztes Teilstück der ehemaligen Brandenburgischen Städtebahn wird die RB 51 zwischen Rathenow und Brandenburg/Havel erhalten bleiben.

Deshalb regt sich erste Kritik. „Die Kapazität in Richtung Bahnhof Zoo wird in den Morgenstunden zwischen 5.30 Uhr und 7 Uhr deshalb geringer sein als heute“, moniert Frank Seibicke. Der Pendler aus Borkheide rechnet vor, dass heute in den drei Zügen 1140 Sitzplätze vorhanden sind. Nach der Neuvergabe könne jedoch nur noch mit 840 Sitzplätzen gerechnet werden. Denn der VBB fordere in seiner Ausschreibung 420 Plätze je Zug. „Das künftige Angebot für Pendler nach Berlin entspricht damit nur drei Vierteln der heutigen Kapazität“, hat Seibicke ermittelt.

Auch der Bad Belziger Stadtverordnete Tobias Paul (CDU) hat damit Bauchschmerzen. „Wenn es jedoch auf Grund der stark belegten Stadtbahn nicht geht, dann muss zumindest ein schneller Anschluss an den RE 1 in Wannsee gewährleistet sein“, erläutert er seine Forderung. Paul hat ein Bündnis der Bürgermeister und Amtsdirektoren entlang der Strecke geschmiedet. Sie fordern eine Taktverdichtung ein.

Ein schnellen Anschluss wird es wohl geben. „In Wannsee besteht ein kurzer Anschluss zur neuen Linie RB 23 von Golm in die Berliner Innenstadt. Diese fährt mit einer Kapazität von mindestens 420 Sitzplätzen, also entsprechend den Zügen des RE 7 weiter in Richtung Stadtbahn“, erklärt VBB-Sprecher Eike Arnold. „Es ist wichtig zu wissen, dass die schon jetzt hochbelastete Stadtbahn ab 2022 ihre Kapazitätsgrenze erreicht – gerade in der Hauptverkehrszeit. Neben dem heutigen Zugprogramm fährt zusätzlich ein RE 2-Verdichter auf der Stadtbahn“, sagt Arnold zur Begründung für den Endbahnhof Wannsee.

Des einen Freud ist häufig des anderen Leid. Das höhere Verkehrsaufkommen auf der Schiene des RE 7 könnte auch zur Problemen auf der Straße führen. Das befürchtet zumindest der Brücker Stadtverordnete Roland Hoffmann. „Dann sind die Schranken ständig zu und die Belastung für die Bürger in der Stadt steigt“, glaubt Hoffmann. Er fordert zum Nachdenken auf und wünscht sich erneute Überlegungen für einen Straßentunnel unter der Bahn in seiner Stadt. Dort komm es schon jetzt regelmäßig zu langen Wagenkolonnen, wenn die Schranke heruntergelassen ist.

Da der RE 7 zudem dann nicht mehr über Berlin-Schönefeld nach Wünsdorf-Waldstadt unterwegs sein wird, sondern seine Endstation in Senftenberg hat, werden Reisende aus dem Hohen Fläming den neuen Flughafen BER nicht direkt erreichen können. Auch dafür wird ein Umstieg nötig sein. „Hier sehe ich das größere Problem. Wir dürfen nicht von dem dann einzigen Flughafen der Region abgekoppelt sein“, fordert Tobias Paul.

Reisende aus Jüterbog und Treuenbrietzen verlieren auf der RB 33 die direkte Anbindung nach Berlin. Die Züge sollen künftig über Beelitz und Ferch nach Potsdam-Hauptbahnhof verkehren. Dort gibt es S-Bahnsanschluss nach Berlin. Als Ersatz für die entfallene Teilstrecke zwischen Beelitz und Michendorf wird die neue RB 37-Linie eingerichtet. Sie fährt vom Beelitzer Stadtbahnhof nach Potsdam-Rehbrücke.

Von Andreas Koska

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