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Potsdam-Mittelmark Radweg an der L 77 gefährdet
Lokales Potsdam-Mittelmark Radweg an der L 77 gefährdet
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02:20 24.03.2018
Wolfgang Kroll an der schneeüberdeckten Morastfläche. Rechts soll der Radweg entstehen. Dort sind schon Bäume umgefallen, weil sie kein Halt mehr hatten. Quelle: Jens Steglich
Nuthetal/Michendorf

Der Bau eines der wichtigsten Radwege in der Region droht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen. Eine tiefe Morastfläche, die durch illegale Entwässerung von Regenwasser an der Landesstraße 77 entstanden ist, steht dem Projekt im Weg, um das viele Menschen in Nuthetal und Michendorf wie die Löwen gekämpft haben. Der Jubel war groß, als 2017 die Nachricht eintraf, der Landesstraßenbetrieb will mit Fördermitteln den Radweg an der L 77 zwischen Saarmund und Langerwisch bauen, der die Gemeinden Nuthetal und Michendorf miteinander verbinden und den Radlern eine sichere Fahrt in die Nachbarkommune ermöglichen soll. An der Südseite der L 77 soll der Radweg entstehen, dort aber ist unterhalb eines Gewerbestandortes mit Pflanzengroßmärkten ein Sumpfgebiet entstanden, weil der Niederschlag über Jahre ungeregelt Richtung Straße entwässert wurde. „Der Boden ist derart aufgeweicht, dass Bäume umstürzen, weil sie kein Halt mehr haben“, sagt Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll (FBL-UWG) und schlägt Alarm: „Die Bauleute finden dort für den Radweg keinen stabilen Untergrund.“

Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung beim Landesstraßenbetrieb, bestätigt den Befund. „Der Boden ist nicht tragfähig und jede Aufschüttung dort würde ins Rutschen kommen“, sagt er und fügt hinzu: „Sie müssten quasi eine Spundwand bis zum Mittelpunkt der Erde treiben, um das in den Griff zu bekommen.“ Die Kosten würden jedenfalls aus dem Ruder laufen, so Schmidt, der Klartext redet: „Wir können nicht bauen, solange die Regenentwässerung des Blumengroßmarktes nicht geregelt ist.“

Der Landesbetrieb muss laut Schmidt dieses Jahr das Bauprojekt ausschreiben, um bis Ende Februar 2019 vor Beginn der Vegetationsperiode Bäume fällen zu können, die auf der Radwegroute stehen. Das Zeitfenster ist so kurz, weil die Förderzusage nur für 2018 und 2019 gilt. „Ausschreiben können wir nur, wenn das Problem geklärt ist“, sagt Schmidt, der wegen der ungeordneten Entwässerung die Standfestigkeit der ganzen Straße gefährdet sieht. Für Langerwischs Ortsbürgermeister Kroll ist der Ende der 1990er Jahre gebaute Blumengroßmarkt eine Fehlkonstruktion, weil er auf der Anhöhe in eine Senke gebaut wurde. „Er hat nicht unendlich viel Fläche, um Regenwasser auf dem Grundstück entwässern zu können“, so Kroll.

Bis vor kurzem ragten mehrere Rohre aus dem Hang unterhalb des Marktes heraus. „Ein Blinder mit Krückstock konnte sehen, woher die Rohre kommen“, sagt Kroll, der daran erinnert, dass der Ortsbeirat bereits 2007 das Problem thematisiert und mit der Gemeinde und den Pflanzengroßmärkten beraten habe. „Es folgten weitere Beratungen ohne Ergebnis“, so Kroll.

Laut Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) hat die Gemeinde Ende 2017 ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen illegaler Einleitung von Regenwasser und Verstoßes gegen die Entwässerungssatzung eingeleitet. Unabhängig davon laufen Gespräche mit den Gewerbetreibenden am Standort. Der Geschäftsführer des Blumengroßmarktes habe zugesagt, bis Ende März einen Lösungsvorschlag vorzulegen. „Die Gemeinde ist sich der dramatischen Lage bewusst und wird jede Möglichkeit nutzen, das Problem zu lösen“, so Mirbach.

Radweg und Regenentwässerung

Um den Bau des Radwegs an der L 77 wurde lange gekämpft. Für Radfahrer ist die Straße kreuzgefährlich. Sie ist auch Umleitungsstrecke für die A 10.

Vom Standort der Pflanzengroßmärkte schießt bei starkem Regen das Wasser in großen Mengen auf die L 77. Laut Satzung der Gemeinde Michendorf ist Regenwasser auf dem eigenen Grundstücken zu entwässern.

Das Rosengut Langerwisch ließ ein Gutachten für das eigene Grundstück erarbeiten. Ergebnis: Es braucht neben dem bestehenden Sammelbecken ein zweites, um das Wasser aufzunehmen. Ein Teil des Regenwassers nutzt das Rosengut bereits für die Wässerung der Pflanzen. Frank Schmidt rät dem benachbarten Blumengroßmarkt, ebenfalls Sammelbecken anzulegen.

Von Jens Steglich

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