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Region Teltow will Radwegenetz koordinieren

Ausschüsse wollen Konzepte abgleichen Region Teltow will Radwegenetz koordinieren

Zehn Jahre ist es her, als Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf sich einig waren: Die Teltowkanalaue soll mit Radwegen zum „Grünen Band der Erholung“ werden. Heute schaut die IG Teltowkanalaue ernüchtert auf die Ergebnisse. Doch auch überörtliche Radwegeverbindungen der miteinander verwachsenen Region lassen teils zu wünschen übrig.

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So sollte keine Radtour in der Region Teltow enden.

Quelle: dpa

Region Teltow. Wer vom Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow entlang des Teltowkanals Richtung Schleuse und Stahnsdorf radelt, sollte eine gute Federung am Drahtesel zu haben. Der neu angelegte Radweg neben der Allee am Forsthaus mündet nach der Hälfte der Strecke auf einen äußerst unkomfortablen Abschnitt: über Schlamm, Pfützen, holpriges Pflaster geht es weiter. „Dabei wäre es für Touristen ein schöner Weg vom Alten Dorf Kleinmachnow zur Schleuse; und Schulkinder könnten unter Umgehung des Verkehrsknotenpunktes Stahnsdorfer Hof etwa zum neuen Kreis-Gymnasium in Stahnsdorf gelangen“, sagt Manfred Kühn. Seit zehn Jahren kämpft der Sprecher der Interessengemeinschaft Teltowkanalaue für durchgehende Rad- und Wanderwege am Teltowkanal von Potsdam bis Berlin.

Unfälle im Kreisverkehr

Den Radweg neben der Allee am Forsthaus will Kleinmachnow am Teltowkanal bis zur Schleuse weiterführen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) muss allerdings zustimmen.

Als neuralgisch gelten vielen Radlern Kreisverkehre in Teltow. Ein MAZ-Leser bezeichnete sie als „Fehlkonstruktion und Hauptursache vieler Unfälle“, da Kraftfahrer beim Verlassen des Kreisels die Vorfahrt querender Radfahrer beachten müssen. „Die fahren auf markierten Gehwegen statt auf der Straße und werden oft übersehen.“

„Doch am Wasser, wo es am schönsten ist, passiert viel zu wenig“, sagte der Kleinmachnower beim jüngsten Treffen der Regionalausschüsse der drei Kommunen in Teltow. Dabei betont Kühn, dass Kleinmachnow beim Ausbau der Wege durch die idyllische Kanalaue immerhin am weitesten vorangekommen ist.

Denn auf Stahnsdorfer Seite geht’s am Kanal nur auf unbefestigtem Pfad weiter. „Zu wenig passiert in Teltow und Stahnsdorf; dafür, dass man sich seit zehn Jahren über Parteigrenzen hinweg einig ist, das „Grüne Band“ für Naherholung zu erschließen.

Die Region mit Teltow als Mittelzentrum wird sich, wie berichtet, mit dieser Idee am Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes beteiligen. Das begrüßt die Interessengemeinschaft. „Doch allein auf Fördermittel setzen, das geht nicht“, betont Kühn.

So hätte das Wegesystem in Teltow längst voran gebracht werden können; „dort aber steht das Hafenprojekt im Fokus“. „Auch in Stahnsdorf bleibt die Kanalaue im Grünen außen vor, man priorisiert dort offenbar lieber Wege im Siedlungsgebiet“, sagt Kühn. Doch auch die sind in der Region längst nicht perfekt. Gerade bei Strecken, die von einem Ort in den anderen führen, hapert es. So erleben nicht nur Eltern und Kinder die Überquerung des Verkehrsknotenpunktes Stahnsdorfer Hof mit dem Rad seit Jahren schlicht als gefährliches Abenteuer. „Dort muss man sich regelrecht durchkämpfen“, kritisiert auch Kühn.

Der Teltower Stadtverordnete Reinhard Frank (Linke) bestätigt: „Die Leute hier wollen gerne Rad fahren, aber es tut manchmal richtig weh.“ Holprig wird es etwa auf der für Autos gesperrten Passage Kleinmachnow – Teltow am Weinberg: Auf Teltower Seite endet der Radweg, der Fahrer muss plötzlich über von Wildschweinen aufgewühlte Bankette auf die linke Seite wechseln. Doch das hilft nicht viel, spätestens „Im Tal“ kämpft er mit historischem Pflaster.

Laut Masterplan Fahrrad will Kleinmachnow am Weinberg einen glatteren Pflasterstreifen in die Straße integrieren. Apropos Plan: Der Kleinmachnower Rathauschef Michael Grubert (SPD) forderte beim Regionaltreff einen gemeinsamen Beschluss für ein besseres Radwegenetz in der 60 000-Einwohner-Region: „Kleinmachnow jedenfalls würde dafür Geld in den nächsten Haushalt einstellen. Wir brauchen schnelle Verbesserungen, das geht oft schon mit einfachen Mitteln.“ Insbesondere die Radwegeverknüpfung zwischen den Orten will Thomas Michel (Stahnsdorf/Grüne) unter die Lupe nehmen. „Ziel muss eine gemeinsame Radwegekarte sein.“ Dafür sollen die Kommunen nun in einer Bestandsaufnahme ihre jeweils eigenen Ausbauplanungen auf den Tisch legen und abgleichen. „Für ein abgestimmtes Konzept müssen dann alle Geld in ihren Haushalten bereitstellen“, sagte Grubert.

Von Konstanze Wild

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