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Rätselhaft: Vier Teiche fast ausgetrocknet

Garrey Rätselhaft: Vier Teiche fast ausgetrocknet

Rätselraten herrscht aktuell zur Wasserknappheit rund um Garrey und Zixdorf (Potsdam-Mittelmark). Dort sind vier Pfuhle – allesamt Relikte der Saale-Eiszeit – fast ausgetrocknet. Dabei waren die auch touristisch bedeutsamen Teiche am Burgenwanderweg erst vor vier Jahren mit viel Fördergeld aufwendig saniert worden.

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Von Wasser keine Spur mehr: Ortsvorsteher Andreas Grünthal sowie Bürger aus Garrey und Zixdorf sorgen sich um die trockenen Sölle. Sie sind Relikte der Eiszeit.

Quelle: Andreas Koska

Garrey. Sie heißen Reetpfuhl, Bleichteich, Kranichpfuhl und Schopfbuschpfuhl. Insgesamt vier solcher Sölle oder Pfuhle gibt es in der Umgebung von Garrey und Zixdorf. Jetzt befürchten einige Einwohner jedoch, dass man bald nur noch „gab“ sagen muss. Denn die rund 200.000 Jahre alten Teiche als Überbleibsel der Saale-Eiszeit drohen zu verlanden und auszutrocknen. „Wir machen uns große Sorgen“, sagt Ortsvorsteher Andreas Grünthal, denn der Wasserspiegel sinkt beträchtlich. „Auch die großen Regenfälle der vergangenen Zeit haben keine Besserung gebracht“, so Grünthal. Zum Beweis steigt er in den Bleichteich. Dort haben die Dorffrauen früher die Wäsche gewaschen, um sie sodann am Ufer zum Trocknen und Bleichen auszulegen. Jetzt wäre das nicht mehr möglich. Denn von Wasser ist dort keine Spur mehr. Wie ein Mahnmal ragt der von Gras umgebene Pegelmesser einen Meter in die Höhe. Wasserstand „Null“. „Hier ist es vollkommen trocken“, sagt Andreas Grünthal und weist auf den verhärteten Lehmboden.

Mit viel Fördergeld saniert

Dabei seien die Teiche vor etwa vier Jahren saniert worden. Sie wurden ausgebaggert und an allen Teichen ist ein Pufferstreifen angelegt worden. Die Arbeiten erfolgten alle mit Förderung der Europäischen Union, um die Sölle zu erhalten. Alle Schritte sind genau dokumentiert worden. Eine 22 Seiten umfassende Broschüre zeigt den Zustand vorher sowie danach. Auf einer Erklärungstafel beweist ein Foto, wie sauber und bar jeden Schilfs sich der Teich präsentierte. Rund 300 Tonnen Sedimente wurden den Söllen mit finanzieller Unterstützung des Naturschutzfonds, der Glückspirale und der EU entnommen. „Vorher-nachher- heute“, müsste eine Zusammenfassung heißen. Denn so wie der Reetpfuhl vor der Sanierung aussah, sieht er auch heute aus. Mit einer wesentlichen Ausnahme. Der Pfuhl ist voller Schilf und Kraut, jedoch ist das Wasser zu 90 Prozent verschwunden. Nur an einem Rand gibt es noch feuchte Ecken. Doch auch dort steht die Pegel-Anzeige auf Null.

Wo  das Waser einst hoch bis zum Feldrand stand

Wo das Waser einst hoch bis zum Feldrand stand...

Quelle: Andreas Koska

... dominiert heute das Schilf.

Quelle: Andreas Koska

In der Niemegker Amtsverwaltung hat man keine Erklärung für das Verschwinden des Wassers. „Die Teiche werden vom Regen und Oberflächenwasser gespeist, über den Sommer ist es offenbar verdunstet“, sagt Bauamtsleiter Thomas Griesbach. Weiter will er sich nicht äußern. Denn das Thema bearbeitet in der Amtsverwaltung Friedwart Neue, der jedoch im Urlaub ist.

Andreas Grünthal glaubt nicht ganz an die Erklärung aus der Verwaltung. „Es hat doch genug geregnet und hier ist kein Tropfen drin geblieben“, sagt der Ortschef. Einwohner Wolfgang Lubitzsch sagt, dass man alle Vorschriften eingehalten habe, keinerlei Grünabfälle in die Gewässer entsorgt und auch keine Fische in diese Biotope ausgesetzt worden seien. „Trotzdem fiel der Bleichteich sofort nach der Sanierung trocken“, konstatiert Lubitzsch. Auch er hat keine Erklärung für die Wasserknappheit.

Beliebter Anlaufpunkt am Burgenwanderweg

Die Pfuhle und Sölle liegen direkt am Burgenwanderweg und haben für die Garreyer auch eine touristische Bedeutung. Bänke laden am Ufer zum Verweilen ein. Nur wird sich hier niemand niederlassen, wenn kein Wasser in den Teichen ist. Vom Schwimmenden Wasserlebermoos, von Erdkröten und der Glänzenden Wasserjungfer sowie von Ringelnattern und Zauneidechsen ist schon lange nichts mehr zu sehen. Auch der Reiher brütet längst nicht mehr.

Andreas Grünthal, der auch ein kleine Landwirtschaft betreibt, berichtet von einer weiteren Beobachtung. Auf den Äckern habe es einst kleine Senken gegeben, die über Monate Wasser hielten. Auch diese seien nun verschwunden. Grünthal und Lubitzsch machen sich daher große Sorgen um den Wasserhaushalt auf dem Fläming-Plateau. Die Amtsverwaltung Niemegk sieht das Thema eher pragmatisch und glaubt, dass auch wieder eine Erholung eintreten wird.

Von Andreas Koska

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