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Potsdam-Mittelmark Räumung des Gnadenhofs gibt Rätsel auf
Lokales Potsdam-Mittelmark Räumung des Gnadenhofs gibt Rätsel auf
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09:54 22.10.2013
Auch nach Rottstock wurden Tiere verladen. Quelle: Michaela Grimm
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Busendorf

Erst am Tag nach der Räumung des Gnadenhofes in Busendorf wird das volle Ausmaß des Großeinsatzes von Amt und Polizei klar. Das Veterinäramt Potsdam-Mittelmark hatte wie berichtet am Donnerstag alle Zwei- und Vierbeiner von Petra Herrmanns Gut Elfenstein abtransportiert: Insgesamt 65 Tiere, wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert am Freitag bestätigte. Darunter 24 Pferde, 13 Hunde, Ziegen, Gänse, Schweine, Katzen, Vögel, Meerschweine und das dorfbekannte Lama „Horst“. „Es ist so viel kaputt“, sagte Petra Herrmann am Freitag kurz am Telefon, weiter äußern wollte sie sich vorerst nicht.

Auch Schafe lebten auf Petra Hermanns Gnadenhof. Quelle: Christel Köster (Archiv)

Das Amt begründet seine Maßnahme damit, dass die Betreiberin Forderungen der Behörde trotz wiederholter Mahnungen nicht erfüllt habe. Tierschutzwidrige Haltung lautet der Vorwurf. „Zu wenig Futter, Einstreu – also Stroh – und zu unregelmäßige tierärztliche Versorgung führten zur Wegnahme“, so der Kreissprecher. Er bestätigte auf Nachfrage, dass es „schwierig sein dürfte zu sagen, ob die Tiere durch normalen Verfallszustand oder durch mangelnde Pflege“ mager aussehen. Denn auf Gnadenhöfen landen oft Exemplare, die keiner mehr haben will und die in solchen Einrichtungen ihren Lebensabend verbringen. „Dazu sagte die Amtstierärztin: Wenn kein Futter und Stroh da ist, spricht das dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist“, so Schwinzert. Die Pferde auf Gut Elfenstein hätten auf nacktem Boden gestanden und ihren Kot gefressen. „Wenn entsprechende Vorkehrungen getroffen würden, könnten die Tiere wieder zurück“, sagte Kai-Uwe Schwinzert.

Auf dem Busendorfer Hof seien die Veterinäre bisher „mehrfach vor Ort gewesen und Anwohnerhinweisen nachgegangen“. Das Areal soll ein Jahr lang unter Beobachtung gestanden haben. Der Hof habe den Eindruck hinterlassen, dass seine Betreiberin es allein nicht überblickt und schafft, sich um alles zu kümmern.

Mitarbeiter vom Veterinäramt und die Polizei haben am Donnerstag 65 Tiere vom Busendorfer Hof abtransportiert. Der Kreisverwaltung lagen mehrere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor

Schwinzert: „Die Halterin ist jemand, der offensichtlich Gutes will. Sie hat am Ende den Transport der Tiere unterstützt und beim Verladen der Pferde geholfen.“

Dass etwa eines der vielen Tiere geschlachtet wird, „kann man ausschließen“, so der Sprecher. Das Tierheim Verlorenwasser in Bad Belzig, eine Hundeschule in Medewitz sowie vier Reiterhöfe im Kreisgebiet haben die Gnadenhofbewohner nun aufgenommen. Auch Freunde halfen der Busendorferin. Bei Holger Kriese, einem Unterstützer von Petra Herrmanns Gut Elfenstein, sind vier Pflegepferde untergekommen. „Ich habe selber fünf Pferde und mich bereit erklärt, vier aufzunehmen“, sagte er. Am Wochenende begutachten Tierarzt und Hufschmied die Vierbeiner. Auch müsse er neues Futter ordern, sagte Holger Kriese. „Dreieinhalb Tonnen pro Pferd und Winter ist die Faustregel.“

Polizisten, Kreisvertreter und Hofbetreiber vor Ort. Quelle: Volkmar Maloszyk

Erst am vergangenen Wochenende thematisierte ein Fernsehbeitrag das drohende Aus des Gnadenhofs. In dem Bericht hieß es, der Pachtvertrag laufe Ende November aus. Petra Herrmann hätte aber Vorkaufsrecht. Sie müsste 100.000 Euro für den Kauf der fünf Hektar aufbringen, hieß es in dem Bericht. Es gebe Interessenten.

Im Dorf gab es widersprüchliche Aussagen der Nachbarn. „Da ist eine linke Aktion gelaufen, man hat ihr übel mitgespielt“, so ein Freund der Hofbewirtschafterin. Andere ihr wohlgesonnene Dorfbewohner empörten sich darüber, dass es im Internet öffentliche Anfeindungen gibt. Hinter vorgehaltener Hand sagten sie, dass es interessierte Investoren gebe, die eine Schweinemastanlage auf dem ehemaligen LPG-Gelände errichten wollen.

Die Gegenseite zeigte sich erleichtert darüber, dass „die Tiere endlich wegkommen“.

Von Michaela Grimm

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