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Ragösener Bäcker bangt ums Geschäft

Ausbau der Bundesstraße 102 Ragösener Bäcker bangt ums Geschäft

Die Vollsperrung der Ragösener Ortsdurchfahrt an der Bundesstraße 102 zwischen Brandenburg an der Havel und Bad Belzig sehen die Betriebe im Ort mit gemischten Gefühlen. Bäcker bangt ums Geschäft, der Blumenladen an der „Scharfen Kurve“ blüht auf. Der Ortsvorsteher lobt die zügige Arbeit an der Straße.

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An der Bäckerei von Klaus-Dieter Krause rauscht der Umleitungsverkehr vorbei. Man kann vor dem Geschäft auch anhalten.

Quelle: Andreas Koska

Ragösen. „Wir haben uns nicht verfahren“, diesen Satz hört Carla Poggendorf inzwischen häufig. Sie betreibt an der „Scharfen Kurve“ mitten in Ragösen einen Blumenladen. Als die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt vor etwa einem halben Jahr begonnen haben, schauten immer wieder verirrte Fahrzeuglenker bei ihr herein und fragten sie nach dem Weg. „Bei etlichen blieb es nicht bei dem Auskunftsersuchen, sie kauften auch gleich einen Strauß“, berichtet Poggendorf zufrieden. Froh ist sie außerdem darüber, dass viele wieder kommen.

Obwohl ihr „Blumenkörbchen Julia“ abseits der Umleitung liegt, hat Carla Poggendorf keine Umsatzeinbußen festgestellt. „Ich habe Schlimmes befürchtet, es ist bisher nicht eingetreten, ich hoffe es bleibt so“, wünscht sich die Floristin.

Carla Poggendorff kann sich über den Umsatz derzeit nicht beklagen

Carla Poggendorff kann sich über den Umsatz derzeit nicht beklagen.

Quelle: Andreas Koska

Anders beim Landbäcker Klaus-Dieter Krause am südlichen Ortsausgang. Der für seine Nussecken gerühmte Meister fühlt sich mittlerweile in seiner Existenz bedroht. „Wir haben rund 40 Prozent weniger Umsatz“, sagt er und fürchtet sich vor der näheren Zukunft.

In Ragösen wird noch bis Ende des kommenden Jahres an der Bundesstraße gebaut. „Ich weiß nicht ob wir es durchhalten“, sagt er offen. Zwar hat er Schilder „Bäckerei geöffnet“ an der Baustellenampel aufgestellt, es hilft jedoch nicht. Die innerörtliche Umleitung führt an der ehemaligen Zufahrt und dem Parkplatz seines Ladens vorbei. Obwohl zwei Parkplätze eingerichtet sind, traut sich niemand auf Grund der Durchfahrtsenge dort anzuhalten.

„Ich weiß von dem Problem, habe die Bauarbeiter darauf hingewiesen und für die guten Brötchen Werbung gemacht“, sagt Ortsvorsteher Ingo Haß. Er hofft, dass diese dort ihr Frühstück einnehmen und ihren Kaffee trinken. Zumindest zum Teil folgen die Arbeiter der Empfehlung, für Krause ist es jedoch nur ein willkommener aber ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein.

Der Ortschef ist mit dem Fortgang der Bauarbeiten zufrieden. Die beiden Mittelinseln an den Dorfeinfahrten sind fertig gestellt, die Baustelle ist ein Stück in Richtung Ortsmitte gewandert. „Die Zusammenarbeit mit dem Baubetrieb ist hervorragend, es gibt keine Beschwerden der Einwohner“, berichtet Haß und das obwohl sich der Durchgangsverkehr jetzt durch den sonst so beschaulichen Kastanienwinkel zwängt. Einzig die verbotenerweise durchfahrenden Lastwagen sorgen für Ärger, allerdings hat die Polizei in den letzten Tage verstärkt kontrolliert und die Brummifahrer zur Kasse gebeten.

Bäcker Krause freut sich darüber, den gerade die Lastwagen versetzen sein Haus in Schwingungen. „Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass man vor meinem Laden halten kann“, sagt er. Krause hofft, dass Kunden wieder seinen Laden betreten, damit er auch im Jahr 2018 noch backen kann.

Von Andreas Koska

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