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Potsdam-Mittelmark Rallye-Premiere eines Ehepaars
Lokales Potsdam-Mittelmark Rallye-Premiere eines Ehepaars
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00:28 01.04.2018
Viola und Thomas Hickisch probieren schon mal, wie sie alles in dem eigens für diese Tour gekauften S-Klasse-Mercedes verstauen können. Quelle: Foto: Abromeit
Ludwigsfelde

„Wir sind eigentlich gar keine Camper“, sagt Viola Hickisch. Und muss lachen. Denn gerade befassen sie und ihr Mann Thomas sich eingehend mit Camping-Utensilien. Die beiden Ludwigsfelder testen etwa, welcher Schlafsack am besten geeignet ist für ihren diesjährigen Urlaub. Und der wird Abenteuer pur. Das ist so ziemlich das Einzige, was die beiden schon jetzt genau wissen, trotz aller Akribie bei der Vorbereitung.

Der Bauingenieur und die Psychologin haben sich auf Anregung einer Freundin zum allerersten Mal dazu entschlossen, eine Jedermann-Rallye mitzufahren. Für sie geht es „Rund um die Ostsee“ mit Start und Ziel in Hamburg. Die beiden wollen von Mitte Juni bis 1. Juli in 16 Tagen etwa 7500 Kilometer durch voraussichtlich zehn Länder fahren.  Bei den Autos  – man kann auch mit einem Zweirad teilnehmen  – ist Bedingung, dass es wenigstens 20 Jahre auf dem Buckel hat. „Wir haben uns einen S-Klasse-Mercedes gekauft, der so alt ist wie unsere Beziehung  – Baujahr 1987“, erzählt der 48-Jährige.

Gespannt, was für Aufgaben im Roadbook stehen

Zu den Bedingungen dieses Abenteuers gehören Verbote: keine Autobahn darf benutzt werden, kein Navigationsgerät, kein GPS. „Also bin ich in den Buchhandel gegangen und habe seit ewiger Zeit mal wieder einen Autoatlas gekauft“, sagt Thomas Hickisch.

Gespannt sind beide schon, was an Aufträgen und Empfehlungen im Roadbook stehen wird, dem Tourbuch, das alle Teilnehmer mit den Unterlagen vor dem Start bekommen. „Da haben wir ja aus zurückliegenden Jahren die dollsten Sachen gehört“, erzählt Viola Hickisch. „Zum Beispiel sollten Autos mal auf Legosteine gestellt werden oder das Team musste einen Polizisten Huckepack nehmen.“

Von allen erfüllten Aufgaben sind Fotos zu schicken. Dafür gibt es ebenso Punkte wie für die Übernachtungen: Hotels bringen am wenigsten, Camping und Privatunterkünfte deutlich mehr. Überhaupt geht es bei dieser Tour weniger um Schnelligkeit, auch wenn 16 Tage für die Strecke zum Nordkap und durchs Baltikum zeitlich nicht üppig sind. „Es geht einfach um Kommunikation, ob zwischen den Teilnehmern untereinander oder mit Menschen vor Ort“, sagt Viola Hickisch.

Spende an Netzwerk Gesunde Kinder TF

Bestimmen können die Ludwigsfelder ihre Strecke selbst. Weitere Bedingung ist  eine Spende von wenigstens 750 Euro für einen guten Zweck. Das Geld könnte ein Team auch bar hinblättern. „Aber da wäre ja der Spaß an der Kommunikation weg“, sagt sie. Und er ergänzt: „Wir haben uns entschlossen, dass unsere Spenden an das Netzwerk Gesunde Kinder TF und an eine DRK-Wohngruppe in Zossen gehen.“

Angemeldet sind die beiden inzwischen, sie haben Startnummer 168. Gemeldet haben für diese achte Auflage der Tour „Baltic Sea Circle 2018“ inzwischen 255 Teams. Dafür sind vor allem ein Name und ein Logo nötig. Die beiden Ludwigsfelder nennen sich „Happy Disaster“ und wollen Familie, Freunde und Interessierte mit einem Blog auf dem Laufenden halten. „Über diesen Blog kann man unsere Fotos und Tagesberichte auch kommentieren“, erklärt er. Und seine Frau ergänzt: „Oder wir starten dort auch Hilferufe, wenn irgendwas kaputt gegangen ist und wir nicht weiter wissen.“

Dies werde schon nicht so oft passieren, beruhigt sie sich. Es gehöre auch zum Ehrenkodex dieser Rallye, dass sich Teilnehmer in Notlagen untereinander helfen. „Und wir sammeln über unseren Blog auch Spenden“, erzählt die Fachfrau fürs Mentale und versucht so, von dem heiklen Pannen-Thema etwas abzulenken.

Schackeline und Hörnchen kommen mit

Fahren und fotografieren wollen übrigens alle beide, „je nach Tagesform“, sagen sie lachend. Und damit auch wirklich nicht allzu viel schiefgehen kann, haben sie Maskottchen und „Talismänner“ mit an Bord, sowohl eigene als auch die von Freunden. „Als erste Mitreisende haben unsere Nachbarn gleich Schackeline und Hörnchen angemeldet, zwei Plüschtiere“, sagt Viola Hickisch. Und gesteht, dass es ihr beim Nachdenken doch nicht ganz geheuer ist, auf was sie sich da eingelassen hat: Ob es das gemeinsame Erkunden der Strecke ist oder ob es darum geht, dem bisher unbekannten Auto unter die Motorhaube zu schauen und zu erkunden, was im schlimmsten Fall allein repariert werden kann oder wofür Fachleute nötig sind.

„Wir versuchen natürlich auch, unser Uralt-Russisch und unser Englisch aufzufrischen“, sagt er. Und hat dabei auch im Kopf, welche IT-Dinge er sich vor dem Start unbedingt noch aneignen muss. „Wir lernen jedenfalls alle beide im Moment sehr, sehr viel“, stellt Viola Hickisch fest.

Rallye-Partys am Nordkap und an der Ostsee

Neben dem Start am 16. Juni in Hamburg und der Zielankunft ebenfalls in der Hansestadt gibt es unterwegs zwei feste Anlaufstellen: Am Nordkap und irgendwo im Baltikum sind zwei Rallye-Partys geplant. Für das Vorbeischauen dort gibt es ebenfalls Punkte. „Aber die sind wirklich nicht so wichtig“, sagt Viola Hickisch. Sie ist sich noch nicht sicher, ob dieser Urlaub 2018 für sie beide pünktlich zu Ende geht.

Verfolgen können Interessierte die Reise der beiden Ludwigsfelder dann unter: happy-disaster-benz.blogspot.de

Von Jutta Abromeit

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