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Rasenmäher rollen zu selten in Ortsteilen

Treuenbrietzen Rasenmäher rollen zu selten in Ortsteilen

Neue Besen kehren gut, heißt es. Für die Pflege öffentlicher Grünflächen in Treuenbrietzen gilt derzeit wohl das Gegenteil. Seitdem die Verwaltung den Bauhof zum Bereich technische Dienste umgewandelt und Aufgaben neu strukturiert hat, erfolge die Rasenmahd nur noch unzureichend, kritisieren einige Ortsvorsteher.

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Hoch schießt das Unkraut vielerorts in Treuenbrietzen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Angesichts einer unzureichenden Pflege öffentlicher Grünflächen in Treuenbrietzen hagelte es Beschwerden aus einigen Ortsteilen. „So schlimm sah es bei uns in den Dörfern noch nie aus“, sagte etwa Walter Würfel kürzlich in der Sitzung des Ortsbeirates von Lobbese. Der Ortsvorsteher forderte häufigere Einsätze zur Rasenmahd. „Es kann nicht so weitergehen, dass immer mehr solcher Arbeiten auf die Bürger abgewälzt werden“, sagte Würfel.

Berthold Birka stößt ins gleiche Horn: „Unsere Dörfer verwildern zusehends“, sagte der Ortsvorsteher aus Rietz in der Sitzung der Stadtverordneten. Nur einmal sei dieses Jahr ein Trupp im Ort gewesen, der sich aber nur um Friedhof und Spielplatz gekümmert habe, während für die Grünflächen ein andere Truppe zuständig sein soll. „Die neue Aufteilung der Arbeitskräfte sollte noch einmal überdacht werden“, sagte Birka. „Wenn eine Truppe einmal im Ort ist, sollte sie angesichts der oft auch längeren Anfahrtswege gleich alle Arbeiten erledigen.“ Nur durch den Einsatz von Anwohnern, „die auch mal eine öffentliche Fläche vor ihren Häusern in die Obhut nehmen“, könne noch ein schönes Ortsbild gewahrt werden, sagte Birka.

Als „mangelhaft“ schätzte auch Werner Schlunke aus Feldheim die Grünpflege in den Orten ein. „Das gibt ein schlechtes Bild ab für die Gäste, die in Feldheim wegen des Neue-Energien-Forums auch oft aus dem Ausland kommen“, sagte der Stadtverordnete.

Die Ursachen für die Probleme bei der Grünpflege sehen die Ortsvertreter in der neuen Struktur des früheren Bauhofes der Stadt. Mit der Verwaltungsreform im Rathaus ist dieser im Bereich „Technische Dienste“ aufgegangen. Er vereint Hausmeister, Hallenwarte und Beschäftigte für die Pflege von Grünanlagen, Friedhöfen und Baumbeständen der Stadt. Dabei sollen sich die Teams mit 17 Mitarbeitern ihre Prioritäten selbst setzen und Pflegepläne erarbeiten.

„Dabei läuft es noch nicht so wie gedacht“, räumte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) ein. Er verwies auf Personalprobleme, „weil drei, vier Kollegen längere Zeit krankheitsbedingt ausfallen“. Zudem würden „spontane Einfälle aus manchen Orten die Langzeitplanung durcheinander bringen“. Etwa, wenn plötzlich zu einem Dorffest außerplanmäßig bestimmte Flächen im Ort gemäht werden sollen. Inzwischen sei in allen Orten mindestens einmal gemäht worden.

„Insgesamt gibt es zur neuen Struktur aber noch Abstimmungsbedarf“, räumte Knape vor Stadtverordneten ein. Er will nun Möglichkeiten prüfen lassen, wie Vereine in den Dörfern mit Technik und einer Aufwandsentschädigung ausgestattet werden könnten, wenn sie öffentliche Flächen vor allem in den Dörfern mit in ihre Obhut nehmen. Zudem gebe es in der Stadt zunehmend Bürger, „die neben ihren privaten auch für kleine kommunale Flächen die Pflege mit übernehmen“, sagte Knape am Donnerstag der MAZ.

Im Bereich „Technische Dienste“ gibt es aktuell 17 Stellen. Nicht alle sind mit Vollzeitkräften besetzt. Für Grünflächen sind vier Kräfte – davon drei in Vollzeit – zuständig. Zudem arbeiten von neun Hausmeistern sechs in Vollzeit. Für Transporte, Spielplätze, Friedhöfe, Müllentsorgung etc. sind zwei Vollzeitkräfte tätig. Kleinere Straßenbauarbeiten und Reparaturen werden von drei Arbeitern erledigt.

Von Thomas Wachs

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