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Potsdam-Mittelmark „RaumPioniere“ richten Jugendclubs neu ein
Lokales Potsdam-Mittelmark „RaumPioniere“ richten Jugendclubs neu ein
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12:26 06.12.2017
Die Beelitzer „Raumpioniere“ haben ihren Jugendklub umgestaltet: Fabienne, Noel, Alina und Finnley (v. l.). Quelle: H. Helwig
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Beelitz

Mit der Präsentation der vorläufigen Endergebnisse fand das Pilotprojekt „Raumpioniere“ im Land Brandenburg am Dienstag in Beelitz einen würdigen Abschluss. Die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg (LKJB) und ihr Verein Sozial Projekt & Strukturgestaltung (SPS) hatten dafür Kinder und Jugendliche in Beelitz, in Linthe und in Treuenbrietzen ausgewählt. In zwei Phasen sollten sie zunächst Vorstellungen entwickeln, wie ihre Freizeittreffpunkte noch anziehender auch für andere Jugendliche werden können und anschließend ihre Ideen auch in die Praxis umsetzen. Das Projekt wurde vom Bildungs- und vom Infrastrukturministerium, vom Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie von den jeweiligen Kommunen gefördert. Im Festsaal des Tiedemann-Hauses der Spargelstadt stellten die Jugendlichen nun ihre Projekte vor.

Im Jugendklub „Krobshof“ in Beelitz war angestrengt überlegt worden, was in den Räumen stattfinden könnte und wie diese dafür hergerichtet werden müssten. Nach einer kräftigen Renovierung wird nun ein Raum für eine Schreibwerkstatt und Kurse genutzt. Auch ein Klubkino soll künftig angeboten werden. Ein weiterer Raum ist zum Gemeinschaftsklubraum geworden und ein Sportraum steht jetzt auch zur Verfügung. Neue Möbel warten ebenfalls darauf, in Besitz genommen zu werden. Da die Stadt allerdings intensiv nach einem geeigneteren Treffpunkt für den Klub sucht – auch um die Jugendarbeit weiter ausbauen zu können –, sind sie noch nicht ausgepackt worden.

In Linthe hatten sich zwei Projektgruppen gebildet, die sich mit Graffiti beschäftigen beziehungsweise ein „Leckerli-Haus“ bauen wollten. Für das Haus hat es zwar nicht gereicht. Doch in der neuen Küche lassen sich genauso gut leckeres Eis herstellen oder Plätzchen backen. Im Graffiti-Workshop zu den Osterferien, in dem ein Profi den Jugendlichen Tipps zum Sprayen gab, ist eine Staffellei entstanden. Auf der 650-Jahr-Feier für Linthe haben Jugendliche für andere Jugendliche eine Veranstaltung mit Spraydosen organisiert, die sehr gut ankam, wie Wenke Hanack, Jugendkoordinatorin des Amtes Brück, berichtete. Bislang hätten es Jugendliche auf Gemeindefesten immer ein wenig schwer, etwas Passendes für sich zu finden. Im nächsten Frühjahr soll das Graffiti-Projekt auch in Brück ausprobiert werden.

Mit einem selbst komponierten und selbst getexteten Song kam das Team aus Treuenbrietzen nach Beelitz, um seine Ergebnisse vorzustellen. „Wir sind die Raumpioniere – wir legen richtig los...“. Den Beweis blieben die Treuenbrietzener auch nicht schuldig. Die drei Räume im Schulklub, der am Nachmittag als Freizeittreffpunkt genutzt wird, sind eine „Snoozel-Höhle“, eine „Girls Area“ mit einer Spiegelwand zum Tanzen sowie eine „Dschungel-Area“ entstanden. „Als wir eine alte Pinnwand ablösen wollten, kam uns die halbe Mauer entgegen“, erinnerte sich Workshopleiterin Nadja Körner. In der ersten Phase des Projekts hatten die Treuenbrietzener „Raumpioniere“ ein Video in Form einer Nachrichtensendung über ihre Stadt gedreht.

„Wir hatten sehr viel Spaß an dem Projekt, weil wir mal etwas Neues ausprobiert haben. Wir hatten nicht nur Ideen, sondern konnten sie auch umsetzen. Wir wissen ja am besten, was andere wollen“, hieß es aus allen drei Teams. Projektleiterin Pia Wehner vom SPS und Tina Balla vom LKJB würden im nächsten Jahr gern mit weiteren Jugendklubs weitermachen. „Die Jugendklubs sind wichtige Zwischenräume zwischen den Funktionalbereichen Elternhaus und Schule. In den Treffpunkten sind Ansprüche nicht vorgegeben. Dort können sich Jugendliche selbst ausprobieren“, sagt Pia Wehner.

Projekt soll Selbstvertrauen stärken

„Raumpioniere ist nach Auskunft von Projektleiterin Pia Wehner ein verwaltungstechnischer Begriff der Europäischen Union (EU). Er soll in der Zeit des demografischen Wandels die junge Generation bezeichnen, die sich in dünn besiedelten Gebieten für die Lebensqualität und das Gemeinwohl jüngerer Menschen engagiert.

Die nächste Staffel bereiten Pia Wehner vom SPS und Tina Balla von der LKJB bereits vor. Ein Antrag dafür ist bereits an Bildungsministerium gerichtet worden. Diesmal sind Saarmund, Schwielowsee, Lychen und Prenzlau im Gespräch. Dazu soll es Mitte Januar 2018 eine erste Erörterungsveranstaltung in Nuthetal geben.

Das Projekt soll nach Angaben der Organisatoren auch das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen stärken und die „Schwellen zwischen den Generationen wegräumen.“

Von Heinz Helwig

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