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Raupe, Kran und Sonnenuhr

Niemegker Bastler baut Praktisches und Dekoratives Raupe, Kran und Sonnenuhr

Maschinen und andere funktionale Dinge haben Willy Vogler aus Niemegk (Hoher Fläming) schon immer interessiert. Je größer, desto interessanter waren sie für ihn. Irgendwann hat er begonnen, sie als Modelle nachzubauen. Doch damit nicht genug: Der Bastler schafft nebenher auch ganz eigene Kreationen.

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Der Niemegker Bastler Willy Vogler baut leidenschaftlich gern funktionale Modelle.

Quelle: Foto: Stefan SpechtE

Niemegk. Die Nachbarn kennen Willy Vogler als geübten Sonnenuhrenbauer. Mehr als zehn Stück hat er schon gebaut. Die Uhren hängen nicht nur in bei Freunden und Verwandten, sondern unter anderem auch im Seniorenheim im Klinkengrund in Bad Belzig. Als die Mutter von Willy Vogler dort einige Zeit lebte, baute er ihr eine schöne Sonnenuhr und ließ sie dort aufhängen. Als sie wieder zurück nach Niemegk zog, ließ er sein Werk als Schenkung dort zurück. Vor einigen Jahren hat sich der gelernte Schlosser neue Herausforderungen gesucht. Seit dem baut er Modelle von Baumaschinen. Eine Raupe, eine Lok und einen Kran hat er bereits in liebevoller Kleinarbeit geschaffen. Dafür nutzt er ausschließlich Materialien, die nicht mehr genutzt wurden und beinahe den Weg in den Müll gefunden hätten.

Und noch eine Gemeinsamkeit haben die drei großen Modelle. Die Vorbilder der Raupe, der Lok V22 und vom Kran UB 80 wurden früher im Niemegker Ziegeleiwerk eingesetzt. „Das ist für mich wie ein Stück Kindheit, das ich mir zurückhole“, erzählt Willy Vogler. „Mein Vater hat die gefahren. Als kleiner Junge habe ich ihn besucht. Die großen Maschinen haben mich schon immer fasziniert.“

Nach seiner Ausbildung zum Schlosser zog der heute 51-Jährige bald nach Berlin. Dort wohnt er noch immer, doch jedes Wochenende zieht es den Niemegker zurück in die Heimat. Auf dem elterlichen Hof hat er sich eine Werkstatt eingerichtet. Dorthin verschwindet er oft für viele Stunden am Tag. Dann schmökert er in alten Büchern und saugt die Details zu Fahrzeugen auf, die er bauen will. „Richtige Bauanleitungen gibt es ja nicht mehr. Darum muss ich versuchen, so viel wie möglich von Bildern und Beschreibungen zu lernen“, so Willy Vogler.

Seit einigen Jahren hat der Niemegker mehr Zeit, an seinen Modellen zu basteln. Aufgrund von Hals- und Lendenwirbelproblemen wurde er arbeitslos. „Die Arbeiten an den Baumaschinen sind für mich wie eine Art Reha“, sagt Willy Vogler. „Damit beweise ich mir, dass ich es noch drauf habe.“ Nur bei Arbeiten über Kopf wird es für ihn schwierig. „Ansonsten geht alles.“

Nun sucht Willy Vogler eine Arbeit als Schlosser. Am liebsten wäre ihm ein Angebot aus dem Fläming. Dann würde er wieder zurück nach Niemegk ziehen. Bis dahin will er weiterhin aus Schrott und Altmetall Sonnenuhren bauen. Ein neues Modell einer Baumaschine ist dagegen vorerst nicht geplant. „Das ist eine sehr zeitintensive Arbeit, Sonnenuhren gehen schneller“, so Willy Vogler. Bis zu eineinhalb Jahre dauerte es von der ersten Idee bis zum funktionsfähigen Modell des Krans. „Bei dem lassen sich die Türen öffnen, der Arm lässt sich drehen und schwenken und die Maschine bewegt sich sogar nach vorne und hinten“, erzählt der Schlosser stolz.

Er kann sich vorstellen, seine Modelle in Niemegk auszustellen. „Das würde gut zum Motto Stadt der Steine passen. Die Fahrzeuge haben ja im Ziegeleiwerk gearbeitet und damit an der Herstellung von Steinen gearbeitet“, findet Willy Vogler. Vielleicht in einem der leerstehenden Niemegker Schaufenster.

Von Stefan Specht

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