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Raus aus dem Wohngebiet

Neuseddin Raus aus dem Wohngebiet

Die Kleinbetriebe am Bahngeländes in Neuseddin können hoffen: Die Gemeinde Seddiner See will für die Unternehmen eine neue Zufahrt finden, so dass der Gewerbeverkehr nicht länger durch ein Wohngebiet fließen muss. Die neue Zufahrt ist die Voraussetzung für einen Bebauungsplan, mit dem die Firmen das Recht zu einer Erweiterung erhalten.

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Quelle: Detlev Scheerbarth

Neuseddin. Die Kleinbetriebe an der Westseite des Bahngeländes in Neuseddin können hoffen: Die Gemeindevertreter von Seddiner See wollen für die Unternehmen sowie für das angrenzende Bahnbetriebswerk eine neue Zufahrt finden, so dass der Gewerbeverkehr nicht länger durch das davor liegende Wohngebiet fließen muss. Die neue Zufahrt ist die Voraussetzung für einen genehmigungsfähigen Bebauungsplan „Gewerbegebiet am Wasserturm“, mit dem die Firmen die rechtlichen Grundlagen erhalten sollen, sich erweitern zu können.

Die Gemeindeverwaltung Seddiner See hatte das Berliner Landschaftsplanungsbüro von Margret Hemeier und das Ingenieurbüro von Thomas Hartmann in Ferch mit der Untersuchung beauftragt, auf welchem Weg der Gewerbeverkehr um das Wohngebiet herum zum älteren Gewerbegebiet in der Pappelallee beziehungsweise zur Ortsdurchfahrt durch Neuseddin geführt und damit an das überregionale Verkehrsnetz angebunden werden kann. Von sieben erwogenen Möglichkeiten sollen die beiden Büros nun in Abstimmung mit betreffenden Behörden aus drei Vorzugsvarianten die endgültige Trasse herausarbeiten.

Der sogenannte Bogen (grüne Variante B) würde quer durch den Wald direkt zur Ortsdurchfahrt führen. Die Kosten könnten annähernd 2,87 Millionen Euro betragen, haben die Planer grob überschlagen. Die „Gute Mischung“ (blaue Variante C) würde ein Stück auf einer vorhandenen Straße verlaufen und später in den Wald abknicken. Diese Lösung würde etwa genauso teuer werden wie die Variante B. Die rote Variante E könnte im ersten Abschnitt der Trasse einer alten Panzerstraße folgen, bevor sie ebenfalls in den Wald abbiegt. Diese Route wäre allerdings mit 4,35 Millionen Euro die teuere Alternative, sagt Bauingenieur Hartmann. Der gesamte Straßenabschnitt mitsamt seinem Unterbau müssten komplett entfernt und neu verlegt werden.

Unabhängig von allen Varianten soll die spätere Gewerbezufahrt etwa zehn Meter breit sein, damit zwei sich begegnende Lastwagen ungehindert aneinander vorbeifahren könnten, meinen die Ingenieure. Eine schmalere Straße mit Ausweichtaschen für den Begegnungsfall, wie sie Gemeindevertreter Werner Ruhnke (SPD) vorschlägt, hält Hartmann nicht für sinnvoll. Das Abbremsen und Anfahren der Lastwagen würde unvermeidlich Stickstoffprobleme hervorrufen. Außerdem wäre die Straße bei einem Verkehrsunfall oder einem defekten Fahrzeug dicht.

Geklärt werden muss noch die Finanzierung des Projekts. Die Gemeinde will die Bahn und die Kleinbetriebe daran beteiligen und Fördermittel beim Land beantragen. Hartmann glaubt, dass bis zu 70 Prozent aus dem Programm der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe (GA) drin wären – nach seiner Rechnung knapp zwei Millionen Euro. Bei der Gemeinde dürften höchstens 200 000 Euro verbleiben.

Ein anderes Problem ist die artenreiche Kleintierwelt im Planungsgebiet. Mit einer Umsiedelung der geschützten Zauneidechse haben die Seddiner bereits Erfahrungen. Die ebenfalls vermutete, aber noch nicht nachgewiesene Schlingnatter allerdings lebe sehr versteckt und lasse sich nur aufwendig fangen, sagt Landschaftsplanerin Hemeier.

Die Ingenieurbüros warten jetzt die Expertise eines sachverständigen Biologen ab, bevor sie etwa Ende Mai/Anfang Juni erste Gespräche mit der Forstbehörde über eine Waldumwandlung führen wollen.

Von Heinz Helwig

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