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Raus aus der Wanne und ab zum Sport

Umbau in der Bad Belziger Reha-Klinik Raus aus der Wanne und ab zum Sport

Die Nachfrage nach medizinischen Wannenbädern ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. In der Bad Belziger Reha-Klinik hat man diesen Trend erkannt und sich deshalb umorientiert. Umbauarbeiten waren nötig, um nun eine aktive Bewegungstherapie anbieten zu können.

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Physiotherapeutin Franziska Gropler (re.) zeigt Patientin Andrea Rathmann, welche Übungen für sie gut sind.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. „Großartig gelungen“, schwärmten die Gäste, nach dem vor wenigen Tagen in der Bad Belziger Rehaklinik Geschäftsführerin Katrin Eberhardt und Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) gemeinsam zur großen Schere gegriffen hatten. Keinen Gipsverband musste diesmal durchtrennt werden, sondern das rote Schleifenband am Eingang zur neuen Physiotherapie. Dort, wo sich bis Ende Februar noch der eine oder andere Kurpatient in der medizinischen Badewanne tummelte, stehen nun sieben neue Behandlungsplätze für die Aktiv-Therapie zur Verfügung.

Ein überfälliger Schritt

„Die Nachfrage nach medizinischen Wannenbehandlungen ist in den vergangenen Jahren um rund die Hälfte zurück gegangen“ sagt Geschäftsführungs-Assistentin Daniela Rüffert. Als Grund nennt sie die Streichung der Wannenbäder aus den Leitlinien der Krankenkassen, die, den neuesten Erkenntnissen zum Behandlungserfolg folgend, bei verordneten Wannenbädern nicht mehr die Kosten tragen. Aktive Therapie statt passiver lautet nun die Behandlungsstrategie. Der Rückbau der großzügigen Wannenabteilung samt ihren Becken zur Kneipptherapie auf etwa die Hälfte der vorherigen Größe war sowohl aus medizinischen, als auch wirtschaftlichen Überlegungen, ein längst überfälliger Schritt.

Die Raumplanung für die sieben mit Vorhängen abtrennbare Kabinen, für die Ausschmückung der Räume und das notwendige Mobiliar hat Daniela Rüffert weitestgehend selbst übernommen. „Auf diese Weise können wir unsere Vorstellungen leichter und ohne Umwege realisieren und müssen nicht jeden Schritt mit einem externen Planer oder Architekten besprechen“, sagt Rüffert. Auch in anderen Bereichen der Reha-Klinik wurde dieses Selbstmacher-Prinzip bereits erfolgreich angewendet, sagt sie. Nur für die statischen Berechnungen, die zum teilweisen Entfernen einer Trennwand notwendig waren, und für die Bauausführung wurden Fremdfirmen eingebunden.

Fast 100.000 Euro investiert

Anfang März begannen die Arbeiten, für die aufgrund des Lärms und Baustaubs auch der verbleibende Wannenbereich geschlossen werden musste. Als Ende Mai die letzten Arbeiter die Baustelle verließen, konnte mit dem Einrichten begonnen werden. Die hellen Ocker- und Rosatöne an den Wänden haben das typische Kachelflair abgelöst. Schränkchen und Ablageflächen aus hellem Holz und die modernen, elektrisch verstellbaren Massageliegen machen den Aufenthalt für Mitarbeiter und Patienten angenehm. 80.000 Euro für die Bauarbeiten und 17.000 Euro für die Ausstattung hat die Reha-Klinik in die Gesamtmaßnahme investiert.

Froh ist man dort auch über die Möglichkeit, durch den neuen Physiobereich weitere Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Vier neueingestellte Physiotherapeuten gehören nun zum 29 Mitarbeiter zählenden Team, das sich aus Physio- und Ergotherapeuten, Masseuren und Sportlehrern und Therapieplaner zusammensetzt.

Von Uwe Klemens

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