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Tödlicher Wolfsangriff löst heftige Leserdebatte aus

Steinberg (Potsdam-Mittelmark) Tödlicher Wolfsangriff löst heftige Leserdebatte aus

Panikmache oder reale Gefahr? Der Angriff auf Terrier-Hündin Angie in Steinberg (Potsdam-Mittelmark) hat auf der Facebook-Seite der MAZ ein geteiltes Echo ausgelöst und heftige Reaktionen hervorgerufen. Fakt ist, die Wölfe haben Steinberg nicht verlassen. Eine Wildkamera erbrachte den aktuellen Beweis.

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Wieder ist ein Wolf am Grundstückszaun in Steinberg. Aufgenommen in der Nacht zum Montag.

Quelle: privat

Steinberg. Nach dem Angriff auf die Terrier-Hündin Angie sorgen weitere Wolfssichtungen für Unruhe in Steinberg. Wie die Aufnahme einer Wildkamera belegt, war auch in der Nacht zum Montag wieder eines der Raubtiere am Grundstückszaun von Kerstin Schöbe aktiv.

>> Terrierhündin Angie nach Wolfsangriff eingeschläfert

Andere Dorfbewohner berichten von einem Wolf, der an den Häusern und am Spielplatz vorbei auf der Ortsdurchfahrt entlang schnürt. Möglicherweise handelt es sich um eine läufige Wölfin, weil sich insbesondere die Schäferhunde in Steinberg auffällig verhalten würden.

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In Steinberg nahe Ziesar tappen Wölfe beinahe jede Nacht in die aufgestellte Fotofalle. Mitte Februar hatte ein Wolf durch einen Stabgitterzaun hindurch die Terrierhündin Angie angegriffen und schwer verletzt. Die Bewohner sind seitdem verunsichert.

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In den sozialen Netzwerken hat das Schicksal von Terrier-Hündin Angie, die nach dem Verlust einer Pfote eingeschläfert werden musste, ein großes Echo ausgelöst. An die 50 Kommentare wurden auf der Facebook-Seite der MAZ abgegeben. Die Meinungen sind höchst unterschiedlich. So befürchtet Björn Bleiß, dass der Vorfall kein Einzelfall bleiben wird: „Der Wolf sieht im Hund nicht nur Konkurrenz, sondern auch Beute.“

Hündin Angie musste nach Wolfsangriff eingeschläfert werden

Dass die Besitzer ihre schwer verletzte Hündin einschläfern ließen, kann zum Beispiel Laura Tietz gut verstehen. Sie schreibt: „Die Besitzer haben meiner Meinung zum Wohl des Tieres gehandelt.“ Und Susann Preßer meint auf der MAZ Facebook-Seite: „Ruhe in Frieden kleiner Terrier.“ Diesem Wunsch schließt sich Annett Milbradt an. Sie empfinde Mitleid mit den Besitzern und hoffe, dass es dem Terrier im Hundehimmel gut gehe.

Die verletzte Hündin Angie

Die verletzte Hündin Angie.

Quelle: Privat

Renate Barth macht sich auf Facebook Sorgen um die Zukunft. Sie schreibt: „Ich habe auch einen Hund und wohne in der Gegend. Und ganz ehrlich habe ich Angst davor mal so eine Begegnung mit dem Wolf zu machen.“ Aber es gibt auch kritische Stimmen zur Situation in Steinberg. Für Rene Raguse fehlt jeder direkte Beweis, dass ein Wolf die Terrier-Hündin angegriffen hat.

Geteilte Meinungen in der Facebook-Diskussion

Er fragt: „Warum musste der Hund denn allein im Dunkeln draußen bleiben, wenn schon Wölfe gesehen wurden? Wieso werden die Wölfe beschuldigt nur weil sie gelegentlich nachts durch den Ort wandern, was völlig normal ist.“ Auch Helga Dittkra findet, das eine Kamera allein noch keinen Wolf bestätigen kann. „Durch falsche Aufklärung wird der Wolf wieder zum Untier und Panik wird verbreitet“, diskutiert sie auf Facebook.

Eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat El Boo. Sie schreibt auf der MAZ-Seite: „Ich wohne auch auf dem Land. Mein Kind geht morgens nicht allein in die Kita oder in die Schule. Aber das nicht wegen einem Wolf! Da habe ich mehr Angst, dass sich irgend jemand mein Kind schnappt bei den ganzen kranken Menschen.“ Für unnötig hält Claudia Summer die Einschläferung der angegriffenen Hündin.

Sie findet: „Ein Hund kann mit so einer Behinderung ein gutes Leben führen.“ Regine Sterzing geht mit der Berichterstattung hart ins Gericht. Sie ätzt über ein „Glanzstück der Journaille“. Wieder mal werde ordentlich Panikmache betrieben. Per DNA-Abstrich hätte sich genau feststellen lassen, ob tatsächlich ein Wolf der „Täter“ war.

Von Frank Bürstenbinder

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