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Rebellion gegen Entscheidung des Umweltamtes

Rotoren im Wald bei Beelitz genehmigt Rebellion gegen Entscheidung des Umweltamtes

Das Landesumweltamt hat den Bau von zwölf riesigen Windkraftanlagen in einem Wald bei Beelitz genehmigt. Seit Jahren laufen Bürger und Lokalpolitiker Sturm gegen dieses Projekt. Auch die Kliniken in Beelitz-Heilstätten befürchten gesundheitliche Schäden für Patienten. Doch die Gegner der Windräder wollen nicht aufgeben und verbünden sich gegen die Entscheidung.

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200 Meter hohe Windräder sollen in einem Wald errichtet werden.

Quelle: Dpa

Beelitz. Gegen die Entscheidung des Brandenburger Landesumweltamtes, zwölf Windräder in einem Waldgebiet in der Gemarkung Reesdorf zu genehmigen, formiert sich geballter juristischer Widerstand. Die Stadt Beelitz, die Recura Kliniken in Heilstätten und die Bürgerinitiative Waldkleeblatt wollen gemeinsam gegen die Genehmigung vorgehen. Bernhard Knuth, Bürgermeister der Spargelstadt, bestätigte ein entsprechendes Treffen mit den Anwälten der drei Partner.

Das Landesumweltamt hat der Firma Juwi aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) die Genehmigung für die Errichtung von zwölf Windrädern erteilt, 15 waren beantragt worden. Die Stadt Beelitz legte bereits postwendend Widerspruch gegen die Entscheidung ein. Sie hat in der Auseinandersetzung auch noch einen Trumpf in der Hand. Um die 200 Meter hohen Windräder in dem Wald im sogenannten Windeignungsgebiet 25 Reesdorfer Heide errichten zu können, muss das Areal erschlossen werden. Dafür braucht Juwi die Stadt Beelitz, die Wegerecht über kommunales Gelände einräumen müsste. Die Kommune hat bisher keinen Gestattungsvertrag dafür unterzeichnet. Im Gegenteil: Sie hat nach der Entscheidung des Landesumweltamtes bereits auf die Möglichkeit reagiert, dass Juwi die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung beantragt. Vorsorglich wurde beim Landesumweltamt die Aufforderung hinterlegt, dass in dem Fall der Juwi-Antrag zurückzuweisen ist – wegen nicht gesicherter Erschließung des Areals. Das Wegerecht müsste das Windrad-Unternehmen im Zweifelsfall also einklagen. „Wir sind gerüstet für eine zivilgerichtliche Auseinandersetzung mit der Firma Juwi“, sagte Knuth der MAZ. Es sei im Interesse der Stadt, wenn möglichst wenige Windkraftanlagen errichtet werden.

Scharfe Kritik an der Genehmigung der zwölf Windräder in dem Waldgebiet zwischen Beelitz-Heilstätten, Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde kommt von der Bürgerinitiative Waldkleeblatt. Das Landesamt für Umwelt habe damit alle Bedenken und Einwendungen von Bürgern, des Waldkleeblatt-Vereins, der Stadt Beelitz, der Nachbargemeinden und der Recura Kliniken als größtem Arbeitgeber der Region ignoriert, sagte Winfried Ludwig, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Weder der Gesundheitsschutz der betroffenen Bürger etwa durch die erhöhte Gefahr von Waldbränden noch der Schutz der Patienten der Recura-Spezialkliniken insbesondere vor Infraschall sowie Fragen des Naturschutzes wurden bei der Genehmigung seitens des Landesumweltamtes ausreichend gewürdigt. „Sonst hätte der Antrag verwehrt werden müssen“, sagte Ludwig.

Er spricht von einer verfehlten Energiepolitik, wenn im Namen des Klimaschutzes klimaschützende Wälder geopfert werden. „Wir zerstören intakte Wälder mit dem vagen Versprechen, den Eingriff irgendwo durch Ersatzpflanzungen wieder auszugleichen.“ Ein großer Teil der Natureingriffe würde aber in Geld abgegolten, so Ludwig. Hier gehe es um mehrere 100 000 Euro. „Das ist ganz legal, das kann man der Windindustrie nicht vorwerfen“, sagte Ludwig und fügte hinzu: „Es ist aber ökologischer Frevel und unvereinbar mit den Festlegungen des Weltklimarates, der die verstärkte Aufforstung empfiehlt.“

Es läge in der Macht der Landesregierung, die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern per Verordnung zu untersagen „und damit einen wirklichen und bleibenden Beitrag zum Gesundheits- und Klimaschutz zu leisten“, sagte Ludwig.

Von Jens Steglich

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