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Potsdam-Mittelmark Baustelle mit Überraschungen
Lokales Potsdam-Mittelmark Baustelle mit Überraschungen
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13:13 10.09.2018
Architekt Egon Behrens vor der Baustelle des alten Herrenhauses. Zahlreiche Besucher schließen sich seiner Führung an. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Reckahn

„Da ziehe ich wieder ein!“ Für Reckahns Altbürgermeisterin Christel Brüssow ist der Baufortschritt am alten Herrenhaus eine wahre Freude. Viele Jahre hat sie nach dem Krieg selbst mit ihrer Familie im Obergeschoss des über 400 Jahre alten Gebäudes gewohnt. Zuerst als Flüchtlingskind aus Pommern, ohne fließend Wasser in der Wohnung. Als Bürgermeisterin hatte sie ihr Gemeindebüro in dem Gebäude, das einst als Vorgängerbau des benachbarten Schlosses (1792) errichtet wurde.

Der Aufwand ist enorm. Für mehrere Millionen Euro wird in Reckahn ein über 400 Jahre altes Herrenhaus zu einem Kultur-und Gemeindezentrum umgebaut. Im Oktober 2018 soll Richtfest sein.

Wo Christel Brüssow und andere Reckahner früher zur Miete wohnten, entstehen gerade 22 moderne Doppelzimmer, deren Nutzer nicht auf ein eigenen Bad verzichten müssen. „Die Zeiten mit einem Duschraum auf dem Flur sind lange vorbei“, erklärte ein schmunzelnder Architekt den Teilnehmern einer Baustellenführung am Tag des offenen Denkmals. Egon Behrens verantwortet die Pläne für den aufwendigen Umbau des altersschwachen Gemäuers in ein zeitgemäßes Gemeindezentrum, das viel Platz für die Bürger, Kultur und Konferenzen bieten soll. Dazu gehören im Obergeschoss 22 Zimmer für Übernachtungsgäste.

Architekt Egon Behrens (r.) erläutert den Rohbau des künftigen Seminarraums im Erdgeschoss. Quelle: Frank Bürstenbinder

Nach einem holprigen Start laufen die Bauarbeiten inzwischen auf Hochtouren. Wärmedämmsteine haben marodes Mauerwerk abgelöst. Faulige Balken wurden durch Betondecken ersetzt. Auch das Treppenhaus besteht jetzt aus massiven Teilen.

Stammsitz derer von Rochow

Das Reckahner Barockschloss von 1729 gehört zum Stammsitz der märkischen Adelsfamilie von Rochow. Bauherr war Friedrich Wilhelm von Rochow.

Neben dem Schloss steht das alte Herrenhaus, das Tobias von Rochow 1605 errichten ließ. Es ist bekannt für seinen im Renaissance-Stil ausgeführten Giebel.

Das alte Herrenhaus wird derzeit für mehrere Millionen Euro aus Fördertöpfen und Eigenmitteln der Gemeinde Kloster Lehnin zu einer Begegnungsstätte umgebaut.

Als nächste Arbeit steht am 17. September das Aufsetzen der Dachkonstruktion an. „Dabei greifen wir auf die originale Konstruktion zurück. Außerdem wird an der Nord- und an der Südfassade historisches Fachwerk wieder sichtbar gemacht, das bislang überputzt war“, erklärte der Architekt bei einem Rundgang durch das Erdgeschoss.

Großer Seminarraum

Zu ebener Erde wird sich der Mittelpunkt des neuen Gemeindezentrums befinden – ein multifunktionaler und teilbarer Raum mit Platz für rund 100 Personen. Dazu gehört ein neuzeitlicher Anbau in Glas und Sichtbeton, der den Blick zum Schlosshof frei gibt. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem der Haupteingang mit Zugang zum Fahrstuhl, der Sanitärbereich, das Dorfcafé, eine Ausgabeküche, Nebenräume und der künftige Jugendklub, der einen separaten Eingang bekommt.

Die Zeichnung des Architekturbüros Behrens & Heinlein zeigt, wie das Gemeinde-, Kultur- und Kongresszentrum neben dem Rochow-Schloss einmal aussehen soll. Komplett neu ist ein Anbau mit Flachdach. Quelle: Frank Bürstenbinder

Nach aktuellen Plänen soll im kommenden Oktober Richtfest sein. Mit der Fertigstellung wird für Mai/Juni 2019 gerechnet. Eine Einweihung des Gemeindezentrums erfolgt nach der Innenausstattung einige Wochen später. Größere Probleme auf der Baustelle sieht Behrens im Augenblick nicht mehr: „Die Überraschungen sind durch.“ Unerwartete Entwicklungen gab es in den letzten Wochen reichlich. Denkmalschutz, archäologische Funde und der heikle Bauzustand haben so einige ursprüngliche Vorstellungen und Zeitpläne durcheinander gebracht.

Entdeckungen unter dem Fußboden

Doch Architekt Behrens beklagte sich nicht. Insbesondere lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem begleitenden Archäologen Thomas Langer. Dieser hat unter den Terracottafliesen von 1605 noch viel ältere Siedlungsschichten entdeckt. Zahlreiche Artefakte belegen, dass sich schon die Reckahner des Mittelalters auf diesem Platz in einem festen Haus zum Wohnen, Feiern und Klönen getroffen haben.

Von Frank Bürstenbinder

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