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Reetz: Genehmigung für Fahrsilo liegt vor

Wider den Bürgerwillen Reetz: Genehmigung für Fahrsilo liegt vor

Belästigungen durch Geruch, Lärm und Dreck sind absehbar: Das bei Reetz geplante 4-Kammer-Fahrsilo, samt Gärrestbehälter, darf aber errichtet werden. Das Landratsamt Bad Belzig hat dies genehmigt, obwohl Ortsbeirat Reetz und Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark gegen die – per Gesetz allerdings privilegierte – Investition sind.

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Quelle: eva loth

Reetz. Das am Rand des 600-Einwohner-Dorfes geplante 4-Kammer-Fahrsilo darf tatsächlich errichtet werden. Neben dem Lager soll ein Gärrestbehälter entstehen. Diesen Plänen des Landgutes Reppinichen hat die Bauaufsicht der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark jetzt die Zustimmung erteilt. Die Behörde hat damit formell das Einvernehmen hergestellt, obwohl sich Ortsbeirat Reetz und Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark ausdrücklich gegen die – per Gesetz allerdings sogar privilegierte – Investition ausgesprochen haben.

Die Mehrheit der Betroffenen in Reetz und Umgebung hat damit offenbar vergeblich gehofft, dass nach dem Verzicht auf den Bau einer eigenen Biogas-Anlage im Wiesenburger Gewerbepark nun auch dieses Vorhaben ad acta gelegt wird. Die Realisierung der Pläne sei weiter nötig, um Qualität der Produkte zu sichern; die Umweltgefährdung einzuschränken und die Fahrwege zu optimieren, sagt Thomas Redwanz. Er ist Berater der Lindhorst-Gruppe, die Eigentümerin der einstigen Wiesenburger Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) ist. Die Erträge von rund 5500 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche müssten untergebracht werden, wobei die aktuell genutzten Feldrandsilos ersetzt werden müssen, wie er sagt.

Geruch, Lärm und weitere Beeinträchtigungen werden zumindest in der Theorie nicht derart erheblich sein, dass vom Landratsamt Bad Belzig die Genehmigung hätte versagen können. Ähnlich bewertet die Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark die Sachlage. „Es gibt kaum Aussichten, auf Erfolg vor dem Verwaltungsgericht“, hat Marco Beckendorf (Die Linke) in der jüngsten Parlamentssitzung berichtet. Folgerichtig sei der Klageweg ausgeschlossen, so der Bürgermeister.

Ob betroffene Anrainer oder die Bürgerinitiative „Für die Zukunft unserer Dörfer“ aktiv werden, ist noch offen. Auf jeden Fall fürchten sie mehr denn je den anhaltenden Anbau von Hächselfrüchten, hauptsächlich Mais, für die Biogasanlagen der Marktfrucht-GmbH in Reppinichen und Wiesenburg und die daraus folgenden Verkehrsbelastungen mit den riesigen Maschinen insbesondere zur Erntezeit. Die vom Agrarbetrieb als Kompromissversuch betriebene Suche von Ausweichrouten war jedenfalls im Sommer gescheitert.

Von René Gaffron

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