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Potsdam-Mittelmark Reetz lehnt Pläne für Silo-Bau ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Reetz lehnt Pläne für Silo-Bau ab
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00:24 29.07.2015
Ortstermin auf dem eigentlichen Baufeld: Diskussion und Blick in die Pläne Quelle: Eva Loth
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Reetz

Der Ortsbeirat hat sich einmal mehr gegen den vom Landgut Reppinichen geplanten Bau eines 4-Kammer-Fahrsilos sowie eines Gärrest- und eines Sickersaftbehälters am Dorfrand ausgesprochen. Monika Gante und Eva Loth orientierten sich bei ihrem Votum zum einen am vorher abgefragten Meinungsbild des zahlreich anwesenden Publikums und bestätigten zum anderen ihre vor drei Jahren getroffene Ablehnung.

Seinerzeit hatte der Agrarbetrieb angekündigt, selbst eine Biogas-Anlage im Wiesenburger Gewerbepark II errichten zu wollen. Dieses Vorhaben ist vom Tisch, nachdem die juristischen Auseinandersetzungen mit dem einstigen Schwesterunternehmen, der Wiesenburger Marktfrucht-GmbH, beigelegt und vielmehr die langfristige Belieferung mit Häckselfrüchten für deren Biogas-Anlagen in Wiesenburg und Reppinichen vereinbart ist. Ziel sei eine ökonomisch und ökologisch normgerechte Lagerung sowie Optimierung der Transportwege, wie der Berater Thomas Redwanz einmal mehr betonte. Schließlich werde knapp die Hälfte der 5000 Hektar umfassenden Anbaufläche zu dem Zweck beackert.

Zweifel überwiegen

Wie sich die Produktion vor dem Hintergrund globaler rund lokaler Entwicklungen verändert hat, konnte Markus Weinholz erklären. Der Produktionschef stellte dar, dass es neuerdings eine gewisse Vielfalt und dank Abstimmung mit dem Partner eine reduzierte Menge beim Anbau der Energiepflanzen gibt. Dies haben die Bürger augenscheinlich zur Kenntnis genommen, wie Bernd Seliger sagte.

Aber bei ihnen überwiegen die Zweifel, die sich vor allem aus der Verkehrsproblematik ergeben. In der Erntezeit ist zusätzlich mit 60 Hin- und Rücktouren pro Tag zu rechnen, hieß es. Im besten Fall nur die Hälfte davon durch den Ort, wie Dirk Reinkens erklärte. Doch ob die vom Geschäftsführer ins Auge gefasste Ausweichroute auf der Panzerstraße buchstäblich zum Tragen kommt, ist ungewiss. Hartmut König berichtete, dass eine mehr oder weniger provisorische Befestigung aus Gründen des Bodenschutzes schwierig sei. Der Bauamtsleiter liegt eigener Aussagen zufolge gerade an anderer Stelle mit der Aufsichtsbehörde im Streit.

Genervt von Lärm, Dreck, Gefahren

Derweil sind die Reetzer genervt von Lärm, Dreck und Gefahren, die Langholz-Transporter, Ziegelstein-Lastzüge und Landmaschinen mit sich bringen. „Der Bauantrag wirkt da gerade als Katalysator für eine Gemengelage“, bestätigt Marion Gante. Einen der Verursacher jetzt zur Problemlösung in die Pflicht zu nehmen, schien ihr und den Mitstreitern offenbar nicht hinreichend genug. Sie wünschen sich ein Verkehrsgutachten für den Ort.

„Wenn wir nicht liefern können, werden die Biogas-Anlagen-Betreiber anderenorts Akquise betreiben“, wies Uwe Reinkens darauf hin, dass die ablehnende Stellungnahme nicht einmal eine Verschiebung des Problems sei. Ob sie demnächst von der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark unterstützt und für eine Versagung des Vorhabens wirksam wird, ist ungewiss, wie Marko Beckendorf (Die Linke) sagt. „Nötigenfalls stellt das Landratsamt Bad Belzig das Einvernehmen her, wenn es die Bedenken als rechtlich nicht relevant einstuft“, so der Bürgermeister.

Von René Gaffron

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