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Potsdam-Mittelmark Reetzer Wandbild vor Fertigstellung
Lokales Potsdam-Mittelmark Reetzer Wandbild vor Fertigstellung
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19:20 21.10.2016
Petra Drott bei der Restaurierung des wertvollen Wandbildes in der Reetzer Kirche. Quelle: Eva Loth
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Reetz

Einst war das Wandbild in der denkmalgeschützten Reetzer Dorfkirche deren Schmuck und Stolz. Das bezeugt etwa ein Ausschnitt der Zeitschrift Potsdamer Kirche aus dem Jahr 1952. Beim Eintreten in die Kirche falle der Blick zuerst auf die Heilandsgestalt auf der Weltkugel, eingerahmt von Bildern und Sprüchen aus der Johannes-Offenbarung. Darüber die Namentafeln der Gefallenen, von unten beschienen vom Licht zweier schmiedeeiserner Leuchter auf schön gemauerten Sockeln. „Alles passt sich dem Charakter des Raumes an“, urteilt die Zeitschrift, „dessen Beschaffenheit aus natürlichem Felsgestein mit schweren schmiedeeisern beschlagenen Eichentüren und holzgeschnitzten Balkenverzierungen einer besonderen Lösung bedurfte.“

Zahn der Zeit hat dem Kunstwerk zugesetzt

Mit solch warmen Worten lobt das Magazin die vom Kirchenmaler Kurt Dittebrand geschaffene Kirchenmalerei. Doch der Zahn der Zeit hat dem Kunstwerk zugesetzt: die Putzoberfläche ist gebröselt, die Malschicht abgelöst. Teilweise sind große Schollen aus dem Wandbild herausgebrochen.

Um es wieder zum strahlenden Schmuck der Kirche zu machen, ist das Bad Belziger Restauratoren-Ehepaar Petra und Udo Drott nach Reetz gerufen worden. Sie sind Experten, vom Drott’schen Können konnten schon die Kirchen in Raben und Rädigke profitieren.

Die Reetzer Dorfkirche

Die Reetzer Dorfkirche stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Vermutlich bereits im 13. Jahrhundert ist dann der Turm hinzugefügt worden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Feldsteinkirche zerstört und einige Jahre nach Kriegsende wieder aufgebaut. Im Lauf der Jahre wurde der Bau dann bis heute mehrfach von Grund auf renoviert, zuletzt 1971 von innen.

Zu DDR-Zeiten gab es zwischenzeitlich den Plan, die Kirche in einen Schafstall umzuwandeln.

In Reetz musste zunächst der Bestand konserviert werden, schließlich wird der Grund für dien schlechten zustand des Wandbildes im ständigen feucht-kalten Luftzug durch die alte Tür und in der fehlenden Dämmung an der Rückseite des Bildes vermutet. Mit Hilfe einer kleines Spritze wurden die betroffenen Stellen deshalb mit so genanntem Injektionsmörtel behandelt. Nachdem dieser ausgehärtet war, begann dann die eigentlich Arbeit. Die fehlenden Stellen wurden akribisch aufgefüllt, Schrift und Lücken ergänzt. Manche Teilflächen mussten gar erst mit Papier kaschiert werden: weil hinter dem bemalten Putz große Löcher klafften, hätte dieser abbröckeln können.

Das Wandbild der denkmalgeschützten Reetzer Dorfkirche wird restauriert Quelle: Eva Loth

Mittlerweile sind alle fehlenden Flächen wiederhergesellt; Petra und Udo Drott bringen jetzt wieder Farbe an die Kirchenwand. Vor allem die Schrift und das mittig gelegene Jesusbild haben das bitter nötig.

Klare Vorgaben der Denkmalbehörde

„Manches hätten wir vielleicht anders gemacht“, sagt Petra Drott zu den Arbeiten, „aber die Denkmalbehörde hat da klare Vorgaben.“ Ihr Kollege und Ehemann Udo ist auch nach Wochen der Arbeit noch beeindruckt vom Reetzer Wandbild. „Vor allem, weil es zu einer Zeit entstanden ist, als die Menschen ganz andere Sorgen als ein neues Bild in der Kirche hatten.“

Udo Drott beeindruckt vor allem, dass es zu einer Zeit gemalt wurde, als die Menschen wirklich noch andere Sorgen hatten als ein neues Kirchenbild.

Zum Volkstrauertag am 13. November soll das restaurierte Bild mit einem Gottesdienst neu eingeweiht werden.

Von Eva Loth

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