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Reger Andrang bei Aktionstag in Linthe

Fahrsicherheit für Senioren Reger Andrang bei Aktionstag in Linthe

Mit speziellen Informationen und praktischen Übungen wollen die Polizeidirektion West und der Automobilclub ADAC Senioren fit machen für das Autofahren im Alter. Der gemeinsam angebotene Aktionstag in Fahrsicherheitszentrum Linthe ist am Mittwoch rege nachgefragt. Mehr als 500 Besucher nutzen die verschiedenen Angebote.

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Herbert Schreinert, (re., 72) und Lothar Braun (71) testen am Stand von Freya Lindauer-Schulze von Polizeiinspektion Brandenburg die Wirkungen von Rauschbrillen.

Quelle: Thomas Wachs

Linthe. Senioren stehen früh auf. Und sie kümmern sich auch im fortgeschrittenen Alter um ihre Fahrtüchtigkeit als Verkehrsteilnehmer. „Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn war hier volles Haus“, sagt Sabine Berlin von der Presse- und Marketing-Abteilung des ADAC-Fahrsicherheitszentrums in Linthe zufrieden.

Dort besuchen am Mittwoch mehr als 500 Kraftfahrer den speziell für Senioren angebotenen Aktionstag. Gemeinsam dazu eingeladen haben die Polizeidirektion West und der Automobilclub ADAC. Als Teil der landesweiten Aktion „Senioren im Straßenverkehr“ werden Schnuppertrainings, Informationen und diverse Aktionen rund um das Thema Fahrsicherheit im Alter kostenlos angeboten. An allen Stationen ist der Andrang rege.

Alarmierende Unfallbilanz im Seniorenalter

Die Zahl der Unfälle mit Senioren ab 65 Jahren steigt im Bereich der Polizeidirektion West stieg zwischen 2012 und 2015 um 826 Fälle – ein Plus von 20,2 Prozent.

In den Bereichen der Landkreise Potsdam-Mittelmark, Havelland und Teltow-Fläming sowie der Stadt Brandenburg an der Havel weist die Bilanz vorige Jahr 4917 dieser Unfälle aus. Davon wurden 3499 von Senioren verursacht.

Bei den Unfällen im Jahr 2015 gab es 661 Verletzte und elf Tote. In sechs Fällen waren Senioren die Verursacher der tödlichen Unfälle.

Auch dieses Jahr zeichnet sich in der Statistik der Polizei noch keine Besserung ab. Gab es bis zum Juli 2015 noch 2716 Unfälle mit Beteiligung von Senioren, waren es im ersten Halbjahr 2016 schon 2880. Dabei waren sieben Todesfälle zu beklagen.

Grund für den Aktionstag sind alarmierende Zahlen aus der Unfallstatistik der Polizeidirektion West. Sie steigen nämlich für diese Altersgruppe der Kraftfahrer stetig. Allein bis Juli waren es dieses Jahr in der Region zwischen Havelland, der Stadt Brandenburg an der Havel und den Kreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming schon 2880 Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren. Das ist ein Plus von 164 Fällen im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2015. „Diesem alarmierenden Trend wollen wir auch mit dem Aktionstag gegensteuern“, sagt Polizistin Freya Lindauer-Schulze von der Präventionsabteilung der Polizeiinspektion Brandenburg.

Besonders gefährdete Altersgruppe

Wie auch junge Fahrer im Alter bis 25 Jahren – für die es bereits eigene Aktionstage gibt – gehören Senioren heute zu den besonders gefährdeten Gruppen im Straßenverkehr. „Freilich haben die steigenden Unfallzahlen auch damit zu tun, dass Senioren heute immer länger fit sind, daher auch noch länger Auto fahren und rein statistisch häufiger in Unfälle verwickelt sind“, sagt Freya Lindauer-Schulze. Dennoch soll der Aktionstag auch Tipps, Erfahrungen und Anregungen liefern, um sein eigenes Fahrvermögen selbstkritisch zu hinterfragen. „Wir nehmen hier niemandem den Führerschein weg, wenn er im Test mal nicht so gut abschneidet“, so die Polizistin.

Michael Tarnowski erklärt Dagmar   Trojahn und Teilnehmern  des Aktionstages für Senioren  die korrekte  Erste Hilfe

Michael Tarnowski erklärt Dagmar Trojahn und Teilnehmern des Aktionstages für Senioren die korrekte Erste Hilfe.

Quelle: Thomas Wachs

„Die Senioren hier sind alle sehr interessiert und aufnahmebereit“, lobt Michael Tarnowski vom DRK-Kreisverband Potsdam/Zauch Belzig. An seinem Stand zur Ersten Hilfe demonstriert der Experte unter anderem, wie Ersthelfer verunfallte Motorradfahrer richtig vom Sturzhelm befreien, wie stabile Seitenlage und Reanimation richtig durchgeführt werden sowie auch, wie Defibrillatoren richtig eingesetzt werden bei Unfallopfern mit Herzflimmern. „Immerhin finden sich diese von jedermann zu bedienenden Geräte heute in vielen öffentlichen Einrichtungen wie Banken, Bahnhöfen und Einkaufszentren oder hier im ADAC-Zentrum “, erklärt Tarnowski. „Als frühere Kindergärtnerin hatte ich das alles mal in Kursen gelernt“, sagt Dagmar Trojahn aus Kleinmachnow. Nun will die 63-Jährige ihr Wissen auffrischen und steht im Kurs auch als Trainingsperson zur Verfügung.

Alkoholpegel von 1,1 Promille simuliert

Nebenan am Stand der Bad Belziger Optikerin Juliane Dschurny steht die Sehfähigkeit älterer Kraftfahrer im Focus. Wie das Sehen und die Reaktionsfähigkeit durch Alkohol – aber auch durch Medikamente – beeinträchtigt sein kann, demonstrieren Freya Lindauer-Schulze und ihre Kollegen von der Präventionsabteilung der Polizei mit Hilfe von Rauschbrillen und Spezialgerät zum Reaktionstest. „Die Wirkung ist schon enorm“, sagt Lothar Braun. Der 71-Jährige hat gerade den Test mit einer Spezialbrille absolviert, die einen Alkoholpegel von 1,1 Promille simuliert. Statt der drei vor ihm auf dem Tisch stehenden roten Kegel sah er vier. Entsprechend schwer ist es, den Tennisball in der Hand der Reihe nach auf die realen Kegel zu drücken.

Am Reaktionstester

Am Reaktionstester: Uwe de Boer (75) aus Berlin mit Polizeihauptkommissar Roland Müller von der Präventionsabteilung der Polizeiinspektion Brandenburg.

Quelle: Thomas Wachs

Uwe de Boer ist aus Berlin-Zehlendorf zum Aktionstag nach Linthe gekommen, „weil ich mein neues Auto mal beim Fahrtraining testen möchte“. Noch fühlt sich der 75-jährige, begeisterte Autofahrer fit für den Straßenverkehr. „Ich möchte mich hier aber auch mal selbst testen, bevor es kriminell wird“, sagt der Senior. Mahnendes Beispiel sei ein Nachbar, „der mit Mitte 80 nun schon die eine oder andere Beule in sein Auto gefahren hat“. Wann er für sich entscheiden würde, den Führerschein freiwillig abzugeben, will Uwe de Boer heute noch nicht einschätzen. „Bei uns in der Stadt ist es sicher einfacher, dann trotzdem noch mobil zu bleiben, als auf dem Land mit weniger gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr“, sagt der Berliner. Am Nachmittag absolviert er dann mit seinem Wagen die Schupperunden auf drei Modulen der ADAC-Anlage in Linthe.

Von Thomas Wachs

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