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Potsdam-Mittelmark Kaum Wohnraum für Flüchtlinge in Teltow
Lokales Potsdam-Mittelmark Kaum Wohnraum für Flüchtlinge in Teltow
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11:00 08.06.2016
Helferin Eva Beusterien (l.) und Sozialarbeiterin Darine Zerari beraten Fadi Ha Ma Ma aus Aleppo bei der Wohnungssuche. Quelle: H. Helwig
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Region Teltow

Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeindlichen Wohnungsgesellschaft (Gewog) Kleinmachnow und der Wohnungsgesellsaft Teltow (WGT) konnten jetzt einige Flüchtlinge mit Wohnungen in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf versorgt werden. Da allerdings viele Bewohner in den Übergangswohnheimen in Stahnsdorf und Teltow inzwischen eine Aufenthaltsanerkennung hätten und ihre Familien nach Deutschland holen würden, bleibe der fehlende Wohnraum für sie das größte Problem in der Region und mache die Situation nicht einfacher, erklärte Marion-Irene Höne, Gleichstellungsbeauftragte in Kleinmachnow, jüngst vor Gemeindevertretern des Ortes.

Diese Einschätzung können die Mitarbeiter im Übergangswohnheim Stahnsdorf nur bestätigen. „Im Glücksfall haben Flüchtlinge schon nach einem Monat eine Wohnung gefunden. Doch manchmal dauert es auch ein halbes Jahr“, sagt Sozialarbeiterin Darine Zerari. Mit Hilfe der pensionierten Französischlehrerin Eva Beusterien hilft sie den Flüchtlingen beim Ausfüllen von Formularen, bei Behördengängen oder bei der Kontaktaufnahme zu den Vermietern.

Bis vor kurzem hätten einige Flüchtlinge noch Angst vor dem selbstständigen Wohnen gehabt. Gespräche mit anderen Flüchtlingen, die bereits in Wohnungen leben, sowie Kontakte zu deutschen Familien hätten die Bedenken zerstreut, so Zerari. Andere wiederum wären mit falschen Vorstellungen nach Deutschland gekommen und seien anfangs vom Zuschnitt deutscher Wohnungen enttäuscht gewesen. Manch einer warte auch auf bessere Angebote.

Mit ihrem anerkanntem Bleibestatus melden sich die Flüchtlinge beim Jobcenter, um dort einen Grundsicherungsbescheid zu erhalten, mit dem sie einen Wohnberechtigungsschein beantragen können. Die Größe einer „angemessenen“ Wohnung wird nach einem Quadratmeterschlüssel ermittelt. Die Mietkosten übernimmt bis zu einer festgesetzten Obergrenze das Jobcenter.

Besonders dramatisch trifft die Wohnraumnot wohl größere Gemeinschaften, wie eine sechsköpfige syrische Familie im Übergangswohnheim in Teltow jetzt erfahren muss. Im Februar erhielt sie ein Bleiberecht für drei Jahre. Eine Wohnung fand sie nicht, obwohl potenzielle Eigentümer eines neuen Viertels hinter dem Wohnheim auch an Flüchtlinge vermietet hätten. Doch in der Region ist eine benötigte Wohnfläche von 100 Quadratmetern erst ab knapp 1000 Euro zu haben, und das mittelmärkische Jobcenter will höchstens 850 Euro übernehmen, sagt die Betreuerin der Familie. Ihr Angebot, mit anderen den Fehlbetrag zu übernehmen, habe das Jobcenter als rechtlich nicht haltbar abgelehnt. Da die dreimonatige Duldungsfrist im Wohnheim verstrichen ist, berechnet der Kreis als Träger jedem Familienmitglied für den Verbleib monatlich rund 234 Euro – insgesamt etwa 1408 Euro.

„Wir werden das Geld zahlen müssen, solange die Familie ohne Wohnung ist“, räumt Kreissprecherin Andrea Metzler ein. In Härtefällen sei eine Einzelfallprüfung möglich. Das Jobcenter müsse aber laut Gesetz Flüchtlinge und Hartz-IV-Empfänger gleichbehandeln.

Umzug innerhalb von drei Monaten

Innerhalb von drei Monaten müssen Flüchtlinge mit einer Anerkennung ihres Status laut Gesetz eine Wohnung gefunden haben und aus den Übergangswohnheimen ausziehen.

Für Flüchtlinge hat die WGT bislang neun Wohnungen für 18 Menschen bereitstellen können. Bei der Gewog haben sich 16 Flüchtlinge für zehn Wohnungen angemeldet.

Seit März 2015 konnte das Übergangswohnheim in Stahnsdorf bei der Vermittlung von 29 Wohnungen für insgesamt 56 Flüchtlinge helfen.

Von Heinz Helwig

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