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Längst kein Nebenjob mehr

Kindertagespflegerinnen fordern Anerkennung des Berufsstandes Längst kein Nebenjob mehr

Sechs Kindertagespflegerinnen aus Kleinmachnow haben eine Regionalgruppe für ihre Kolleginnen in der Teltower Region gegründet. Die Gruppe, die sich in der ehrenamtlichen Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen organisiert, will als Interessenvertretung für ihren Berufsstand wirken. Gefordert wird unter anderem mehr Anerkennung des Berufes.

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Kindertagespflegerin Ariane Schneider-Müllenstädt kämpft für die Anerkennung ihres Berufsstandes.

Quelle: H. . Helwig

Kleinmachnow. Sechs Kindertagespflegerinnen aus Kleinmachnow haben sich zu einer Regionalgruppe Kleinmachnow-Teltow-Stahnsdorf (KTS) in der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen zusammengeschlossen. Die Berufsvereinigung setzt sich für mehr öffentliche Anerkennung des Berufsstandes der Kindertagespflegepersonen, für bessere Arbeitsbedingungen, eine größere finanzielle Unterstützung sowie eine einheitliche Ausbildung zur Fachkraft für Kindertagespflege ein. „Wir wollen eine Interessenvertretung für die anderen Kindertagespflegekräfte sein. Viele werden noch immer nicht ernst genommen und wissen oft nicht, wie sie sich bei Problemen verhalten oder an wen sie sich wenden sollen“, sagt Ariane Schneider-Müllenstädt, 1. Sprecherin der Regionalgruppe, den Grund des Zusammenschlusses. Sie betreut im „Elfenland“ in Kleinmachnow selbst fünf Kinder im Alter von null bis vier Jahren.

Die private Kindertagesbetreuung werde in der Öffentlichkeit noch immer als Hobby von Hausfrauen behandelt, die fremde Kinder nur aufbewahren, meint Schneider Müllenstädt. Das Wort „Tagesmutter“ hört sie nicht gern. „Für die meisten Kindertagespflegerinnen ist die Betreuung längst kein Nebenjob mehr, sondern eine Berufung und eine verantwortungsvolle Aufgabe mit vielen Auflagen“. Schneider-Müllenstädt hat zusätzlich zu ihrer Schulung eine Erzieherausbildung absolviert. Die Betreuungspauschale, die das Jugendamt je nach Stundenumfang nach einer Richtlinie zahle, reiche den selbstständigen Betreuerinnen kaum zum Leben. Es gebe drei Entgeltstufen von 3,35 Euro bis zu 4, 25 Euro je Kind und Stunde. Der Bundesverband Kindertagespflege empfehle aber einheitlich 5,50 Euro. Davon würden 1,61 Euro pro Kind und Stunde für Sachkosten bei voller Besetzung der Gruppe erstattet. Die Regionalgruppe fordert eine Erhöhung auf 1,73 Euro. Die meisten Kindertagespflegerinnen brauchen die maximal zulässige Anzahl von fünf Kindern zur Betreuung, um überhaupt über die Runden zu kommen. Geld für Rücklagen oder einen Ausfall bleibt nicht übrig, sagt die Regionalsprecherin. Einige Kolleginnen hätten schon aufgeben müssen, weil sie ihre Gruppen nicht voll besetzen konnten. Das Jugendamt lasse die Kindertagespflegerinnen oft mit ihren Problemen allein, wie die drängende Regelung für die gegenseitige Vertretung in Krankheits- oder anderen Ausfällen, kritisiert Schneider-Müllenstädt. Sie engagiert sich im Jugendhilfeausschuss des Kreistages als sachkundige Einwohnerin für mehr Unterstützung durch die Behörde.

Die neue Regionalgruppe will sich vierteljährlich treffen und weitere offene Stammtische für Kindertagespflergerinnen veranstalten. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Kontakt: Ariane Schneider-Müllenstädt, 0170/5 43 73 99, E-Mail: ariane.schneider@muellenstaedt.de

Von Heinz Helwig

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