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Reha-Klinik: 83 Prozent Hoher Fläming

Ökonomischer Fußabdruck Reha-Klinik: 83 Prozent Hoher Fläming

Nahrungsmittel werden aus der Umgebung geliefert. Ortsansässige Handwerker halten die 250-Zimmer-Einrichtung instand. Und in der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ selbst wächst die Mitarbeiterzahl. Eine Studie belegt jetzt ihren Status als Wirtschaftsmotor in Bad Belzig und bescheinigt ihr dort einen sogenannten ökonomischen Fußabdruck von über 80 Prozent.

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Alles im Lot: Benjamin Sauer und Dusty Scheibel von der ortsansässigen Victoria-Einrichtungen GmbH beim Einbau von Kleinmöbeln in den Räumen der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ Bad Belziig.

Quelle: Daniela Rüffert

Bad Belzig. Im Dezember und Januar haben sich die Handwerker in der Rehabilitationsklinik „Hoher Fläming“ die Klinke buchstäblich in die Hand gegeben. Zum Jahreswechsel, wenn ein paar Patienten weniger in dem 250-Betten-Haus sind, gibt es für sie dort nämlich einiges zu erledigen. Meister und Gesellen der einzelnen Gewerke kennen einander und die Auftraggeberin. Denn die Mehrheit wird an Unternehmen aus Bad Belzig und Umgebung vergeben. Das jetzt in einem Gutachten belegt worden.

Die Berliner Niederlassung des Wifor-Institutes hat nämlich voriges Jahr in einer Studie den sogenannten ökonomischen Fußabdruck von drei märkischen Rehabilitationskliniken unter die Lupe genommen. Anhand von ausgewählter Kennzahlen wie Bruttowertschöpfung, Beschäftigtenzahl, Arbeitnehmerentgelten sowie Aussagen zu Verflechtungen vor Ort, offenbarten Reha-Klinik Hohenelse Rheinsberg, Brandenburgklinik Bernau und der hiesige Standort die Effekte für das Umfeld. „Dass wir Leistungsträger sind, die zuweilen in ihrer Bedeutung unterschätzt werden, war mir bewusst“, sagt Katrin T. Eberhardt.

Ökonomischer Fußabdruck durch Studie

Doch über die Tatsache, dass die Einrichtung am Rande der Kur- und Kreisstadt die mit Abstand beste Quote vorzuweisen hat, zeigte sich die Geschäftsführerin selbst durchaus verblüfft. „83 Prozent aller Vorleistungen werden aus der regionalen Gesamtwirtschaft bezogen“, bestätigen die Forscher. Der Durchschnitt liegt bei 62,5 Prozent, wie Dennis Ostwald, Daniel Müller und Benno Legler ermittelt haben.

Ein Multiplikator

Die Studie des Wifor-Institutes kennzeichnet die hiesige Reha-Klinik „Hoher Fläming“ als einen überdurchschnittlichen Multiplikator, dessen regionale Bruttowertschöpfung bei rund 6,2 Millionen Euro im Jahr liegt.

Demnach folgt aus jedem Euro direkten Umsatz im Oberlinhaus-Standort Bad Belzig ein weiterer Euro zusätzlicher Umsatz im Umfeld. Das sind 19 Prozent mehr als in vergleichbaren Einrichtungen.

0,8 zusätzliche regionale Beschäftigungsverhältnisse kommen auf jeden dort tätigen Angestellten. Im Gesundheitswesen ist sonst eher das Verhältnis 1:0,67 üblich .

Das von ihnen untersuchte Spektrum ist breit gefächert, reicht von Versorgungsleistungen über Partner in der Gesundheitsbranche bis zum Bezug der Nahrungsmittel. Brötchen kommen im konkreten Fall beispielsweise aus Brück und Wiesenburg; die Eier aus Beelitz sowie Obst und Gemüse vom Fruchtexpress Werder/Havel. „Für die Verpflegung hier gibt es traditionsgemäß sehr gute Bewertungen“, so die Verwaltungschefin. Auf die Verarbeitung regionaler Produkte zu setzen, habe sich ihren Angaben zufolge von Beginn an in vielerlei Hinsicht bewährt und sei heutzutage Richtung weisend.

Unter dem Dach des Potsdamer Oberlinhauses habe diese Philosophie in den vergangenen sieben Jahren noch in anderen Bereichen ausgebaut werden können, gleichwohl die Kassen jeden Kostenpunkt beleuchten. „Anders war es bis 2009, als der Standort noch zur bundesweit agierenden Lielje-Gruppe gehörte“, sagt Katrin T. Eberhardt. Seinerzeit sei schlicht der Anbieter in ganz Deutschland gesucht worden.

Traditionell gute Bewertungen

Die Geldfrage allein ist aber nicht immer entscheidend, wie die Wissenschaftler ebenfalls herausgearbeitet haben. Sie verweisen darauf, dass die Entgelte, die für die Branche noch immer überdurchschnittlich seien, zwischen 2008 und 2012 um etwa 3,7 Prozent gefallen seien. Dafür habe sich die Zahl von 120 auf fast 160 Mitarbeiter erhöht. Die meisten sind im Hohen Fläming zu Hause oder ziehen her.

Das Gefüge wirkt demzufolge stabilisierend: Für jeden Arbeitsplatz in der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ entstanden 0,17 weitere Stellen durch den Bezug von Vorleistungen sowie 0,37 Stellen durch die Wiederverausgabung von Einkommen, heißt es in der Expertise. Derart eng miteinander verbunden, ist sich Kathrin T. Eberhardt gewiss, dass nicht allein die Zahlen, sondern auch die von den Beteiligten abgelieferte Qualität überzeugend ist.

Von René Gaffron

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