Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Reihenweise individuelle Autos angerollt

Tuning-Treffen in Brück Reihenweise individuelle Autos angerollt

Mehr als 250 Besitzer sowie Freunde besonderer Autos rollten am Sonnabend in Brück zum Tuning-Treffen an. Dabei ging es weniger um maximale Motorleistung und den tollsten Lack. Vielmehr standen kreative optische sowie technisch anspruchsvolle Tüfteleien an Autos, die mindestens 20 Jahre alt sind, im Mittelpunkt.

Brück 52.170958265573 12.772602412256
Google Map of 52.170958265573,12.772602412256
Brück Mehr Infos
Nächster Artikel
Geselliger Treff für alle Rentner

Denny Schuster aus Brück tüftelt ständig an neuen Raffinessen für seinen VW Derby II, Baujahr 1982.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Normal ist anders. Standard gibt es hier nicht. Dafür aber jede Menge individuell gestalteter Autos. Auch das nunmehr zweite Treffen für getunte Fahrzeuge ist ein großer Erfolg. Mehr als 250 Wagen rollen am Sonnabend im Brücker Gewerbegebiet vor. Das Gelände der Firma Mapco-Autotechnik ist ihr Treffpunkt. Besitzer und Freunde technisch und optisch besonders gestalterer Wagen, die älter als 20 Jahre sind, kommen auf ihre Kosten.

„Uns geht es um ein lockeres Treffen von Leuten mit dem gleichen Hobby“, sagt Nikolas Müller. Bei der Firma Mapco betreut er den Online-Handel und ist ansonsten mit dem Werbe-Truck der Firma auf einschlägigen Treffen der Tuning-Szene kreuz und quer in Deutschland unterwegs. Nach dem großen Erfolg des ersten Treffens im April fungierte er nun zum zweiten Mal selbst als Gastgeber. Gemeinsam mit Sebastian Unnasch von der Internetplattform „Truning-Treffen-Berlin“ kam ihm die Idee für ein Treffen vor der Haustür.

Betagt und in jedem Fall liebevoll gestaltet   sind die Autos des Tuning-Treffens in Brück

Betagt und in jedem Fall liebevoll gestaltet sind die Autos des Tuning-Treffens in Brück.

Quelle: Thomas Wachs

Bevor die Liebhaber der besonders gestalteten Autos ihre oft nur mit Saisonkennzeichen ausgestatteten Wagen ins Winterquartier schicken, ist der Tag in lockerer Atmosphäre in Brück ein Abschluss für die Szene nicht nur aus Berlin und Brandenburg. Aus dem gesamten Bundesgebiet sind Autofans angereist, um ihre Schmuckstücke unter Gleichgesinnten zu präsentieren und sich über die neuesten Raffinessen auszutauschen. Doch nicht der schönste Lack, der verrückteste Spoiler und die fetteste Felge allein sorgen für Aufsehen. Auch ein knall-gelber Wartburg mit Rostflecken auf dem Blechkleid findet seine Bewunderer. Denn der Besitzer aus dem Raum Wittenberg hat dem Wagen aus DDR-Produktion ein extrem tiefergelegtes Fahrwerk mit einigen Spezialitäten und schmucke Felgen verpasst. Das wirkt. In dieser Szene zählt technisches Können der Tüftler mehr als die neuesten Bausätze aus den Katalogen von Tuning-Firmen oder der stärkste Motor. Eingebaut und umgestaltet wird, was technisch möglich ist. „Alle Autos hier haben den Segen des TÜV, alle Bauteile sind abgenommen und in die Papiere eingetragen“, erklärt Nikolas Müller.

Keine Luft nach unten

Keine Luft nach unten: Dennis Klawek an seinem extrem tiefergelegten Mercedes 190.

Quelle: Thomas Wachs

Klar im Trend liegt aktuell die Tieferlegung. Waren es früher noch Glasfaserbauteile für besondere Spoiler, Stoßstangen und Karosserieumbauten, reizt nun möglichst wenig Luft unter dem Bodenblech. „Dazu eine Original-Felge von Lamborghini oder Ferrari am Golf und fertig ist der Hingucker“, sagt Alexander Steinert. Der Berliner ist Spezialist für extrem tiefergelegte Fahrwerke mit und ohne Luftfederung.

Als wohl weltweit tiefster 190er Mercedes gilt der Wagen von Dennis Klawek. Tiefer geht es kaum. Denn Frontspoiler und Auspuffanlage liegen schon auf dem Pflaster des Parkplatzes auf. Dennoch ist die Limousine fahrtüchtig. Per Tastendruck im Cockpit tritt die Luftfederung in Aktion und pumpt den Wagen Achse für Achse in die Höhe. Klawek hat die betagte Limousine mit 183 000 Kilometern auf dem Tacho im April gekauft und seither rund 6500 Euro in den Umbau investiert. „Im Winter geht es weiter“, erzählt der 33-jährige Familienvater. Für den Schrotthändler aus Berlin ist das Schrauben an Autos in der Clique Ausgleich zu Beruf und Familienalltag. Regelmäßig geht es zu Tuning-Treffen.

Fahrzeuge vieler Marken  und Wirtschaftssysteme rollten nach Brück

Fahrzeuge vieler Marken und Wirtschaftssysteme rollten nach Brück.

Quelle: Thomas Wachs

Die kürzeste Anfahrt nach Brück hat Denny Schuster. Der 34-jährige Autoschlosser einer Damelanger KFZ-Werkstatt wohnt in der Brücker Lindenstraße, direkt am Gewerbegebiet. Sein VW Derby II ist in der Szene schon ein altbekannter Star. Bis auf die Karosse ist an dem Kleinwagen nichts mehr im Originalzustand. Armaturentafel von Audi, helle Lederbezüge in der Innenausstattung und ein in vielen Einzelteilen verchromter Motor mit stolzen 280 Pferdestärken machen den metallic-roten Flitzer zum Unikat. Dabei verändert sich der Wagen alle paar Jahre. „Ich hatte schon vier Lackierungen und mal einen Dieselmotor drin“, verrät der Besitzer. Mehr als 50 Pokale und Auszeichnungen hat der Brücker Tüftler mit dem Auto auf Szene-Treffen schon eingefahren. Daheim in Brück gibt es keine Bestenwertung. „Hier geht es um einen geselligen Saisonausklang ohne Kommerz“, sagt Veranstalter Sebastian Unnasch.

INTERVIEW

Mitveranstalter Sebastian Unnasch

Mitveranstalter Sebastian Unnasch.

Quelle: Thomas Wachs

Sebastian Unnasch (23) aus Berlin betreibt ein Mode-Label und veranstaltet Tuning-Treffen für Autofans wie am Samstag in Brück.

Wie unterscheidet sich Ihr Tuning-Treffen von anderen?

Sebastian Unnasch : Gemeinsam mit Nikolas Müller hier aus Brück hatten wir die Idee für ein entspanntes, kleines Treffen für Autofans ohne den sonst verbreiteten Kommerz. Bei uns gibt es keine Teilnehmergebühr oder Eintritt, kaum Firmenpräsentationen und auch keine Pokale.

Was bieten Sie den Teilnehmern?

Unnasch : Wir wollen Anlaufpunkt zum lockeren Austausch für Gleichgesinnte sein. Technische und optische Kreativität stehen bei uns im Mittelpunkt. So bieten wir auch Fotoshootings für die Autos zwischen den Regallagern oder Überseecontainern.

Die Tuning-Szene ist überschattet von Raserei und illegalen Rennen mit schweren Unfällen.

Unnasch : Nicht bei uns. Hier kommen ganz andere Leute her, die ihre Leidenschaft für Technik und individuelle Autos leben. Hier geht es nicht um Raserei. Es gibt keine Rennen.

 

Von Thomas Wachs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg