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Reisefieber hat drei Monate gehalten

Bad Belzig Reisefieber hat drei Monate gehalten

Carola Beyer und Hund Berti haben die Koffer gepackt. Es geht heim nach Dortmund. Vor drei Monaten hatte ein Fernsehbericht sie spontan in den Hohen Fläming gelockt. Dann wurden der Rauhaardackel und sein Frauchen zu Dauergästen im Hotel „Springbachmühle“ vor den Toren von Bad Belzig.

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Es war so schön bei euch: Carola Beyer und Dackel Berti nehmen Abschied von der Springbachmühle und ihren Leute.

Quelle: Michaela Riedel

Bad Belzig. Diese zwei Gäste wird Hotelier Gabriel Muschert vermissen: Rauhaardackel Berti und Frauchen Carola Beyer sind wieder abgereist, nach Hause ins Ruhrgebiet, nach drei Monaten, die eigentlich als Kurztrip von einer Woche geplant war.

Am 5. Februar hatte die 59- jährige Dortmunderin plötzlich die Reiselust gepackt. Angesteckt hatte sie Fernsehmann Michael Kessler mit seinen Expeditionen durch die Mark Brandenburg. Das Ganze nur am Bildschirm zu verfolgen, reichte der sportlichen Dame jedoch nicht. „Da fahren wir hin, Berti“, lautete also der Entschluss, als sie Kesslers Beitrag über den Hohen Fläming. Nachdem sie dafür gesorgt hatte, dass hin und wieder jemand nach ihrem Briefkasten schaut, ging es schon los, in das gut 400 Kilometer entfernte Bad Belzig.

Bei Ankunft lag Stadt im Nebel

Es war ein nebeliger Abend, als sie die Stadt erreichte. Das seinerzeit noch geöffnete Seecafé in Bad Belzig war ihre erste Anlaufstelle. Dort fragte sie nach einer Bleibe für eine Nacht. „Ich wurde gleich so richtig herzlich empfangen, das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr“, erinnert sich die Reiselustige. „Die Leute haben mir dieses Hotel vor den Toren Stadt zur Übernachtung empfohlen und dort angerufen, um ein Zimmer zu reservieren.“ Vollkommen fremd in der Region, in der Stadt wurde sie noch ans Ziel gelotst, wo sie von Olaf Hesse an der Rezeption empfangen wurde. „Den Mann der ersten Stunde, so nenne ich ihn.“, sagt sie und lacht. „Er hat mich ganz freundlich empfangen.“

Die kuscheligwarme Nacht in der idyllischen Herberge sollte nicht die einzige bleiben, das stellte sich bald heraus. „Als ich am Morgen die dünne Schneedecke, die gefrorenen Teiche und das vereiste Mühlenrad sah, glaubte ich, im Paradies zu sein.“ Carola Beyer zeigte sich überwältigt von der sauerstoffreichen Luft und der wunderschönen Gegend. Aus ihrer kurzfristigen Bleibe wurden drei Nächte, dann drei Wochen und das Ende schien wohl offen.

Auch Dackel Berti fühlte sich wohl

„Gefällt es Ihnen noch bei uns?“ fragte Gabriel Muschert also jeden Morgen. Der Hotelchef und seine Mitarbeiter kannten inzwischen den Tagesablauf und den Geschmack ihres Dauergastes. „Ihren Orangensaft trinkt sie jeden Tag zur gleichen Zeit“, beobachtete er „und die Küche hat die Wünsche von Frau Beyer gern erfüllt. Wer so lange bei uns bleibt, kennt ja die Karte schon auswendig.“

Auch Berti fühlte sich wohl, als sei er zu Hause. Wenn Gäste dieser Tage durchs Tor kamen, wurden sie fröhlich bellend von dem achtjährigen Hund begrüßt und zur Restauranttür begleitet.

Wehmut beim Abschied

Längst ist der Schnee verschwunden, die Bäume blühen und das Wasser an der Mühle plätschert wieder. Doch irgendwann ist jede schöne Zeit einmal zu Ende. Da sie frühverrentet ist, braucht sie zwar keine Rücksicht auf eine Arbeitsstelle nehmen, aber nach der Wohnung in Dortmund müsse sie dann doch mal schauen. „Frau Beyer und Berti reisen Ende der Woche ab.“, klang es etwas wehmütig über den Tresen.

„Ich habe noch nie so viel Zeit mit meinem Hund verbracht, ich hatte Zeit für mich selbst, habe wunderbare Luft geatmet, Wildschweine beobachtet und sogar einen Wolf gesehen“, fasst Carola Beyer zusammen. „In dieser Stadt sind mir liebe Menschen und Freundlichkeit begegnet.“

Der Heimweg nach Dortmund sei auch ein Umweg. „Es muss die Freude in mir wachsen, wieder an diesen schönen Ort zurückzukehren.“ Wenn es soweit ist, weiß Gabriel Muschert, wann er Carola Beyer den Orangensaft serviert.

Von Michaela Riedel

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