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Potsdam-Mittelmark Rettungsdienst: Struktur auf dem Prüfstand
Lokales Potsdam-Mittelmark Rettungsdienst: Struktur auf dem Prüfstand
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00:17 12.09.2017
Besuch in der Rettungswache Treuenbrietzen. Aktuell wird das 2016 eröffnete neue Domizil von der Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Das Rettungswesen zwischen Havel und Fläming soll grundsätzlich so organisiert bleiben wie bisher. Das schlägt die Verwaltung dem Kreistag Potsdam-Mittelmark vor. Vorbehaltlich der Bestätigung durch Parlamentsbeschluss in vier Wochen soll die erneute Übertragung der Aufgabe an Dritte vorbereitet werden. Die bestehenden Verträge enden nämlich am 31. Dezember 2018. Doch nur die zwischen Beetzsee und Werder/Havel tätige Promedica-GmbH könne die Erledigung zu den bisherigen Konditionen für weitere fünf Jahre gewährleisten. In dem Fall soll – rechtlich zulässig – schlicht die Vertragsdauer verlängert werden.

Deutsches Rotes Kreuz (unter anderem in Brück und Teltow stationiert) sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe (verantwortlich für Beelitz-Heilstätten, Bad Belzig, Treuenbrietzen, Ziesar und andere Standorte) hingegen sehen sich nicht mehr in der Lage, die Ansprüche weiter zu erfüllen. Für deren Reviere soll also eine Ausschreibung erfolgen, um dann im nächsten Jahr die Vergabe beschließen zu können. Das hat Klaus-Dieter Hallex jetzt im Ausschuss für Gesundheit und Soziales vorgetragen. Er zeichnet im Landratsamt Bad Belzig für dieses Feld der Daseinsfürsorge verantwortlich.

Allseits herrscht Zufriedenheit

„Alle Partner erbringen die Leistungen ohne Beanstandungen“, schätzt der Fachmann ein und betont, dass sich das System bewährt habe – für die medizinische Notfallversorgung der Bevölkerung einerseits, für die Krankenkassen als Kostenträger andererseits.

Dennoch hat das Fachgremium noch keine Empfehlung in diesem Sinne abgegeben. Denn insbesondere nach Ansicht der Bündnisgrünen und der Linken, aber auch einiger Sozialdemokraten, sollte die Kommunalisierung als Alternative noch intensiver geprüft werden. Ähnlich wie bei der Abfallentsorgung könnte ihrer Meinung nach eine kreiseigenen Gesellschaft gegründet werden, die sich dem Rettungsdienst widmet. Das sei nur logische Folge, wenn die Rettungswachen und Fahrzeuge ohnehin schon dem Landkreis gehören, hieß es von den Kritikern. Im Nachbarlandkreis Teltow-Fläming werde das schließlich längst so praktiziert.

Knapp 200 Mitarbeiter

Der Rettungsdienst im Landkreis hat etwa 300 000 Einsätze jährlich zu absolvieren. Etwa 20 000 davon sind Notfälle. Tendenz ob des Wachstums eher steigend.

Knapp 200 Mitarbeiter sind hierzulande als Rettungsassistenten und -sanitäter beschäftigt.

Sie sind in 14 Wachen so stationiert, dass mindestens 95 Prozent alle Orte im Notfall binnen 15 Minuten zu erreichen sind.

In dem Zusammenhang hat vor allem Elke Seidel (Bündnis 90/Die Grünen) die Stärken-Schwächen-Analyse der Kanzlei Buse/Herber/Fromm kritisiert, die eigens als Variantenvergleich in Auftrag gegeben worden war. „Es wird vor allem auf rechtliche Probleme hingewiesen“, beklagte sie eine „klare Tendenz in dem Papier.“ „Was Sie – wie die langfristige Beschäftigung nach Tarifregelungen des öffentlichen Dienstes – als Nachteil anführen, würde ich eher als Vorteil zur Motivation der Mitarbeiter bewerten“, stimmte die Abgeordnete Melanie Balzer (SPD) in die Kritik an den Autoren der Expertise ein.

Personal ist überall gefragt

Tatsächlich waren es ausgerechnet die Unternehmungen der beiden Wohlfahrtsverbände, die sich beim Wettbewerb 2012 das Geschäftsfeld augenscheinlich auf Kosten des Personals gesichert haben. Konsequenz: Die landauf, land ab ohnehin gefragten Rettungsassistenten und Rettungssanitäter haben sich längst anderenorts einstellen lassen, wo Arbeitsbedingungen und Entgelte offenbar angemessener sind.

Rettungsdienstmitarbeiter sind in Potsdam-Mittelmark nicht gerade angemessen bezahlt Quelle: Thomas Wachs

Dass dieser Missstand im Verlauf des Verfahrens korrigiert wird, ist wohl die Hoffnung.

Ob indes die Behörde die mitunter komplexen und kurzfristigen Herausforderungen bewältigt, wird nicht zuletzt vom Ausschussvorsitzenden Joachim Lindecke (SPD) bezweifelt.

Von René Gaffron

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